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Workshop
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22.05.2020

Synthesizer und Sounddesign #8 - Leadsounds

Synthesizer Sounddesign für Einsteiger

Leadsounds am Synthesizer selbst programmieren

In dieser Folge des Workshops Synthesizer und Sounddesign dürfen wir uns etwas austoben. Das Thema sind Leadsounds, die für Soli und Hooklines verwendet werden. Erlaubt ist alles, was gefällt! Wir programmieren drei Beispielsounds für unterschiedliche musikalische Anwendungen.

Oft nehmen Synthesizer ja eher eine begleitende Funktion ein. Das gilt ganz besonders im Kontext einer Band, wo Gitarristen oft die Solopassagen für sich gepachtet haben. Aber auch in vielen elektronischen Genres tummeln sich die meisten Sounds wie Bässe und Pads eher im Hintergrund. Nicht so die Leadsounds, die ausdrücklich dafür gemacht sind, im Mittelpunkt zu stehen! Und weil in diesem Fall eher die anderen Instrumente Platz machen, können wir bei Leadsounds aus dem Vollen schöpfen, was Modulationen und Effekte angeht.

Quick Facts: Synthesizer-Leadsounds

Was ist ein Leadsound?

„Lead“ heißt führen bzw. anführen. Demnach versteht man unter einem Synthesizer-Leadsound einen Sound, der für Soli, Melodien und Hooklines gedacht ist. Weil sie dafür gemacht sind, im Vordergrund zu stehen, sind Leadsounds oft prägnant, bissig und mit vielen Effekten versehen.

Was macht einen guten Leadsound aus?

Da ein Leadsound im Mittelpunkt steht, sollte er möglichst interessant klingen. Deshalb verwendet man bei Leadsounds häufig auffällige Modulationen durch LFOs oder Hüllkurven. Während dies bei Hintergrundsounds wie Pads im Gesamtkontext eines Arrangements oft störend wirken kann, darf man bei Leadsounds in dieser Hinsicht aus den Vollen schöpfen. Wichtig ist bei Leadsounds auch die Möglichkeit, den Sound während des Spielens durch Spielhilfen wie Pitch Bend, Modulation und Aftertouch beeinflussen zu können, um eine möglichst ausdrucksstarke Performance zu erzielen.

Viele Leadsounds machen Gebrauch von diversen Effekten wie Delays, Distortion, Chorus/Flanger und Hall. Wie immer gilt bei der Verwendung von Effekten: Wichtig ist, dass es zum Rest des Arrangements bzw. zum Gesamtsound der Band passt. Da Effekte gerade bei Leadsounds aber viel zum Charakter des Sounds beitragen können, darf man hier etwas großzügiger sein und sollte ggf. eher andere Sounds einfacher gestalten, um Platz für einen eindrucksvollen Leadsound zu schaffen.

Beispielsound 1: 70s Lead

Für die Beispielsounds dieser Folge habe ich den Freeware-Synthesizer Helm von Matt Tytel verwendet, der für Mac, Windows und Linux verfügbar ist. Ihr könnt den Software-Synthesizer hier herunterladen. Die Presets findet ihr am Ende dieses Artikels zum Download.

Der erste Beispielsound ist ein klassischer Leadsound, wie er schon in den 1970ern zu Zeiten des Minimoog und ARP Odyssey populär war. Ihr könnt ihn durch Verändern der Oszillatormischung und der Einstellungen für Filter, Hüllkurven und LFOs leicht an euren Geschmack anpassen.

Wir beginnen mit dem Preset Helm_Init, das dem Downloadpaket ebenfalls beiliegt. Es besteht nur aus einer Sägezahnschwingung von Oszillator 1; alle anderen Parameter des Synthesizers sind neutral eingestellt. Ein solches Preset lege ich mir bei jedem meiner Synthesizer an. Es ist wie ein weißes Blatt Papier, sodass man neue Sounds von Grund auf selbst gestalten kann. So klingt es:

Zunächst setzen wir die maximale Polyphonie des Sounds auf eine Stimme herunter. Wie Bass-Sounds sind die meisten Leadsounds monophon. Das mag wie eine Einschränkung wirken, hat aber den großen praktischen Vorteil, dass man Portamento und Legato beim Spielen kreativ einsetzen kann. Dreht den Regler Voices im linken unteren Bereich der Bedienoberfläche auf 1 herunter.

