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Test
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28.07.2014

Studiologic Numa Stage Test

Stagepiano

Nu ma aufgepasst!

Die erfolgreiche Numa-Familie von Studiologic hat erneut Zuwachs bekommen: Das Stagepiano Numa Stage schließt eine weitere Lücke in der immer umfassenderen Palette von Masterkeyboards und Stagepianos, die der italienische FATAR-Ableger seit 2008 unter diesem Namen anbietet.

Angesichts der bisherigen Modellpalette lag die Kombination auf der Hand: Das neue Numa Stage ist eine Kreuzung aus dem Numa Concert und dem Masterkeyboard Numa Nano. Vom Concert wurden die Klangerzeugung und Ausstattung übernommen, vom Nano die sehr leichte Tastatur und das schlanke, weiße Gehäuse. Gerade mal 147 Gramm pro Taste bringt das Numa Stage auf die Waage. Das klingt doch nach einer attraktiven Mischung für vielreisende Keyboarder. Wir haben getestet, ob das Numa Stage in der Praxis überzeugen kann.

Details

Gehäuse

Na, schon ausgerechnet? 147 Gramm pro Taste bei 88 Tasten macht 13 kg Gesamtgewicht. Und das bei einer gewichteten Tastatur mit Hammermechanik – das ist schon eine Ansage. Prädikat: Extrem tragbar! Das schlanke, weiße Metallgehäuse orientiert sich im Design am Numa Nano und macht trotz des leichten Gewichts einen äußerst stabilen und sehr schicken Eindruck. Der obligatorische rote Zierfilzstreifen zwischen Bedienpanel und Tasten kommt schön zur Geltung und sorgt für einen Hauch „echtes Klavier“. 

Im Lieferumfang enthalten sind ein Sustain-Pedal und eine Notenhalterung, die einfach ans Piano geklemmt werden kann. Eine gedruckte Bedienungsanleitung gibt es übrigens nicht, dafür eine CD mit Handbuch im PDF-Format.

Tastatur

Die Tastatur des Numa Stage gehört, kurz gesagt, trotz ihres geringen Gewichts mit zu den besten Digitalpiano-Tastaturen, die ich je unter meinen Fingern hatte. Die Klaviatur ist sehr gleichmäßig und angenehm stramm gewichtet. Obwohl sie nicht aus Vollholz besteht, hat man kein „Plastikgefühl“. Allerdings ist das Klappern der Tasten recht laut, was angesichts des normalerweise auf Bühnen herrschenden Geräuschpegels aber zu verschmerzen sein sollte. Auch ist sie zugegebenermaßen nicht besonders schnell in der Ansprache, schnelles Repetieren von einzelnen Tasten fällt also schwer. Dennoch ist die Tastatur schlicht sehr angenehm zu spielen und gut zu kontrollieren.

Um das Spiel der eigenen Anschlagsstärke anzupassen, hat man mehrere Velocity-Kurven zur Auswahl. Neben den Standards Low, Mid, High und Fix gibt es eine spezielle „Fatar-Touch“-Kurve, die den eigenen Anschlag innerhalb einer Minute analysiert und dann die Velocity anpasst. Nach Herstellerangaben wird hier aus zehn verschiedenen Kurven die passende ausgewählt. Den Nutzen dieser Funktion möchte ich allerdings anzweifeln. Als ausgewachsener Pianist sollte man einen ausgewogenen Anschlag haben, der bereits mit der voreingestellten, durchschnittlichen Velocity-Kurve abgedeckt ist. Und für einen Klavierschüler sollte das Ziel sein, einen eben solchen Anschlag zu erlangen. Da ist ein Keyboard, das die Schwächen des Spielers künstlich ausgleicht, sicher nicht hilfreich. 

