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Test
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11.04.2014

Reloop Beatpad Test

DJ Controller für iOS, Mac und PC

MacOS oder iOS, das ist hier die Frage!

Reloop Beatpad DJ-MIDI-Controller für iOS, Mac und PC im bonedo.de-Test: Das Beatpad ist ein zweikanaliger DJ-MIDI-Controller mit USB- und 8-Pol-Buchse, dessen primäre Zielgruppe in den Lagern der Mac-User und iOS-Anwender zu suchen ist. Der Controller besitzt eine integrierte USB-Soundkarte mit zwei Kopfhörerausgängen, Mikrofon- und Aux-Eingang sowie zwei Master-Ausgänge, von denen einer im professionellen XLR-Format ausgeführt ist. Er sendet MIDI-Steuerbefehle an Apple-Hardware und Windows-PCs via USB oder per 30-Pin/Lightning-Adapter an iPhone, iPod und iPad, bietet große Low Profile-Jogwheels und zahlreiche Bedienelemente zur Steuerung der Mixsession und der kreativen Sonderfunktionen der Zielsoftware. Am Mac oder iPad soll die Inbetriebnahme reibungslos per Plug'n'Play von statten gehen und am Tablet stellt das Gerät Multichannel-Audio mit Stereo-Playout und Vorhöroption in Aussicht.  

Dabei setzt Reloop im Gegensatz zu manchem Mitbewerber nicht auf ein ultrakompaktes Pocket-Format im Plastikgewand, sondern auf eine gängigen MIDI-Controllern in Größe, Materialqualität und Gewicht nacheifernde Full Size-Kommandobrücke im robusten Metallgehäuse mit „ausgewachsenen“ Bedienelementen. Als Betriebssoftware steuern Algoriddim ihr Djay LE bei. Die Vollversion sowie das iOS-Pendant wären optional kostenpflichtig zu erstehen. Mit welchen Eigenschaften das mit 449 Euro (UVP) bepreiste DJ-Tool seinen Konkurrenten vom Schlage eines Vestax Spin 2 oder Traktor Kontrol S2 Mk2 Paroli bieten will und kann, erfahrt ihr in diesem Testbericht.

Details

Was den Lieferumfang angeht, so schält sich aus der Box neben dem Beatpad selbst eine bebildertes Handbuch, ein Netzteil mit auswechselbaren Steckern und ein dreiteiliger Kabelsatz (USB, 30-Pin, Lightning). Auch eine CD ist dabei, die ASIO-Treiber für Windows-Computer sowie ein Quickstart Manual und das Handbuch enthält. Dass die Software Djay LE von der Algoriddim Website zu beziehen ist, steht auf der Rückseite des Pappschubers. Nachdem ich die Reloopsche Kommandozentrale aus dem Karton befreit habe, staune ich zunächst einmal nicht schlecht. Das Teil fühlt sich im Vergleich zu mancher Plastikschubse wirklich rock-solid an. Das kalte, gut verarbeitete und mit Plastikteilen gegen Stoßschäden gesicherte Metallgehäuse vermittelt wahrlich einen robusten Eindruck und auch den großzügigen Platz auf der Bedienoberfläche dürfte man – mit Ausnahme der etwas engen EQ/Master-Sektion – wohl als „gediegen“ bezeichnen. Die weitere visuelle Inspektion zeigt:  

- Reloop setzt auf ein anthrazitfarbenes, weitgehend dunkles Layout mit leichter Hammerschlag-Optik bei der Faceplate – schick!  

- Das Layout ist überwiegend, aber nicht vollständig spiegelsymmetrisch aufgebaut.  

- Es gibt einige Zweitfunktionen, die über dedizierte Shift-Tasten von jedem Deck aus aufgerufen werden können.  

- Die Hauptfunktionen (bis auf die blaue Beschriftung des Filters) und die schlecht zu entziffernden Sekundärfunktionen der hintergrundbeleuchteten Tasten (grau auf grau) sind gut ablesbar.  

- Die Drehregler sitzen auf entlasteten Metallachsen und die ungewöhnlich leichtgängigen Encoder, von denen gerade die zentrale dicke Alu-Variante ein waschechter Handschmeichler ist, verfügen über eine integrierte Button-Funktion. Sie sind konstruktionsbedingt etwas wackeliger als ihre verschraubten Kommilitonen.  

- Die 45er-Linefader, der ebenso lange Crossfader, der keine hardwareseitige Curve-Control mitbringt und der 100-Millimeter-Pitch zeigen ein praxisgerechtes Gleitverhalten.  