Nun kommt Oszillator 2 hinzu, der ebenfalls eine Sägezahnschwingung erzeugen und eine Oktave über Oszillator 1 klingen soll. Stellt den Regler Trans für Osc 2 auf +12 und den danebenliegenden Regler Tune auf ca. +4 cent, was eine ganz leichte Verstimmung bewirkt. Dann stellt ihr im Mixer den Regler für Osc 1 auf etwa 0,4 und Osc 2 auf ca. 0,17.

Um dem Sound etwas mehr Fundament zu geben, nehmen wir jetzt noch den Suboszillator hinzu. Wenn das Arrangement im Bassbereich sehr voll ist, kann das zu viel sein; in diesem Fall lasst ihr ihn einfach weg. Der Suboszillator erhält ebenfalls eine Sägezahn-Schwingungsform und wird im Mixer auf ca. 0,02 aufgedreht.

Jetzt stellen wir die Lautstärkehüllkurve auf die folgenden Werte ein: Attack=0,025; Decay=0,5; Sustain=0,85; Release=1,3.

Kommen wir zum Filter, das durch eine Hüllkurve gesteuert und durch einen LFO moduliert werden soll. Zunächst aktiviert ihr das Filter mit dem Einschaltknopf und stellt den Cutoff (das ist der horizontale Schieberegler unter der Filtergrafik) auf etwa 72 und die Resonanz (der vertikale Schieberegler rechts neben der Filtergrafik) auf ca. 60%. Den Regler Drive stellt ihr auf 0 dB. Dann dreht ihr den Regler Env Depth für die Intensität der Filterhüllkurve auf ca. 15 auf. Die Filterhüllkurve bekommt diese Werte: Attack=0,05; Decay=2,5; Sustain=0,5; Release=1,3.

Nun klingt der Sound ziemlich dumpf, weil wir den Cutoff recht weit herunter geregelt haben. Das gleichen wir wieder aus, indem wir die Intensität der Filterhüllkurve durch die Anschlagstärke steuern, sodass die Hüllkurve umso stärker wirkt, umso härter man die Taste anschlägt. Dafür klickt ihr in der Sektion Control auf das Helm-Symbol für Velocity und dreht dann den Regler Env Depth in der Filtersektion auf ca. 35 auf. Danach verlasst ihr den Zuweisungsmodus durch einen erneuten Klick auf das Helm-Symbol. Zusätzlich können wir noch den Regler Vel Track links unten auf ca. 50% aufdrehen, wodurch auch die Lautstärke von der Anschlagstärke beeinflusst wird.

Durch eine LFO-Modulation des Filters bringen wir jetzt noch etwas Bewegung in den Sound. Klickt beim LFO1 auf das „S“, um das Menü für die Synchronisation des LFOs zu öffnen. Er soll frei schwingen und nicht zum Tastenanschlag und auch nicht zum Songtempo synchronisiert werden. Aus dem Menü wählt ihr deshalb „Free“ aus. Rechts vom Eingabefeld Frequency findet ihr einen Button mit einem kleinen Notensymbol. Er öffnet ein Menü zur Auswahl der Einheit für die Geschwindigkeit des LFOs. Hier wählt ihr „Seconds“ aus. Dann stellt ihr die Frequenz des LFOs auf ca. 0,15 ein.

Jetzt klickt ihr auf das Helm-Symbol für LFO1, um den LFO dem Filter-Cutoff zuzuweisen. Alle steuerbaren Parameter werden daraufhin grün hervorgehoben. Dreht nun den Cutoff auf etwa +2 auf. Danach verlasst ihr den Auswahlmodus, indem ihr erneut auf das Helm-Symbol klickt. Jetzt wird der Filter-Cutoff durch LFO1 moduliert. Mit der Frequenz des LFOs und der Stärke der Modulation könnt ihr experimentieren.

Um dem Sound eine weitere Ausdrucksmöglichkeit zu geben, fügen wir jetzt noch LFO2 hinzu. Er soll durch Modulation der Oszillatorstimmungen ein Vibrato erzeugen, aber nur, wenn das Modulationsrad aufgedreht wird. Zunächst stellt ihr LFO2 genau wie LFO1 auf „Free“ und die Frequenz auf etwa 0,15 Hz (Seconds). Dann klickt ihr auf das Helm-Symbol für LFO2, dreht die Tune-Regler der beiden Oszillatoren jeweils auf etwa +50 cent auf und verlasst danach den Zuweisungsmodus wieder. Jetzt moduliert LFO2 die Oszillatorfrequenzen; es entsteht ein Vibrato.

