Gitarre Hersteller_PRS
Test
1
29.10.2020

PRS SE Mark Holcomb SVN WN Test

7-Saiter E-Gitarre

Flexibler Siebensaiter

Mit der PRS SE Mark Holcomb SVN schneidert der Edelgitarrenbauer Paul Reed Smith, kurz PRS, dem Periphery-Gitarristen ein siebensaitiges Signature-Modell auf den Leib, das hinsichtlich Optik und Features alles hat, was einen wahren Leckerbissen ausmacht. Darüber hinaus ist die Gitarre in diversen Lackierungen auch als Sechssaiter verfügbar.
Wer nun glaubt, dass der Name PRS und der Begriff "Signature" für einen hohen Verkaufspreis stehen muss, der irrt, denn dieses Custom-Modell stammt aus der preiswerteren SE-Reihe, die in Indonesien gefertigt wird und so auch dem Kunden mit kleinerem Geldbeutel den Zugang zur Gitarrenwelt seines Stars ermöglicht. Ich habe das Instrument nun als siebensaitige Version mit Walnussdecke vorliegen und möchte mir einen Eindruck davon verschaffen, ob die Gitarre des Periphery-Meisters auch würdig ist.

Details

Korpus

Das Mark Holcomb-Modell erscheint als asymmetrische Double-Cut im typischen Paul-Reed-Smith-Format, das geschickt die besten Eigenschaften von Les Paul und Stratocaster kombiniert. Der dreiteilige Korpus besteht aus Mahagoni mit einer aufgeleimten Ahorndecke, die mit einem Walnussfurnier verkleidet ist. Dieses ist transparent seidenmatt lackiert, sodass die attraktive Deckenmaserung sehr gut zum Vorschein kommt. In puncto Gewicht überrascht die Siebensaiter mit angenehmen 3,1 kg.

Die Gitarre ist mit schwarz verchromter Hardware ausgestattet und beinhaltet eine fixierte String-Thru-Bridge, über die ein .010 - .064er Satz aus dem Hause D’Addario in Richtung Kopfplatte startet. Die Rückseite offenbart eine deutlich hellere Mahagonimaserung, sieben Hülsen für den Saitendurchlass, sowie ein schwarzes Kunststofffach, in dem sich die Elektrik verbirgt. Die Gurtpins sind am gewohnten Platz an der Zarge angebracht und wie die Eingangsbuchse in der unteren Zarge schwarz verchromt.

Hals

Die Gitarre präsentiert sich mit einem eingeleimten Ahornhals, dem ein Ebenholzgriffbrett aufgeleimt wurde, garniert mit einem weißen Binding und den für PRS typischen "Birds"-Einlagen. Die 24 Bünde sind poliert und halbwegs gut abgerichtet, auch wenn der eine oder andere minimal erhöht ist, was sich aber durchaus im Rahmen bewegt. Die Bundkanten sind gut verrundet, sodass ein angenehmes Greifgefühl entsteht. Die 673 mm lange Mensur ist ein klassisches Längenmaß für Siebensaiter, das die erforderliche Saitenspannung gewährleisten und für ein sauberes Tracking und Tuning der tiefen B-Saite sorgen soll.

Die Halsform wird von PRS als Wide Thin beschrieben, was sich für mich wie eine sehr angenehme, komfortable C-Form anfühlt, die zwar durchaus massiv, aber nicht zu dick in der Hand liegt. Der 20" Griffbrettradius trägt hier seinen Teil zu einem bequemen Spiel- und Bending-Gefühl bei. Auf Höhe des 22. Bundes befindet sich der Hals-Korpus-Übergang, aber auch der 24. Bund lässt sich durch den abgeschrägten Cutaway und den flachen Halsfuß noch sehr bequem erreichen.

Die Saiten werden über einen weißen Graphtech-Sattel zur Kopfplatte geführt, der bedauerlicherweise auf Höhe der hohen E-Saite etwas über den Griffbrettrand hinausragt und etwas schlampig eingearbeitet wurde.
Am Headstock sitzen sieben hauseigenen PRS-Mechaniken, die in einer 4+3 Anordnung beidseitig arretiert sind. Diese wirken sehr vertrauenserweckend und halten die Stimmung tadellos. Hinter dem Sattel befindet sich eine schwarze Plastikabdeckung mit dem Mark Holcomb-Schriftzug, unter der sich der Zugang zum Halsstab verbirgt.

Elektrik

Im Mark Holcomb-Modell kommen zwei Humbucker aus dem Hause Seymour Duncan zum Einsatz, die speziell für Mark entwickelt wurden und auf die schlichten Namen Alpha für die Halsposition und Omega für die Stegposition hören. Farblich passend zur Hardware sind auch die Tonabnehmer schwarz und sitzen in ebenfalls schwarzen Kunststoffrahmen. Bei den Pickups handelt es sich um passive Keramikvarianten, die mit satten 15,9 und 9,5 kOhm an Steg und Hals einen gehörigen Output liefern.

Die Regelmöglichkeiten in Form von zwei Potis und einem Dreiwegschalter liegen unterhalb des Stegs. Die Potis sind als Master-Volume- und Master-Tone-Regler konzipiert, wobei letzterer eine Push-Pull-Funktion aufweist, die beide Tonabnehmer splittet und somit insgesamt sechs Sounds ermöglicht. Leider erwies sich die Elektrik lange nicht so robust, wie es der erste Eindruck vermuten ließ. Schon ein beherzter Zug am Push-Pull-Poti führte dazu, dass ich den Potiknopf in der Hand hielt, und auch der Dreiwegschalter kommt nicht sonderlich vertrauenserweckend daher. Das kann man bei einem Einsteigermodell vielleicht verzeihen, aber bei einem Thekenpreis von deutlich über 1000 Euro habe ich andere Erwartungen.

Zum Lieferumfang gehören ein braunes Paul-Reed-Smith-Gigbag sowie zwei Inbusschlüssel für die Einstellung von Halsstab und Saitenlage.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare