Bass
Test
7
03.05.2018

Sire Marcus Miller V9 5 Alder Test

Fünfsaitiger E-Bass

Günstiger Klassiker im edlen Gewand

Vor kurzem lag mir schon die viersaitige Variante der neuen Serie aus dem Hause Sire vor, die auf den Namen "MM V9" hört. Das Kürzel "MM" steht natürlich für den klangvollen Namen "Marcus Miller", mit dem Sire seit einigen Jahren erfolgreich zusammenarbeitet. Bediente man mit der V7- und P7-Serie eher die Bassisten/innen, welche neben dem klassischen Design eines Jazz Bass auch traditionelle Farben und Finishes bevorzugen, wendet man sich mit dem V9 an diejenigen, die sich lieber Bässe mit nobler Optik um den Hals hängen. Dazu muss man in der Regel entsprechend tiefer in die Tasche greifen oder sich gleich bei einem Boutique-Hersteller umsehen (was natürlich noch teurer wird!).

Mit einem Preis von deutlich unter 1.000,- Euro will Sire mit dem V9 nun auch in diesem Bereich ein Statement setzen. Zuerst stellt sich aber natürlich die Frage, ob der V9 nicht nur ein etwas hübscherer V7 ist. Viele Zutaten teilen sich die beiden Serien nämlich, aber es gibt eben auch entscheidende Unterschiede im Detail. Welche das sind und welche Auswirkung sie haben, schauen wir uns jetzt genauer an!

Details

Bei der Auswahl einer dekorativen Decke macht es Sire dem Kunden einfach - es gibt nämlich nur eine! Quilted Maple, also Wölkchen-Ahorn, ist hier Sires Wahl. Dieses Holz ist wirklich sehr schick, nicht zu übertrieben gemasert und passt daher sicher gut zu einem Jazz Bass. Als Basis für den Korpus gibt es entweder Esche in den Farben "Translucent Black" und "Natur" oder Erle im "Brown Sunburst"-Finish. Insgesamt ist das nicht allzu viel Auswahl an unterschiedlichen Looks, aber hier hat sicher Priorität, dass der Verkaufspreis im Rahmen bleibt. Dieses Ziel erreicht man unter anderem durch das Reduzieren der Optionen, die man dem Kunden bietet, denn auf diese Weise erleichtert man natürlich die Abläufe innerhalb der Produktion.

Mir liegt heute die Variante mit Erle-Korpus im "Brown Sunburst"-Finish vor. Die Ahorn-Decke meines Testbasses wurde an den Seiten nicht eingefärbt und dient so gleichzeitig als helles Binding um den Korpus. Dessen Form ist identisch mit der der V7- und P7-Serie und lehnt sich stark am Archetyp Jazz Bass an.

Damit die Decke entsprechend zur Geltung kommt, wurde auf ein Schlagbrett verzichtet. Allerdings liegt jedem V9-Bass ein transparentes Schlagbrett bei. Wer die schöne Decke also nicht durch Spielspuren verunstalten möchte, kann die Scratchplate jederzeit montieren.

Die komplette Hardware wurde von der V7-Serie übernommen und stammt aus eigener Fertigung. Das gilt für die Tonabnehmer (zwei Marcus Super Jazz Singlecoils), die Elektronik (Marcus Heritage 3), die Tuner (Premium Open Gear) und auch für die Brücke. Sie bietet die Möglichkeit, die Saiten entweder ganz klassisch von hinten oder durch den Korpus zu ziehen (String Through Body).

Neben der Ahorn-Decke ist der größte Unterschied zur V7-Serie sicher das Griffbrett aus Ebenholz (engl. Ebony), welches alle V9-Modelle besitzen. Dieses harte, fast schwarze Holz kennt man z.B. auch von vielen Kontrabässen. Die klanglichen Eigenschaften von Ebenholz werden häufig als definiert und obertonreich beschrieben. Die "White Pearl"-Block-Inlays kommen auf dem dunklen Griffbrett sehr schön zur Geltung, das zusätzlich auch mit einem cremefarbenen Binding eingefasst wurde.

Der Hals ist einteilig und ganz klassisch aus Ahorn. Die Kopfplatte, auf der die fünf Sire Premium Open Gear Tuner im Verhältnis 4:1 angebracht sind, besitzt ebenfalls ein Ahornfurnier. Wie es sich für einen Edelbass gehört, wurde das Furnier natürlich mit der Decken-Optik des Bodies abgestimmt (engl. Matching Headstock).

Der aus den anderen Serien bekannten Marcus Heritage 3 Preamp bietet alles, was das Herz begehrt. Für den Puristen lässt sich der Bass im Passiv-Modus betreiben - Volume, Pickup-Balance und eine passive Tonblende stehen hier zur Verfügung. Per Kippschalter lässt sich die Dreiband-Elektronik aktivieren. Mit ihr bekommt man einen Bass-, einen Höhen- und einen parametrischen Mitten-Regler, um den Sound den eigenen Bedürfnissen anzupassen.

 

 

Die Elektronik arbeitet mit 18 Volt, was auch kräftigere Anhebungen ohne Verzerrung zulässt. Die Fächer für die zwei nötigen 9V-Batterien befinden sich auf der Rückseite des Korpus. Die fünf Regler der Elektronik sind weit genug auseinander, dass die Finger freies Spiel haben und nichts fummelig wird. Allerdings haben die zwei Doppelstock-Potis ein bekanntes Problem: Bewegt man den oberen Regler, dreht sich der untere leicht mit - oder umgekehrt. Das war schon häufiger Kritikpunkt bei Sire-Bässen und sollte eigentlich mittlerweile behoben sein!

Wie mittlerweile von Sire gewohnt, ist die Verarbeitung des MM V9 5 absolut tadellos und für diese Preisklasse durchaus erstaunlich. Die Edelbass-Optik (mit Ahorn-Decke, Matching Headstock, Ebenholz-Griffbrett, Binding und Block Inlays) wirkt elegant und zeitlos. Bisher finde ich den V9 absolut überzeugend. Hier könnt ihr den Bass für einen ersten Eindruck schon mal im Video sehen:

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