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Test
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30.08.2017

SE Electronics sE8 Mikrofon Test

Kleinmembran Kondensator Mikrofon Stereo-Set

Alle 8ung!

Der in China ansässige Hersteller sE Electronics hat jüngst ein neues Stäbchenmikrofon auf den gut gefüllten Markt der Kleinmembraner geworfen, sE8 nennt es sich. Retro-Boom hin oder her, "SDCs" (Small Diaphragm Condenser) erfreuen sich offenbar nach wie vor großer Beliebtheit. Vermeintlich echte "Vintage-Wärme" können sie zwar nicht, und auch die elegante Höhenentschärfung, wie sie beispielsweise die kultigen Bändchenmikrofone serienmässig an Bord haben, zählt nicht zu ihren hervorstechenden Fähigkeiten. Dafür sind sie unschlagbar leicht zu handhaben, bilden viele Quellen realitätsnah ab und sind anspruchslos, was die Einsatzbedingungen angeht.

Böse Zungen behaupten allerdings, dass gerade günstige Modelle zur Schärfe in den oberen Registern neigen und tendenziell harsch klingende Instrumente wenig vorteilhaft in Szene setzen. Diesen Nachteil soll unser Test-Stereoset nicht besitzen. Trotz moderatem Preis und üppiger Ausstattung verspricht man bei sE höchste Qualität, eine handgefertigte Produktion sowie eine lineare, unaufdringliche Klangcharakteristik. Ob das zum Setpreis von weniger als 400 Euro nicht etwas zuviel versprochen ist, findet ihr heraus, wenn ihr jetzt weiter lest.

Details

Kompakt und schnörkellos kommen die beiden sE8 daher

Dass ein erfolgreich absolvierter Test nicht an schlechter Ausstattung scheitern wird, deutet sich schon beim Auspacken des sE8 Stereosets an. Nach dem Öffnen der Pappschachtel kommt nämlich zunächst ein weiteres Behältnis in Form eines stabilen Aluköfferchens zum Vorschein. Darin liegen, sicher gebettet, die beiden Mikrofone, zwei einfache Kunststoffhalterungen, zwei Windschütze sowie eine Stereoschiene aus Metall. Die nähere Inspektion der Gewinde offenbart weiterhin drei passende EU-Gewindeverkleinerungen. Eine - auch auf deutsch geschriebene - kurze Anleitung rundet das gute Bild ab, das unsere Testobjekte gleich zum Einstieg abgeben. Die Schallwandler selbst geben sich optisch zurückhaltend, mit 12 Zentimetern Länge und 2,3 Zentimetern Durchmesser auf 140 Gramm liegen sie angenehm solide in der Hand. Dreht und wendet man sie hin und her, fallen die Ausstattungsmerkmale ins Auge, die dem Sound-Freund die Arbeit erleichtern sollen. Da wäre zunächst die zweistufige Pegelabschwächung um wahlweise -10 oder -20 dB zu nennen, darunter angeordnet findet sich ein schaltbares Hochpassfilter, mit dem sich nicht benötigte Bassfrequenzen bei entweder 80 oder 160 Hertz abwärts eliminieren lassen. Für die Wahl aller Funktionen ist ein spitzer Gegenstand vonnöten, den die beiden, roten Schieberegler sind versenkt angebracht, um versehentliches Verstellen auszuschließen. Im vorderen Teil der Mikrofone fällt das extrem feinmaschige Schutzgitter vor den goldbeschichteten Membranen auf, auf der gegenüber liegenden Seite findet sich die - ebenfalls vergoldete - XLR Anschlussbuchse sowie die Seriennummer. Im Falle unserer Testexemplare handelt es sich um die Nummern 17A und 17B, sie sind also aufeinander abgestimmt und gehören zusammen. An der Verarbeitung der Testmodelle gibt es nichts auszusetzen.

Auch die technischen Werte sind sehr ordentlich

Bei den sE8 handelt es sich um Echtkondensatormikrofone, ihre Kapseln sind also extern und nicht - wie viele andere Kapseln in günstigeren Schallwandlern - permanent polarisiert (Back Electret). SE weist in seiner Produktbeschreibung außerdem auf einen hohen Anteil an Handarbeit an den Kapseln sowie das durchdachte elektrische Design hin, welches eine besonders hohe Dynamik, Rauscharmut und Detailtreue zur Folge haben soll. Der Blick auf 's Datenblatt offenbart tatsächlich sehr gute Werte. 20 - 20000 Hertz nutzbarer Übertragungsbereich sind guter Standard bei Kleinmembranmikrofonen dieses Typs und auch der ebene Frequenzgang mit einem leichten "Hügel" bei etwa 7000 Hertz ist ein gewohntes Bild. 139 dB Grenzschalldruck bei ausgeschaltetem und 159 dB bei aktiviertem 20 dB Pad sind allerdings schon eine Ansage, die ordentliche Dynamik verspricht. Ein Rauschabstand von 81 dB (A) darf in der Preisklasse ebenfalls als wirklich vorbildlich gelten, dasselbe trifft auf die Empfindlichkeit von 25 mV/Pa zu. In der Praxis heisst das, dass man mit dem sE8 leise Signale mit geringem Rauschen und sehr laute mit geringen Verzerrungen auf's Band bringen kann. Die schönsten Messwerte bedeuten allerdings nichts, wenn das Mikrofon dann im Einsatz nicht gut klingt. Also auf zum Praxisteil!

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