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Workshop
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24.03.2015

Raumakustik Workshop - No.2 Seiten-Absorber selber bauen

Berechnen, Bauanleitung, Aufstellung der Akustik-Module

Akustik-Absorber DIY

Ein Akustik-Absorber an der Seitenwand eines Regieraums verbessert die Akustik beim Aufnehmen und Mischen gehörig. Warum ein Seitenabsorber bei vielen Akustik-Problemen hilft und wie man preiswert ein solches Modul selbst bauen kann, erfahrt ihr in diesem DIY-Workshop. Ladet schon mal den Akkuschrauber!

THEORETISCHE GRUNDLAGEN

Wie funktioniert ein (Akustik-)Absorber?

Ein Absorber, ob nun als Seitenabsorber an der Wand angebracht oder woanders, ist ein Akustikmodul, in welchem Schall per Reibung in Wärme umgewandelt wird. Dadurch werden störende Schall-Reflexionen verhindert. Diese Rückwürfe überlagern sonst das Lautsprecher-Signal und verfärben es. Nachfolgend wird alles etwas ausführlicher.

Bei mittleren und hohen Frequenzen kann man Reflexionen verfolgen

In unserem ersten Teil zur Verbesserung der Raumakustik typischer "mittelgroßer" Räume haben wir versucht, den Nachhall der tiefen Frequenzen mit einer Bassfalle zu bedämpfen. Deren Ausbreitung lässt sich in "typischen" Raumdimensionen nicht mit den Gesetzen der Reflexion beschreiben, Beugungen und Druckaufbau sind hierbei viel entscheidender.

Im mittleren und hohen Frequenzbereich folgen unsere Druckwellen dem Reflexionsgesetz dagegen schon eher. An den nun mal unausweichlich vorhanden Raumwänden unseres Studios sorgen diese Reflexionen wiederum für Überlagerungen der Wellen, im schlimmsten Fall sogar für sogenannte "Flatterechos", bei dem Schallwellen zwischen parallelen Wänden hin und her geschickt werden. Klatscht einmal in einem leeren Raum in die Hände und ihr werdet ein mehr oder weniger starkes "Doooing" vernehmen.

 

Am Sweet Spot im Studio müssen die Reflexionen stimmen

Besonders kritisch sind dabei die ersten Reflexionspunkte einer Welle auf ihrem Weg vom Lautsprecher Richtung Ohr. Die Raumgeometrie erzeugt nunmehr ein Interferenzmuster, welches mehr oder minder günstig durch Auslöschungen bzw. Erhöhungen gekennzeichnet ist. Das Stereobild wird dadurch auf jeden Fall verfälscht. In professionell optimierten Studios versucht man parallele Reflexionsflächen zu vermeiden und baut deshalb Wände und Scheiben so ein, dass sie den Reflexions-Schall vom "Sweet-Spot" wegführen.

Zuhause könnt ihr nun nur leider wahrscheinlich eher weniger nach eurem Gusto Wände einreißen und versetzten, sodass eine andere Lösung her muss. Was also tun? Die Lösung ist relativ einfach: Wir brauchen Mitten/Höhen-Absorber an genau diesen ersten Reflexionspunkten!

 

 

Platzierung der Seiten-Absorber

Die obige Skizze erklärt eigentlich alles Wichtige: Einfallswinkel = Ausfallswinkel. Überall da, wo ihr von eurem Sweet-Spot aus die Lautsprecher über einen an der Wand befestigten Spiegel betrachten könntet, sollte ein Absorber platziert werden. Praktisch heißt das: Die Mitte der Module auf Sitz-Ohrhöhe (120 cm) und – je nach Budget – ein Paar an den Seitenwänden, ein Paar an der Decke, und jeweils ein Paar an der Rück- bzw. Vorderwand.

Für Vorder- und Rückwand kommen statt breitbandiger Schall-Absorber prinzipiell zwar auch Diffusoren in Frage, doch das würde an dieser Stelle zu weit führen. Vieleicht habt ihr aber auch noch andere Möbel in eurem Musikraum, die euch als "Reflexionsumleitung" dienen können und zur Rück- oder Frontwand verschoben werden können. Symmetrie ist dabei das Zauberwort.

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