Das Vibrato soll nur erklingen, wenn das Modulationsrad aufgedreht wird, damit man es beim Spielen ausdrucksstark einsetzen kann. Dafür regelt ihr zunächst den Regler Amplitude (das ist der vertikale Schieberegler am linken Rand von LFO2) auf die Mittelstellung ‘Null’. Nun ist die Modulation wieder verschwunden; der LFO ist aber den Modulationszielen nach wie vor zugewiesen. Um ihn mit dem Modulationsrad zu verknüpfen, klickt ihr jetzt in der Sektion Control auf das Helm-Symbol für Mod Wheel, schiebt den Schieberegler für die Amplitude von LFO2 auf etwa +0,6 hoch und verlasst den Zuweisungsmodus durch einen erneuten Klick auf das Helm-Symbol. Jetzt könnt ihr mit dem Modulationsrad Vibrato hinzufügen.

Jetzt fügen wir noch etwas Portamento hinzu, wodurch die Oszillatoren beim Anschlagen einer neuen Taste einen kurzen Moment brauchen, um zur neuen Tonhöhe zu „rutschen“. Die Portamento-Sektion findet ihr ganz rechts unten. Stellt Porta Type auf „Auto“ und den Regler Porta auf etwa 0,15. 

Jetzt aktiviert ihr noch den Legato-Modus durch einen Klick auf Legato. Das bewirkt, dass die Hüllkurven des Sounds nicht neu ausgelöst werden, wenn Töne legato, also gebunden gespielt werden. Wenn ihr eine kleine Pause zwischen einzelnen Tönen lasst, werden die Hüllkurven neu ausgelöst, wodurch der neue Ton betont wird. Verbindet ihr Töne hingegen fließend miteinander, gehen sie nahtlos ineinander über. Mit etwas Übung kann man Melodien auf diese Weise ausdrucksstärker phrasieren.

Zum Schluss fügen wir dem Sound mit dem Delay noch etwas Räumlichkeit hinzu. Ob das passt, hängt ganz vom jeweiligen Track ab und ihr solltet das Delay auf jeden Fall auf die anderen Elemente eures Arrangements abstimmen. In diesem Beispiel steht das Delay auf Achtelnoten, das Feedback auf 15% und der Mix auf ca. 7%. 

Beispielsound 2: Dance-Lead („Staubsauger“)

Diese Art von Leadsound wird hauptsächlich in „lauten“ Dance-Stilen wie EDM, Eurodance und Trance eingesetzt. Ihren Ursprung kann man auf einen ganz bestimmten Synthesizer zurückführen. Im Jahr 1996 erschien der Roland JP-8000, einer der ersten virtuell-analogen Synthesizer. Er verfügte über eine Schwingungsform namens „Supersaw“, hinter der sich mehrere übereinander geschichtete und leicht gegeneinander verstimmte Sägezahnschwingungen verbargen. Der Supersaw wurde in den darauffolgenden Jahren vor allem von Eurodance-Produzenten so übermäßig genutzt, dass er zum 90er-Klischee wurde. Prompt kam er etwas aus der Mode, nur um später mit der EDM-Welle umso heftiger zurück zu kommen. Auch in Ballermann- und Après-Ski-Hits werden diese Sounds gerne genutzt. Wem das zu prollig ist, der darf gern zum nächsten Abschnitt springen …

Der Helm bietet keine Supersaw-Schwingungsform, aber wir können sie simulieren, indem wir den Unison-Modus nutzen. Den Ausgangspunkt bildet wieder das Preset Helm_Init:

Als erstes regeln wir wieder die Polyphonie des Sounds auf eine Stimme herunter, indem wir den Regler Voices links unten auf 1 stellen.

