Hersteller_Rane
Test
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24.11.2011

PRAXIS

Hat man es vollbracht den MP26 über seine - dem Einsatzzweck geschuldeten, etwas schwer zugänglichen Anschlusssektion zu verkabeln, macht die Arbeit mit dem Mischpult einfach nur Spaß. Das gesamte Bedienkonzept ist logisch und wirkt an jedem Punkt praxisgerecht. Das beginnt bei der großzügigen Dimensionierung aller Bedienelemente, gefolgt von der flexiblen Eingangsmatrix und den nicht minder flexiblen Routing-Möglichkeiten – sowohl über die FlexFx-Schleife als auch den Booth- und Zone-Out, bis hin zur leuchtstarken Hintergrundbeleuchtung aller Taster. Im Auslieferungszustand befinden sich die Taster im Dim-Modus. Das heißt, inaktive Typen glimmen etwas weniger hell als aktive. Wem hier die Unterscheidung zwischen hell und etwas hell schwerfällt, der kann über die Konfigurations-Software auch einstellen, dass Taster, die nichts zu tun haben, vollständig dunkel bleiben.

Aber auch andere – manchmal nur kleine Details – tragen zum guten Gesamteindruck bei. Das reicht von der gut leserlichen Beschriftung in Firlefanz-freier, sachlicher Typographie, über die Vorhörmöglichkeit der Effektsektion bis hin zum Mono-Taster und Pan-Regler für die Summe, die sich zur schnellen Fehlersuche in PA-Systemen immer wieder als äußerst praktisch erweisen.

Über die Klangqualität gibt es nichts zu sagen außer, dass sie an jedem Punkt hervorragend ist. Verantwortlich dafür ist zunächst einmal die hohe Bitrate mit, der die Audiobearbeitung stattfindet: Die Eingänge wandeln durchweg mit 24-Bit/48 kHz. Für Klangberechnungen wird dann intern noch mal auf 32-Bit-Genauigkeit hochgeschaltet. Zweitwichtigster Faktor ist dann die Algorithmus-Magie und hier hat die Rane-Mannschaft hörbar gezaubert. Besonders die sehr musikalisch agierende EQ- und Filtersektion hat mich mächtig beeindruckt: Egal, an welcher Stellschraube man dreht – es klingt am Ende fast immer so, als ob Stücke die man mit dem MP26 klangchirurgischen Eingriff unterzieht, so produziert wären, wie sie nach der Behandlung klingen.

Bis auf den - für meinen Geschmack verzichtbaren – Robot-FX, trifft das auch auf die Effektsektion zu. Zwar werden hier nur sechs Klassiker serviert, die klingen dafür aber allesamt rund und satt und verfügen entsprechend über einen hohen Gebrauchswert. Der wird zusätzlich durch die einfache, praxisgerechte Bedienung und das gut ablesbare Display gesteigert. Wenn man dann noch die umfassenden Fähigkeiten als Audiointerface und MIDI-Controller berücksichtigt, bleiben beim MP26 eigentlich keine Wünsche mehr offen.

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