Gitarre Hersteller_Seymour_Duncan
Test
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09.06.2021

Praxis

Die Tonabnehmer haben einen saftigen Output, der allerdings nicht so hoch ist wie der von aktiven High-Gain-Keulen, bei denen der Cleansound schon etwas rauchig daherkommt. Das sieht mit dem benutzten Amp-Profil im direkten Vergleich mit den anderen Tonabnehmern der Testreihe noch gut aus. Und zwar dahingehend, dass man mit den Pickups auch einen entsprechenden Cleansound erzeugen kann, ohne Gain oder Volume ganz weit zurückdrehen zu müssen. Klanglich präsentieren sich die Pickups mit einem recht kräftigen unteren Mittenbereich, in den Höhen sind sie eher etwas dezenter und nicht so bissig, wie man das von einem für Metalsounds konzipierten Humbucker mit hoher Ausgangsleistung erwarten würde. Der Hals-Pickup hat vor allem bei Cleansounds die PAF-Charakteristik stark verinnerlicht, kommt aber mit etwas weniger Höhen aus den Speakern als zum Beispiel der Classic 57 von Gibson. Dafür gibt es einen kräftigen Ton untenrum. Die dynamische Ansprache und das Reaktionsverhalten auf das Volume-Poti ist für einen Humbucker mit hoher Ausgangsleistung sehr gut, man kann je nach Gain-Einstellung am Amp auch noch über den Anschlag Einfluss auf das Zerrgeschehen nehmen. Das Gleiche gilt für den Einsatz des Volume-Potis, aber das muss man schon weit zurückdrehen, um aus einem Mid-Gain-Brett einen fast unverzerrten Ton zu erzeugen. Aber das ist völlig normal für Pickups dieser Konzeption. Auf jeden Fall sind die Tonabnehmer keine lauten Plattmacher, sondern geben die feinen Nuancen im Gitarrenspiel detailliert an den Amp weiter. Das führt zu einer klaren Saitentrennung und einem transparenten Sound auch bei hohen Zerrgraden. Was nicht verwunderlich ist, denn das war ja auch eine der wichtigsten Bedingungen, die Wes Hauch an die Entwickler stellte, dass er auch jenseits der Powerchords bei hohen Verzerrungen sauber spielen und das auch entsprechend zu Gehör bringen kann. Hier sind Audiobeispiele zu den acht Disziplinen in unserem Vergleichstest.

Die höheren Zerrgrade sind natürlich das Kerngeschäft des Wes Hauch Jupiter Sets, und es macht richtig Spaß, denn der Ton schmatzt sehr und spricht auch wunderbar an. Es gibt ein sattes Sustain und lange klingende Töne kippen angenehm in den Obertonbereich. Mit dem etwas reservierten Höhenanteil im Klang kann man die Pickups auch sehr gut mit scharf eingestellten High-Gain-Amps kombinieren. In Verbindung mit unserer Test-Les Paul war es bei Downtunings in den unteren Mitten einen Hauch mulmig, aber in dieser Hinsicht könnte die Kombination auch an gewisse Grenzen stoßen. Ich kann mir vorstellen, dass die Pickups besonders bei Strat-Formen mit knackigem Esche- oder Erle-Korpus eine Spur besser performen und dort mit den stärkeren Tiefmitten sehr gut punkten können. Hier noch zwei Beispiele mit unterschiedlichen High-Gain-Sounds und Downtuning (Drop D, Drop C).

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