Bei Oszillator 1 findet ihr unter „Unison“ zwei Eingabefelder. Das obere, wo derzeit „1 v“ steht, gibt die Anzahl der übereinander geschichteten „Kopien“ des Oszillators an. Das untere dient zur Einstellung der Verstimmung dieser Kopien gegeneinander. Hier stellt ihr das Maximum 15 v (Voices) und eine Verstimmung von ca. 40 cent ein. Nun sollte der Sound so klingen:

Den Vorgang wiederholen wir für Oszillator 2 und drehen beide Oszillatoren im Mixer auf ca. 0,5 auf. Nun liegen also insgesamt 30 leicht verstimmte Sägezahn-Oszillatoren übereinander:

Für eine solide Basis fügen wir nun noch den Suboszillator hinzu. Er erhält ebenfalls eine Sägezahnschwingung. Der Regler Shuffle, der die Schwingungsform des Suboszillators zusätzlich formt, wird auf etwa 40 aufgedreht. Im Mixer regelt ihr den Sub auf etwa 0,15.

Indem wir Shuffle mit einem LFO modulieren, können wir dem Suboszillator noch etwas Bewegung verleihen. Dafür stellt ihr LFO1 auf „Free“ und eine Frequenz von ca. 0,75 Hz. Dann klickt ihr auf das Helm-Symbol bei LFO1, dreht Shuffle auf etwa +25% auf und verlasst den Zuweisungsmodus durch einen weiteren Klick auf das Helm-Symbol. Nun könnt ihr sehen und hören, wie der LFO den Shuffle-Regler moduliert.

Die Lautstärkehüllkurve (Amp Envelope) bekommt die folgenden Werte: Attack=0, Decay=0,02; Sustain=0,9; Release=0,1. Durch die sehr kurze Decay-Zeit bekommt der Sound einen kurzen „Punch“ bei jeder Note.

Den Filter-Cutoff stellt ihr auf ca. 124 und die Resonanz auf etwa 60%. Durch die hohe Resonanz bei hohem Cutoff-Wert werden die Höhen des Sounds stark betont, was ihm Durchsetzungskraft verleiht. Den Drive-Regler stellt ihr auf 0 dB.

Durch etwas Feedback können wir dem Sound zusätzliche Aggressivität verleihen. Dreht Transpose in der Feedback-Sektion auf +12 und Amount auf ca. 30%.

In der Portamento-Sektion wählt ihr „On“ und einen Porta-Wert von etwa 0,125.

Jetzt noch etwas Delay, und dann ist der „Staubsauger-Sound“ fertig. Im nächsten Beispiel steht das Delay auf Achtelnoten, Feedback 15% und Mix 7%.

Solche Sounds eignen sich nicht nur als Leadsounds, sondern werden in bestimmten Stilen auch gerne für Akkorde eingesetzt. In diesem Fall solltet ihr das Portamento deaktivieren (Off) und die Polyphonie (Voices links unten) auf die gewünschte Stimmenzahl heraufsetzen.

Beispielsound 3: Feedback Distortion Lead

Dieser Solosound ist sehr aggressiv und spielt mit der Klangästhetik von E-Gitarren. Er benötigt viel Platz im Mix; ihr solltet also dafür sorgen, dass sich keine weiteren Instrumente in den entsprechenden Frequenzbereichen breitmachen. Durch Pitch Bend und Modulation ist er ausdrucksstark spielbar.

Wir beginnen wieder mit dem Preset Helm_Init:

Zunächst wird wieder die Polyphonie mit Voices auf eine Stimme reduziert. Die Sägezahnschwingung von Oszillator 1 belassen wir so. Oszillator 2 bekommt eine Rechteckschwingung und wird mit Trans um 12 Halbtöne sowie mit Tune um 5 cent nach oben gestimmt. Dann dreht ihr den Regler Mod zwischen den beiden Oszillatoren auf etwa 65% auf. Das bewirkt eine Crossmodulation: Die beiden Oszillatoren modulieren sich gegenseitig, wodurch interessante Obertöne entstehen. Im Mixer werden beide Oszillatoren auf 0,4 aufgedreht.

Da dieser Sound dick auftragen soll, kommt jetzt noch der Suboszillator hinzu. Er wird auf eine Rechteckschwingung und einen Shuffle-Wert von 70% eingestellt. Im Mixer regelt ihr ihn auf etwa 0,2.

Im nächsten Schritt stellen wir das Filter und die Hüllkurven ein. Aktiviert das Filter und wählt einen Cutoff-Wert von ca. 45. Die Resonanz dreht ihr auf etwa 60% auf und Drive bekommt einen Wert von 0 dB. Den Regler Env Depth für die Intensität der Filterhüllkurve stellt ihr auf etwa 82 und das Keytracking auf 50%.

