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18.02.2016

Reloop Mixtour Test

Zweikanal-DJ-Controller

Das Schweizer Controller-Taschenmesser?

Zweikanal DJ-Controller sind ja nun wirklich keine Seltenheit, doch der neue Mixtour von Reloop will nicht nur Steuerbefehlsgeber, sondern auch Soundkarte für alle derzeit am Markt relevanten Betriebssysteme und Endgeräte sein, sprich: MacOS, Windows, iOS und Android. Trotz seines handlichen Barrenformats ist er mit allen notwendigen Bedienelementen bestückt, um einen amtlichen Mix mit EQ-, Filter- und Effekteinsatz abzufeuern. Finden wir heraus, wie sich das kompakte Multitalent im bonedo.de Praxistest bewährt.

Details

Der Reloop Mixtour ist ein zweikanaliger DJ-Controller mit integrierter Vierkanal-Soundkarte. Neben einem Standard-USB-Anschluss verfügt er über einen Apple Lightning-kompatiblen Stecker, sodass er sich mit Windows-, Android-, MacOS- und iOS-Geräten versteht. Entsprechend kommt eine Vielzahl von Laptops, Tablets und Handys unterschiedlichster Hersteller als mögliche Anspielstationen in Betracht, wobei natürlich Geräte mit Touch-Funktionalität die erste Wahl sind, denn der Mixtour ist als Mischer ausgelegt und bietet keine Bedienelemente zur Tempoanpassung (vom Sync-Taster mal abgesehen). Gut also, wenn man die Mediensteuerung über die Touch-Oberfläche des Abspielgeräts erledigen kann.

Auspacken

Dem Karton entnehme ich den Mischer selbst, ein externes Netzteil, eine mehrsprachige Kurzbedienungsanleitung, einen Apple-Lightning-Connector (für iOS-Geräte), ein Standard-USB-Kabel (für MacOS- und Windows-Geräte) und einen USB-auf-Micro-USB-Adapter (für Android-Geräte, vornehmlich Mobiltelefone).

Anschlüsse

Hinten findet sich der Einschaltknopf nebst Buchse für das externe Netzteil. Liefert der angeschlossene Rechner ausreichend Spannung auf dem USB-Port, kann der Mixtour auch allein hierüber gespeist werden. Es folgen der Master-Ausgang in Form zweier Cinch-Buchsen, die USB-Buchse und der iOS-Connection-Port, der mittels des beiliegenden Steckers auf den Lightning-Stecker adaptiert wird. Auf der Stirnseite sind eine Miniklinken-Buchse zum Anschließen des Kopfhörers sowie ein Schalter zum Umschalten der beiden LED-Ketten zwischen PFL und Master-Signal angebracht.

Erster Eindruck

Die optische Erstinspektion liefert ein einwandfreies Bild: Der Mixtour ist sachlich und klar designt, ohne irgendwelches albernes Bling-Bling und die mattierte Frontplatte wirkt im Vergleich zu vielen Geräten in diesem Preisbereich, die mit effekthascherischer und dabei schlecht ablesbarer Hochglanzlackierung auftrumpfen wollen, geradezu seriös. Seitlich ist er nach unten leicht angewinkelt, was ihm eine fast schon elegante Silhouette verleiht. An der Unterseite sorgen vier bullige Gummipads für einen sicheren Stand. Die Bohrung in der Mitte des Controllers zum Aufsetzen auf den Pin eines Plattenspielers dürften allerdings nur wenige, mutige Controller-DJs nutzen wollen – lustig ist es irgendwie trotzdem.

Der Griff zu den Bedienelementen bestätigt den guten Eindruck: Die Potis drehen sich einwandfrei auf ihrer Achse, EQ- und Filter sind leicht mittengerastert. Alle Taster verfügen über einen eindeutig fühlbaren Schaltpunkt und sind hintergrundbeleuchtet. Die Fader lassen sich leicht und ohne Widerstandssprünge über ihren Regelweg bewegen. Allein die Rasterung des Encoders zur Trackauswahl hätte ein bisschen strammer justiert sein dürfen. Dass man es hier nicht mit einem Gerät der 2000,- Euro Klasse zu tun hat, fühlt man insgesamt natürlich schon. Für die Preisklasse, in der der Mixtour spielt, macht er jedenfalls (fast) alles richtig.

Aufbau

Der logische Aufbau des Mixtour ist schnell erklärt: Er startet im oben mit Kanal- und Master-Gain-Potis, denen sich nach unten hin pro Deckseite ein Dreiband-EQ und ein FX/Filter-Poti anschließen. Dazwischen sitzen pro Deck vier Taster mit den Primärfunktionen Loop, Sync, Cue und Play. Mit einem darüber liegenden Taster (T/C) aktiviere ich eine zweite Befehlsebene, wo die vier Taster weitere Funktionen übernehmen können (Standard in „Djay Pro“ sind Cue 1-4).Via Shift sind zudem noch die Befehle „Half/Double Loop, Set Grid“ und „Go To Beginning“ abrufbar.

Zwischen den Filter/FX-Potis sitzen zwei kleine Potentiometer. Das linke regelt die Kopfhörerlautstärke, das rechte das Verhältnis zwischen Vorhör- und Mastersignal. Darunter ist ein gerasterter Push-Encoder positioniert, der zur Navigation im Browser dient. Links und rechts davon sitzen Load-Taster, die den gewählten Track in das betreffende Deck befördern und als Zweitfunktion zum Einklopfen des Deck-Tempos dienen. Zwei Vorhör- und ein Back-Taster zur Dateinavigation schließen die Sektion nach unten ab. Es folgen zwei 45 Millimeter lange Linefader, zwischen denen sich zwei LED-Ketten mit fünf Segmenten befinden. Den Abschluss nach unten bildet der leichtgängige 45-Millimeter-Crossfader.

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