Percussion Cajon_Addon
Test
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08.05.2017

Praxis

Um die Besen zu testen, habe ich verschiedene Settings ausgewählt: Drumset, Cajon, sowie eine Kombination aus Conga/ Djembe. Für den idiophonen „Stalk“ habe ich zusätzlich noch eine einfache Holzkiste neben eine Djembe gestellt.

Bei so vielen Besen weiß ich zunächst gar nicht, wo ich anfangen soll, doch da ich von Haus aus Drummer bin, schnappe ich mir instinktiv zuerst das dünnere Paar der Crisp-Besen. Der dennoch ungewohnt dicke Griff fühlt sich anfangs zwar noch etwas komisch an, doch das Gefühl vergeht nach einer Weile. Belohnt wird man mit einem tatsächlich recht „crispen“ und doch filigranen Sound, der sich durch Verschieben des Gummiringes noch deutlich verändern lässt. Schiebt man den Ring ganz zurück, tritt das Rascheln des Strohs deutlich in den Vordergrund. Je weiter man ihn nach vorne schiebt, desto mehr verschwindet das Rascheln und der Sound wird fetter.

Raw Percussion empfiehlt ihn als Universal-Besen und Rod-Alternative für Drumset, Rahmentrommel und Cajón. Im Test konnte er vor allem am Set und am Cajón überzeugen. Auf Conga und Djembe funktioniert er ebenso, lässt aber ein wenig Bässe vermissen. Die unterschiedliche Dicke der beiden Testpaare fällt klanglich nicht so sehr ins Gewicht wie das Handling, weshalb mir aus Drummersicht das dünnere Modell etwas mehr zusagt.

Als nächstes knöpfe ich mir die drei Fächerbesen Crispy Fan, Straw und Crispy Straw vor, die ebenfalls als universell einsetzbar empfohlen werden. Klanglich erinnert der Crispy Fan stark an den Crisp, wobei sich durch die Fächerform ein anderes Spielgefühl und gleichzeitig eine höhere Anforderung an die Größe der zu bespielenden Trommeln ergibt. Mithilfe des nachgelieferten Gummiringes lässt sich der Fächer jedoch auch verkleinern, wodurch der Sound etwas fetter und kompakter wird.

Ein wahrer Leisetreter ist der Straw, bei dem das Rascheln des Strohs kaum wahrnehmbar ist. Für laute Situationen ist er definitiv nicht gemacht, und er spricht klanglich vor allem das Low-End an. In Settings, in denen Drums oder Percussion eher im Hintergrund agieren sollen oder an einer Djembe spielt er seine Stärken jedoch voll aus.

Mit dem Crispy Straw hält man eine Mischung aus Straw und Crispy Fan in der Hand. Seine weiche Strohseite klingt gewischt wie der Straw, doch bei Schlägen raschelt die Crisp-Seite mit. Kaum einen klanglichen Unterschied zum Crispy Fan bietet dagegen die härtere Seite, weshalb ich den Crispy Straw am ehesten als Crispy Fan mit zusätzlicher Straw-Option bezeichnen würde. 

David Kuckhermanns Signature Besen ist mit dem Straw vergleichbar, durch seine Masse aber weniger agil und verlangt nach viel Spielfläche. Aber er wurde ja auch für Djembes konzipiert, denen er wirklich satte Bässe entlockt und trotz des weichen Strohs auch durchsetzungsfähige Rimshots. An Drumset oder Cajón ist er eher unhandlich, stellt als Spezialist für Djembe jedoch alle anderen Modelle im Test an selbiger deutlich in den Schatten.

Die roten Palmyrafasern, aus denen Red Rod und Red Fan gebunden werden, sind deutlich härter und dicker, wodurch ihr Sound entsprechend aggressiver, mit leicht vermindertem Bassanteil, wird. Sie werden vor allem für Cajónes empfohlen, auf denen das Verhältnis von Bass- und Snaresound sehr ausgewogen ist. Auch am Set sind sie gut einsetzbar, für Conga und Djembe jedoch etwas zu hart. Der Ring am Red Rod macht seinen Sound, wie den des Crisp, variabel. Ganz aufgefächert produziert er viel Rascheln und kaum Bass, was sich, wenn man ihn mehr bündelt, ins Gegenteil verkehrt. Der Red Fan ist von Haus aus klanglich sehr schön ausbalanciert.

Als letztes teste ich das dicke Paar Stalks, die, wie zuvor schon geschrieben, als eigenständiges Instrument auf nahezu jeder Oberfläche (Fußboden, Oberschenkel, Tischkante, etc.) eingesetzt werden können und ein kräftiges Eigenrascheln produzieren, welches sich anhand des Gummiringes dosieren lässt. Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, sie auch auf anderen Instrumenten auszuprobieren. Abgesehen davon, dass sie recht klobig in der Hand liegen und das Spielen durch ihre Masse nicht ganz von selbst geschieht, bieten sich mit ihnen auch auf Cajón oder Djembe interessante Einsatzmöglichkeiten.

Allen Modellen gemein ist, dass ihre Flachsgarn-Umwicklung mit Bienenwachs-Finish auch bei schwitzigen Händen sehr griffig ist. Was die Haltbarkeit betrifft, lässt sich nach der recht kurzen Testphase leider kein Urteil bilden. Beim Spielen verlieren die Besen - je nach Intensität - einige Fasern und nutzen sich im Laufe der Zeit natürlich immer stärker ab. Um diesen Prozess einzudämmen, empfiehlt Korbinian Kirchner, die Besen ab und zu zu wässern (unter dem Wasserhahn oder indem man sie eintaucht) und anschließend etwas trocknen zu lassen. Werden sie in Taschen oder ähnlichem gelagert, sollten sie jedoch ganz trocken sein, damit sie nicht schimmeln.

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