Percussion
Test
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29.05.2018

Praxis

Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Cajon hält sein Bassversprechen. Was ich der Vorderseite bei den ersten Schlägen an Tiefton entlocke, bringt beinahe die Wände zum Wackeln. Der Bass tönt voluminös und tief mit viel Resonanz. Auch die Töne am oberen Rand klingen tiefer und voller als es bei kleineren Cajones der Fall ist. Das Snare System kann sich erfreulich gut gegen die Bassgewalt durchsetzen, wobei auch eine gute Trennung von Bass- und Snaresound gegeben ist.

Die Schlagfläche fühlt sich beim Spielen etwas weicher an als bei normal großen Cajones, und das Sitzen darauf funktioniert nicht unbedingt mit der engsten Hose aus dem Kleiderschrank, wenn man auch die Clap Corners an den äußersten Ecken erreichen möchte. Mit kurzen Beinen muss man eventuell über eine andere Sitzposition auf der Kiste nachdenken. 

In den folgenden Audio-Beispielen hört ihr zunächst einzelne Bass-, Snare- und Clap Corner Sounds, bevor ich ein paar Grooves mit Händen und Besen auf der Vorderseite spiele.

Der kleine Schaumstoffkeil in der Snare-Leiste bietet eine einfache Möglichkeit, den Sound zu verändern. Lässt man die Snare-Spiralen ganz frei schwingen, erreicht man den maximalen Snaresound - und leider auch ein leichtes Scheppern. Dieses lässt sich mit dem Schaumstoff jedoch schnell in den Griff bekommen. Je nach Stärke des Andrucks kann die Intensität des Snaresounds eingestellt werden.

Die rückseitige Birken-Spielfläche wird von Sela als für das Spielen mit Pedal optimiert angepriesen, was ich als nächstes ausprobiere. Auch hier kann das Cajon mit einem satten und voluminösen, jedoch deutlich kontrollierteren Bass auftrumpfen. Der Sound der Snares hält sich beim Treten sehr im Hintergrund. Dank ihrer Dicke verzeiht es die Birken-Spielfläche auch, wenn der Beater nach dem Schlag mal an der Fläche liegen bleibt, so dass auch weniger geübte Füße leicht einen konstanten Basssound erreichen können.

Als Bassdrum-Substitut in einem kleinen Cajon-Setup macht sich die Kiste ausgesprochen gut, wenn sie auch durch die zurückhaltende Snare-Ansprache etwas weniger Attack liefert als normale Cajones in diesem Kontext. Mit den Händen gespielt, produziert die Birken-Seite einen ausgeprägt holzigen und beinahe Conga-artigen Sound.

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