Die Filterhüllkurve wird so eingestellt: Attack=0,015; Decay=3,7; Sustain=0,5; Release=1,2.

Die Amp-Hüllkurve können wir weitestgehend neutral belassen und regeln die Release-Zeit auf etwa 1.

In der Feedback-Sektion stellt ihr Trans auf +7 und Amount auf etwa 30%. Dadurch bekommt der Sound eine Art Rückkopplung, die eine Quinte höher klingt als der eigentliche Sound.

Die Feedback-Intensität modulieren wir mit einem LFO. Stellt LFO1 auf „Free“ und eine Frequenz von ca. 0,25 Hz. Dann klickt ihr auf das Helm-Symbol für LFO1, regelt Feedback Amount auf ca. +25% und verlasst den Zuweisungsmodus mit dem Helm-Symbol wieder.

Mit reichlich Effekten – allen voran Distortion – brezeln wir den Sound jetzt noch ordentlich auf. Aktiviert die Distortion, wählt Hard Clip und einen Drive-Wert von 14. Beim Delay wählt ihr Achtelnoten, 40% Feedback und 12% Mix. Beim Reverb stellt ihr Feedback auf 90%, Damp auf 0,3% und Mix auf 12%.

Auch bei diesem Sound soll das Modulationsrad zum Einsatz kommen. Insgesamt steuern wir damit drei Dinge: eine LFO-Modulation von Oszillator 1, eine Verringerung der Lautstärke des Suboszillators und eine Erhöhung des Feedback-Anteils.

Zunächst zum LFO. Stellt LFO2 auf „Free“ und eine Frequenz von 1,5 Hz. Dann regelt ihr die Amplitude des LFOs (vertikaler Schieberegler links vom LFO) auf ‘Null’ (diese erhöhen wir später mit dem Modulationsrad wieder). Klickt nun auf das Helm-Symbol von LFO2, regelt den Tune-Regler von Oszillator 1 auf +15 cent und verlasst den Zuweisungsmodus wieder. 

Dann klickt ihr auf das Helm-Symbol für Mod Wheel, um die verschiedenen Dinge zuzuweisen, die passieren sollen, wenn man am Modulationsrad dreht. Regelt die Amplitude von LFO2 auf +2. Die Sub-Lautstärke im Mixer verringert ihr auf 0,05. Schließlich regelt ihr den Feedback Amount auf +25% und verlasst den Zuweisungsmodus mit einem weiteren Klick auf das Helm-Symbol. 

Jetzt geschehen drei Dinge, wenn ihr das Modulationsrad aufdreht: Die Stimmung von Oszillator 1 wird von einem LFO moduliert, die Lautstärke des Suboszillators verringert sich (der Sound wird weniger basslastig) und der Feedbackanteil steigt. Das erinnert an das Feedback eines laut aufgedrehten, verzerrten Gitarrenverstärkers, wenn ein Gitarrist lange Töne hält.

Nun stellen wir noch einen Portamento-Wert von 0,023 ein und aktivieren Portamento („On“). Schließlich setzen wir noch den Pitch-Bend-Umfang des Sounds auf eine Oktave, damit man mit dem Pitch-Bend-Rad stilechte „Dive Bombs“ realisieren kann. Und dann ist der Pseudo-Gitarren-Leadsound fertig.

Schlusswort

Leadsounds sind die Kür des Synthesizer-Sounddesigns: Es ist alles erlaubt, was gefällt, und man kann bei Modulationen und Effekten nach Lust und Laune aus dem Vollen schöpfen. Die drei Beispielsounds dieser Folge können natürlich nur eine kleine Bandbreite der typischen Leadsounds abdecken. Experimentiert deshalb mit allen Funktionen eurer Synthesizer und erstellt Leadsounds, die perfekt zu euren Tracks und eurem Stil passen. Viel Spaß!

Downloads

Die Beispielsounds dieser Folge könnt ihr euch hier als Presets für den Software-Synthesizer „Helm“ herunterladen. Wo ihr die Presets ablegen müsst, damit das Plug-In sie findet, steht in der Readme-Datei, die dem Download ebenfalls beiliegt.

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