- Peak-LEDs für das Mikro oder den AUX-Kanal gibt es nicht. Auch ein Mastermeter suche ich vergeblich, nur in der Software findet man eine Stereoanzeige für die Programmsumme. Stattdessen sehe ich für jeden Kanal Monometer, die aus acht LEDs bestehen. Sie sind links und rechts neben der iPad-Halterung untergekommen und „warten hier auf Pegel“. Sie zeigen, soviel sei vorab gesagt, das Deck-Signal Pre-Fader/Post-EQ an, so wie es sein soll.

Beatpad Front- und Backpanel

Am Frontpanel residieren links ein 6,3-Millimeter-Mikrofonanschluss nebst Gain-Regler, jedoch ohne Einschalttaste, EQ oder Talkover-Absenkung. Auf der gegenüberliegenden Seite warten zwei Klinkenbuchsen (Mini/Standard) auf den Anschluss der Kopfhörer, deren Lautstärke im Mixerzentrum reguliert wird. Wende ich mich dem Backpanel zu, fällt der Blick als Erstes auf die verriegelnden Master-XLR-Buchsen zur Verbindung der Workstation mit Beschallungsanlagen und einen vergoldeten Stereo-Cinch-Master für den Monitor oder die heimische Stereoanlage. Rechts fällt der Blick auf eine 8-Pol-Buchse für iOS-Adapterkabel, die obligatorische USB-Buchse Typ-B, eine Zugentlastung und einen Netzteil- und Power-Switch. An eine Ausfräsung für ein Kensington-Schloss haben die Produktentwickler ebenfalls gedacht. Jetzt noch einen Überrollbügel für die iPad-Halterung, damit einem keiner das wertvolle Tablet beim Ausflug aufs stille Örtchen mopsen kann und es gäbe von mir das Prädikat „100 Prozent diebstahlsicher“. Aber Spaß beiseite. Das Ganze wirkt bis hierher auch ohne Mausefalle konzeptionell sehr ausgereift, was auch die LED-Dimmung und der „Shift-Lock“-Taster an der Rückseite untermauern. Dieser stellt das Verhalten des „Shift“-Buttons, anders als der Name es eventuell vermuten lässt, von „Gate“ auf „Toggle“ um.  

Die Bedienoberfläche orientiert sich am gängigen Layout mit einem zentralen Zweikanal-Mixer mit Dreiband-EQ nebst Gain und Vorhörtasten, in deren Mitte die Master/Cue/Aux-Sektion und ein Record-Taster zum Aufzeichnen der Performance Platz gefunden haben. Es folgt der Browse-Encoder für die Musikbibliothek mit den dazugehörigen Ladetasten und der nachgelagerte Fader-Bereich. Beide Deck-Sektionen sind identisch bestückt und fußen in einem Quartett statusbeleuchteter Tasten für „Sync“, „Set“ (Cue), „Jump“ (Cue) und „Play/Pause“, die als Zweitfunktionen „Keylock“, „Brake“ und „Censor“ aufrufen sowie an den jeweiligen Titelanfang zurückspringen. Was will man mehr?  

Darüber springen mir die mächtigen, flachen berührungsempfindlichen, wahlweise spulenden oder Scratch-aktiven 15-Zentimeter-Jogwheels ins Auge. Im Scratch-Mode unterscheiden sie Seitenkontakt zum Temposchubsen und Oberflächenkontakt zum Scratchen, wohingegen bei „Search“ unabhängig vom Berührungspunkt gespult wird. Der „Search“-Modus ist allerdings recht grob eingestellt, so dass ich hier im Praxistest für „punktgenaue Landungen“ meist kurz zu „Scratch“ gewechselt habe. Die Seiten der Teller sind mit Fingermulden besetzt und in der Mitte prangt das Reloop-Logo. Ich finde die Vinyl-Rillenoptik ist nicht nur ein Augenschmeichler, sondern hat auch einen praktischen Nutzen namens „Grip“. Ein weiterer Hingucker sind die vielen unterschiedlichen Beleuchtungsmodi in Abhängigkeit von den aufgerufenen Funktionen und Effekten, wie nachstehend abgelichtet. Über den Rädern untergebracht sind 16 Bedienelemente, die sich der Steuerung von Effekten, Filter, Loops, des Samplers und der Hotcues verschrieben haben. Nun aber genug der trockenen Erkundungstour! Es wird Zeit, der Kommandobrücke hinsichtlich Sound und Workflow auf den Zahn zu fühlen!

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