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Test
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09.06.2010

Roland Lucina AX-09 Test

Umhängekeyboard

Tastendrücker in Bewegung

Keyboarder gelten gemeinhin als zurückhaltende Typen, meist als technisch versierte, fleißige Bandarbeiter ohne auffällige Profilneurosen, als die Intellektuellen in der Band, die gerne die Fäden im Hintergrund ziehen. Neben den singenden, Saiten anschlagenden oder trommelnden Bandmitgliedern wirkt er auf der Bühne aber oft wie die viel zitierte graue Maus. Soweit das Klischee. Das stimmt vielleicht im Einzelfall, im Allgemeinen aber ist das natürlich Unsinn, denn auch unter den Tastenmännern und -frauen gibt es viele extrovertierte Rampensäue - spätestens seit den 90er Jahren und dem Aufkommen verschiedener elektronischer Musikrichtungen. Man denke beispielsweise an Frauenschwarm Ben Goldwasser von MGMT oder Eddie Stevens, den symphatisch-durchgeknallten Keyboarder von Moloko, Zero7 und Freakpower, der barfuß und mit Hut auf seinen Keyboard-Burgen tanzend auch showtechnisch immer ein Erlebnis ist.

Eines ist den meisten Keyboardern gemein: Sie haben auf der Bühne einen sehr eingeschränkten Aktionsradius, da sie an ihre (meist) schweren und unbeweglichen Instrumente gefesselt sind. Ein spezielles Instrument aus der Tastenfamilie, nämlich das Umhängekeyboard, die sogenannte Keytar, kann da Abhilfe schaffen. Diese Wortschöpfung aus Keyboard und Guitar ist eine typische Kreation der schrillen Achtziger. Roland und viele andere wie Moog, Korg, Casio oder Yamaha entwickelten in dieser Zeit solche Instrumente. Nachdem die musikalische Ära der 80er Jahre ja lange nur mit spitzen Fingern angefasst wurde, erlebt die Keytar heute wieder eine kleine Renaissance. Es sind im übrigen nicht nur reine Keyboarder, sondern auch Tasten spielende Sänger/-innen oder Bassisten, die in dem einen oder anderen Song eine Synth-Bassline spielen und deshalb wieder öfter auf die Umhängekeyboards zurückgreifen. Darunter bekannte Namen wie Snoop Dog, Black Eyed Peas, Alicia Keys, Justin Timberlake, Herbie Hancock, Wir Sind Helden und Sportfreunde Stiller. Und natürlich auch der Synthi-Altmeister Jean-Michel Jarre.

Roland Lucina AX-09 (sprich: lu-ßie-na) richtet sich als Einsteigermodell an alle Keyboarder, die sich gerne bewegen und keine Pro-Features wie große Userspeicher oder Zugang zu einer kompletten Klangerzeugung brauchen. Lucina präsentiert sich in seinem Benutzerprofil als idiotensicher und vielseitig: anschalten, umschnallen, loslegen. Es kann sowohl mobil als auch liegend benutzt werden.

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