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Test
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03.11.2020

Spitfire Audio Chamber Strings Professional Test

Kontakt-Library

Größer ist nicht zwangsläufig besser

Wie so vieles andere im Leben, gibt es auch Streicherensembles in den unterschiedlichsten Größen. Spitfire Audio hat allein mit den Symphonic Strings bereits eine große, mit Hans Zimmer Strings eine sehr große und mit den Studio Strings eine mittelgroße Streicherlibrary im Programm – und nun, mit den Chamber Strings Professional, auch noch eine kleine, jedenfalls was die Besetzung angeht. Ob die Library auch in ihren Fähigkeiten so klein ist, wie sie klingt, was sie kann und worin sich die reguläre von der Professional-Edition unterscheidet, wird im folgenden Kurztest geklärt. 

Details

Download und Installation

Zum Testen hat mir Spitfire Audio freundlicherweise die Professional Edition zur Verfügung gestellt, und das bedeutet in Maßeinheiten übersetzt: 312 GB (reguläre Edition: 80,9 GB). Und 312 GB brauchen ihre Zeit, denn Spitfire hat nicht so wahnsinnig schnelle Server. Ist das Paket aber einmal über die hauseigene App heruntergeladen und die Library per Native Access registriert, kann es auch schon losgehen.

Regulär vs. professionell

An dieser Stelle sei kurz auf den Unterschied zwischen den beiden Editionen eingegangen; sie unterscheiden sich nur durch die Anzahl der Mikrofonsignale (weitere vier Signale und drei Stereomixe in der Professional Edition). Alles Weitere ist gänzlich gleich.

Ordnerstruktur

Beim Öffnen des Instruments wird jeweils ein Patch pro Instrumentengruppe angezeigt (Vl.1, Vl.2, etc.) plus ein Patch namens „Ensemble“, außerdem drei Ordner mit den Zusatzmikrofonen der Professional Edition sowie der Ordner „Advanced“. In diesem befinden sich grob gesagt sämtliche Artikulationen, die jeweils in vier Ordnern unterschiedlich kategorisiert sind, außerdem der Ordner „Other Patches“. Dort wird neben CPU-freundlichen Patches außerdem das Patch „Time Machine“ zur gezielten Längengestaltung kurzer Artikulationen geboten.

Player GUI

Ach Spitfire, immer dieses winzige GUI. Im Gegensatz zu den hauseigenen Spitfire VSTs ist das Kontakt-Library-GUI von Spitfires Libraries immer noch enervierend klein. Es ist zwar auch schlank in seinen Funktionen, insofern bleibt es halbwegs übersichtlich, aber nerven tut es trotzdem. Was die Funktionen angeht: Es gibt eine graphische Darstellung der Artikulationen, einen Easymix-Fader mit den beiden Polen Close und Far und ein paar Controller, die sich natürlich alle mit einem CC-Befehl belegen lassen.

In der Expertenansicht geht es etwas mehr ins Detail. Hier hat man Zugriff auf die einzelnen Mikrofonsignale, kann das RR-Verhalten steuern, das Velocity-Response-Curve-Verhalten sowie das Stereo Image beeinflussen etc. Insgesamt bleibt es aber schlank, Spielereien wie FX gibt es hier nicht.

Mikrofone

Die reguläre Edition bietet die drei Klassiker Close, Tree und Ambient. In der Professional Variante kommen noch Warm Close Ribbon, Close Stereo, Gallery und Outrigger dazu. Außerdem drei Stereomixe, nämlich fine, medium und broad, die weniger CPU fressen als die Einzelsignale.

Besetzung

Die Chamber Strings kommen in einer unorthodoxen Besetzung, die im echten Leben ziemlich unausgewogen klingen würde: vier erste Violinen, alle anderen, von der zweiten Violine bis zum Bass, dafür gleich in dreifacher Besetzung. Zum Vergleich: Ein echtes Kammerorchester wie z. B. die Kremerata Baltica beschäftigt ca. acht erste Violinen und von da an wird es kontinuierlich weniger, bis runter zu einem einzelnen Instrument: dem Kontrabass. Aber egal, sehen wir es einfach als Besetzungsvariante im Gesamtlibrary-Kontext. Da Spitfire alle seine Libraries in den Air Studios aufnimmt, lassen sich auch alle Libraries recht problemlos miteinander kombinieren. Und wenn man z. B. die Chamber Strings, die Studio Strings und die Solo Strings anschafft, kann man sich vom kleinsten bis zum größten so ziemlich alles zurechtkombinieren.

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