Bedienfeld

Die Elemente auf dem schmalen Bedienpanel beginnen auf der linken Seite mit einem Pitch- und Modulation-Wheel, die überraschend billig wirken, aber ihren Zweck erfüllen. In der Mitte des Pianos findet man vier unterteilte Sektionen: Ganz links zunächst ein Volume-Poti und zwei Taster, die zum „MIDI Module“-Bereich gehören, zuständig für externe Klangerzeuger. Dann folgen ein kleines Display und der „Sound Bank“-Bereich mit zwölf Tastern zur Anwahl der internen Sounds sowie für diverse Funktionen. Weiter geht’s mit der Effekt-Sektion, unterteilt in Modulations-Effekte und Reverb mit jeweils eigenem Auswahl-Taster und Drehpoti zur Regelung des Effektanteils. Schließlich gibt es noch vier Drehpotis unter der Überschrift „Output“. Hier findet man einen 2-Band-EQ mit Bass- und Treble-Reglern sowie ein Balance- und ein Volume-Poti. Ganz rechts liegt noch ein Taster zur Aktivierung des erwähnten „Fatar Touch“.

Anschlüsse

Auf der Rückseite findet man Altbewährtes: Stereo-Out (2x Klinke), Stereo-In im Miniklinke-Format, zwei Kopfhörerausgänge, Anschlüsse für Expression- und Sustain-Pedale sowie MIDI In/Out/Thru und einen USB-Port. 

Aufbau

Da das Numa Stage für den Einsatz auf einer Live-Bühne konzipiert ist, hat man sich offenbar bemüht, seine Bedienung übersichtlich zu gestalten. Die meisten Parameter sind über Direktzugriff zugänglich. Und besonders viele Auswahlmöglichkeiten hat man erst gar nicht. Es stehen zwölf Sounds zur Verfügung, die jeweils über einen eigenen Taster anzuwählen sind. Mit Ausnahme des Flügelklangs können sie nicht weiter editiert werden. Zur eigenen Klanggestaltung stehen ausschließlich zwei Effektwege bereit. Zum einen ein Modulationseffekt, zum anderen ein Reverb/Delay-Effekt. Die Modulationseffekte umfassen Chorus, Phaser, Rotary und Tremolo. Der Reverb-Effektslot bietet Room, Hall und Delay. Sämtliche Effekte sind ebenfalls nicht weiter editierbar. Regelbar ist allerdings der Effektanteil und über das Mod-Wheel die Geschwindigkeit der Modulationseffekte. Die Effekteinstellungen werden übrigens praktischerweise mit jedem Sound gespeichert. Nicht mit gespeichert wird der globale Zwei-Band-EQ, der abschließend über zwei Drehpotis zur Verfügung steht.

Des weiteren ist es möglich, zwei Sounds gleichzeitig zu spielen, also die Tastatur entweder zu splitten oder zwei Klänge übereinander zu legen. Das Lautstärkeverhältnis der beiden Zonen kann dabei – ebenfalls im Direktzugriff per Poti – geregelt werden. Auch die Zuweisung der Effekte und Pedale auf entweder nur eine oder beide Zonen ist einstellbar.

MIDI Module

Neben seinen Fähigkeiten als Stage Piano fungiert das Numa Stage per Knopfdruck auch als MIDI-Controller. Wenn man die „MIDI-Module“-Sektion über den On/Off-Taster aktiviert, können MIDI-Noten und Befehle gesendet werden. Auch hier profitiert man von den zwei Zonen, die unabhängig voneinander Program-Change, Bank Select, MIDI-Channel und Octave-Change Befehle senden können. Gesendet werden (nicht aber empfangen!) kann natürlich auch über den USB-Port.

Speicherplätze

Insgesamt gibt es 50 Speicherplätze, die jeweils die gesamte Piano-Oberfläche speichern, also alle Einstellungen der internen Sounds und Effekte sowie die eben genannten Parameter aus dem „MIDI-Module“. Es bietet sich beispielsweise an, Sounds mit unterschiedlichen Effekteinstellungen auf verschiedenen Plätzen zu speichern. Aber auch andere Parameter wie Split-Points oder Velocity-Kurven sind speicherbar. 

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