Hersteller_Schlagwerk Percussion Cajon_Pro
Test
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13.01.2015

Schlagwerk Agile Cajons Test

Cajon-Serie

Für jeden was dabei

Heute befassen wir uns mit vier Cajons aus Schlagwerks neuer „Agile“ Serie. Die beiden Basismodelle „CP 550 base“ und „CP 555 dual“ und die „pro“-Modelle CP 560 und CP 562 stellen eine große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten dar und bieten für nur leicht unterschiedliche Budgets eine menge Holz. Die Besonderheit der Agile-Serie ist das neue „Agile String-System“ in zweifacher Ausführung, welches laut Hersteller eine besonders sensible Ansprache bietet und dem Instrument eine größere Lebendigkeit verleiht. Im bonedo-Test erfahrt ihr, ob es richtig raschelt.

Vor zehn Jahren, noch vor dem großen Cajon Boom, war ich auf Tour in Spanien. Ich hatte einen freien Tag und bin durch die Musikläden in Madrid spaziert, um mir ein spanisches Flamenco Cajon zu kaufen. Überrascht stellte ich fest, dass die große Mehrheit der Cajons aus Deutschland kam - überall standen Schlagwerk-Cajons in den Regalen. Schlagwerks 2inONE Serie setzte damals durch ihre durchgehend recht hohe Qualität und die fast weltweite Verfügbarkeit die inoffizielle Messlatte in der Welt der Cajons. Einige Jahre später kommt mit der „Agile“-Serie jetzt eine Weiterentwicklung des Designs auf den Markt.

Details

Mit Ausnahme der Optik der Schlagflächen sehen die vier Test-Cajons anderen bekannten Schlagwerk-Klassikern ziemlich ähnlich. Es ist der bekannte 30 mal 30 mal 50 Zentimeter große Birkenkorpus mit gerundeten Ecken und angerauter Sitzfläche, der in der „Agile“ Serie erneut zum Einsatz kommt. Bis hin zu den Filzfüßen gleicht der Korpus den bekannten 2-in-ONE Modellen. Weshalb ändern, was gut funktioniert und sich über lange Zeit bewährt hat? Werfen wir einen genaueren Blick auf die unterschiedlichen Modelle:

Das „base“-Modell

Das „CP 550 Cajon Agile base“ ist das Einsteigermodell der Serie. Seine Schlagfläche besteht aus Gabun Holz und als Designelement trägt es einen schwarzen Bogen auf der ansonsten naturbelassenen Oberfläche. Anders als bei den Profimodellen ist die Schlagfläche vollverleimt. Dies führt im Allgemeinen zu dezenteren Slaps und einem tonaleren Bass als bei teilverleimten Schlagflächen. Im Inneren verrichtet die einfache Variante des Agile String Systems ihren Dienst. Diese besteht aus einer Reihe Schnarrseiten, die auf zwei Holzblöcken befestigt sind. Die Holzblöcke werden auf der Innenseite neben der Schlagfläche festgeklemmt. Eine Klett-Klemme bietet die Möglichkeit, den Klang der Snare zu kontrollieren - von sehr dezent bis recht dominant. 

Das Agile „dual“ - zwei Cajons in einem

Das „CP 555 Cajon Agile dual“ Modell hat gleich zwei Schlagflächen aus Gabun Holz. Diese sind vis-á-vis angeordnet und rötlich gefärbt. Mit dem gleichen Snare-System wie das „base“ Modell ausgestattet, kann der Spieler zwischen der tiefer gestimmten Schlagfläche mit Snareteppich und der höher gestimmten ohne Snareteppich wählen. Beide Schlagflächen sind vollverleimt. Die tiefer gestimmte Saite soll für druckvolle Klänge sorgen, während die zweite, etwas höher gestimmte, für einen eher perkussiven Klangcharakter zuständig ist. Im Praxisteil könnt ihr beide Varianten anhören. Das Schallloch befindet sich bei dem „dual“-Modell an der Seite des Instruments.

Die „pro“-Modelle für den gehobenen Anspruch 

Die beiden „pro“-Modelle CP 560 und CP 562 in den Ausführungen Zebra und Cappuccino kommen im Gegensatz zu den Varianten „base“ und „dual“ mit nur teilweise verleimten Schlagflächen daher. Die oberen Hälften der Flächen sind jeweils verschraubt. Für jene Cajon-Spieler, die einen schlagzeugähnlichen Sound suchen, ist diese Variante der Schlagfläche durchaus  von Vorteil. Einerseits führt das Lockern der Schrauben dazu, dass das Holz bei Schlägen leicht gegen den Holzrahmen klappert und als hemdsärmeliger Snaresound durchgeht, des Weiteren lässt sich so auch der Ton des Instruments durch vorsichtiges Spannen und entspannen der Schlagfläche verändern. Im Inneren der Cajons befindet sich die eigentliche Innovation der „pro“-Ausführung: die Agile String Technik, die in einfacherer Ausführung sowohl beim „dual“- als auch beim „base“-Modell zum Einsatz kommt. Die Metallsaiten sind auf einen Holzblock und eine Reihe von Filzplatten gespannt. Durch ein System von Schrauben können sie kontrolliert gegen die Innenseite der Schlagfläche gedrückt werden. Außerdem lässt sich die Eigenspannung der Saiten durch eine dafür zuständige Schraube verändern. Wieviel Flexibilität und Klangmöglichkeiten das mit sich bringt, erfahrt ihr im Praxis-Teil.

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