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20.08.2019

SJC Drums Alpha 14x6,5 Aluminum Snare Test

Snaredrum

Hippe Marke, hipper Sound?

Wer eine neue Snare Drum kaufen möchte, sich im Angesicht all der Materialien, Finishes und Größen aber schlicht erschlagen fühlt, landet nicht selten bei einer Aluminiumtrommel in 14x6,5 Zoll im universellen Natur-Look. Es ist also kein Zufall, dass die amerikanische Custom-Firma so ein Modell im Programm hat. SJC gehört nämlich zu jenen jungen Marken, die es geschafft haben, von einer kleinen Manufaktur für finanziell potente Drummer mit ausgefallenen Sonderwünschen zu einer ernstzunehmenden Alternative zu den großen Serienmarken zu werden. 

Mit einem Ladenpreis von knapp unter 400 Euro liegt SJC Alpha Aluminum Snare ziemlich genau zwischen den beliebten Massenmodellen wie der Tama S.L.P. Dry Aluminium und etwas teureren Baureihen wie beispielsweise der Pearl Sensitone Aluminium. Die SJC bringt dabei natürlich ein bisschen mehr Custom-Flair mit, eine Fertigung in der amerikanischen Manufaktur ist bei diesem Preis allerdings nicht drin. Was die in Taiwan gebaute Trommel kann, lest ihr auf den folgenden Zeilen.  

Details

Ein 1,2 Millimeter starker, nahtloser Alukessel bildet die Basis  

Geliefert wird die Alpha, wie die meisten anderen Snares auch, in einem einfachen Versandkarton, eingeschlagen in eine Plastiktüte. Dass man es mit der Positionierung der Trommel jedoch durchaus ernst meint, zeigt der Papierkram, der mir zunächst in die Hände fällt. Neben einer Garantiekarte sticht besonders das „Certificate of Authenticity“ heraus, welches bezeugt, dass das Instrument in Taiwan nach SJC-Spezifikationen gebaut wurde. Nun gut, kommen wir nun zum Wesentlichen, nämlich zum Kessel. Dieser besteht aus 1,2 Millimeter starkem, nahtlos gezogenen Aluminiumblech mit sauber umgebördelten Kesselrändern. Der Gratungswinkel dürfte die üblichen 45 Grad betragen, auf der Resonanzseite finde ich ein relativ breites, jedoch nicht allzu tiefes Snarebed vor. Im Inneren des Kessels informiert ein Aufkleber noch einmal über die Kesseleigenschaften, auch eine Seriennummer fehlt nicht. Die Bauweise sowie der Herstellungsort des Kessels lassen mich übrigens an zwei weitere Aluminium-Snares denken, welche ich neulich zum Test hier hatte, nämlich die Millenium Aluminator Modelle. Vorbildlich eingepasst und mit Gummi unterlegt wurde das Luftausgleichsloch, und ein ebenfalls aus Alu gefertigtes und verschraubtes Typenschild rundet den positiven Gesamteindruck a

20 Einzelspannböckchen prägen den Look der Alpha Snare

Dass der Wiedererkennungswert einer Marke für ihren Erfolg essentiell ist, hat natürlich auch SJC erkannt. Bei Schlagzeugfirmen trägt das Böckchen-Design maßgeblich dazu bei, und so ist unser Testmodell mit den firmeneigenen Shield Lugs ausgestattet, welche ich optisch irgendwo zwischen Sonor Teardrop und Tama Starclassic einordnen würde. Zehn Stück pro Seite sind davon gummi-unterlegt am Kessel verschraubt, Verarbeitung und Verchromung wurden sauber ausgeführt. Eine einfache, einseitig bedienbare Abhebung im sogenannten Drop Style sorgt für die Kontrolle des Snare-Teppichs. Das Butt End besteht aus dem üblichen Klemmbock, beide Teile stammen offenbar aus dem taiwanesischen Zubehör-Regal, aus dem sich auch andere Hersteller bedienen. Das muss natürlich nichts Schlechtes bedeuten, solange eine einwandfreie Funktion gegeben ist. Statt der üblichen Stahlspannreifen kommt die Alpha mit massiven Gussversionen daher, was die tendenziell trockene Charakteristik von Aluminium als Kesselmaterial offenbar noch unterstützen soll. Für leichteres Stimmen sind alle Stimmschrauben mit Kunststoff-Unterlegscheiben versehen. Eine weitere interessante Wahl haben die Amerikaner beim Snare-Teppich getroffen. Satte 42 Spiralen besitzt dieser, was auch das breite Snarebed erklärt. „Maximum Sensitivity“ verspricht SJC bezüglich der Ansprache, und die hohe Spiralenanzahl soll offensichtlich ihren Teil dazu beitragen. Zu guter Letzt freut es Käufer und Tester einer solchen Mittelklasse-Snare natürlich, wenn direkt ab Werk Markenfelle installiert wurden. Um welche Modelle es sich handelt, ist auf den Fellen zwar nicht verzeichnet, nur dass sie von Evans stammen. Das schwere Schlagfell wirkt wie ein ST, das Reso könnte ein Hazy 300 sein. 

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