Test
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05.04.2013

Prodipe TDC 5, 6 und 8 Test

Drei Aktive Koaxial Studio Monitore für das Nahfeld

Aus dem Punkt

Die französische Firma IPE Music und ihre Budget-Marke Prodipe baut schon seit geraumer Zeit günstiges Audioequipment, wie Studio-Lautsprecher, Mikrofone und Audiointerfaces. Mit der neuen TDC-Serie kopiert man ein wenig die kreative Aufstellungsvariante der Dynaudio DBM50, welche vor rund einem Jahr für Furore auf der Musikmesse 2012 sorgte und einem unter Umständen dabei hilft, sich Geld für ordentliche Stative zu sparen.

Doch das wäre wohl zu offensichtlich gewesen, deswegen muss man natürlich noch ein weiteres Alleinstellungsmerkmal mit aufnehmen. Und das heißt Koaxial-Prinzip, wobei Hoch- und Tieftöner aus einem gemeinsamen Punkt abstrahlen, was Intermodulationen vermeiden soll. Und da es drei verschiedene Größen innerhalb dieser neuen Serie gibt, haben wir gleich alle Modelle zur bonedo-Tiefeninspektion antreten lassen. Und auf geht es!

Details

Die Prodipe TDC 5, 6 und 8 sind aktive 2-Wege-Nahfeldmonitore der Budget-Preisklasse und werden entsprechend im Paar gehandelt. Mit dem 5,25-Zoll großen Tieftöner ist die TDC 5 der kleinste Monitor in der Prodipe TDC-Serie. Die TDC 6 hingegen ist mit einem 6,5-Zöller ausgestattet, und das 8er Modell hat entsprechend einen 8-Zoll Lautsprecher mit auf den Weg bekommen. 

Aktiv bedeutet dabei, dass die Frequenzweiche vor den eingebauten Endstufen sitzt und „aktive“ Bauelemente, wie z.B. auch Operationsverstärker, zur Trennung des Frequenzspektrums benutzt. Das hat vielerlei Vorteile, soll uns aber hier nur marginal interessieren. Gut zu wissen ist, dass man mit diesem Prinzip und verhältnismäßig geringem (finanziellen) Aufwand, ziemlich lineare Ergebnisse erzielen kann.

Demzufolge kommen auch hier zwei Endstufen („Bi-Amping“) je Box zum Einsatz, wobei für den 1-Zoll Silk-Dome Tweeter jeweils 20 bzw. 30 Watt (TDC 8) entfallen und für den Tieftonbereich entsprechend 40, 60 oder 80 Watt Leistung zur Verfügung stehen. Dass es sich hierbei um keine RMS-Angaben handeln kann, sollte klar sein und in diesem Preissegment nicht überraschen. Tiefstapeln ist sowieso nur was für die Profis, oder...?

Das Besondere an diesen Studio-Lautsprechern sind hingegen ganz andere Merkmale: Zunächst wurden die beiden Treiber koaxial verbaut, was bedeutet, dass sie auf einer gemeinsamen akustischen Achse wirken. In diesem Zusammenhang spricht man deshalb auch gern von Koaxial-Lautsprechern, wie man sie z.B. auch aufgrund des begrenzten Platzangebotes im Automobilbau findet. Im vorliegenden Fall wurde jedenfalls die Staubschutzkalotte des Alu-Membran-Tieftontreibers weggelassen, wobei an dessen Stelle der Hochtontreiber eingesetzt wurde. 

Dadurch kommt man dem physikalischen Ideal einer Punktschallquelle schon sehr nahe und erreicht eine weitestgehend homogene Abstrahlung innerhalb der tendenziell eher engen Bündelung. Eine Technik, wie man sie sonst eher nur bei hochpreisigen Midfield-Monitoren, wie z.B. der Genelec 8260 und der MEG RL-901 findet. Aber auch im unteren Preissegment gab es in letzter Zeit „koaxiale“ Überraschungen, wie z.B. die ebenfalls sehr kompakt gehaltene Equator D5 zeigt.

Weitere Faktenunterschiede bzgl. Gewicht, Übertragungverlauf, Leistung und den tatsächlichen Dimensionen entnehmt ihr bitte folgender Tabelle:

TDC 5 TDC 6 TDC 8
Gewicht: 6 kg 8 kg   10 kg

unterste Eckfrequenz laut Hersteller (ca. -6 dB) :       

60 Hz 50 Hz 40 Hz
Größe des Tieftöners: 5,25 Zoll       6,5 Zoll       8,0 Zoll       
Größe des Hochtöners: 1 Zoll 1 Zoll 1 Zoll

Leistung laut Hersteller (Tief/Hochtonbereich):

40 / 20 W    

60 / 20 W     80 / 30 W     
Höhe in mm: 275 307 350
Breite in mm: 180 210 250
Tiefe in mm: 210 250 280

Eine weitere Besonderheit stellt das Gehäuse dar bzw. dessen Form, die es sowohl ermöglicht, die Box ganz konventionell auf Stative aufstellen zu können, als sie auch „umgedreht“ und auf der abgeschrägten Seite stehend, platzieren zu können. Letzteres kennt man eventuell schon von der Dynaudio DBM50, die ein ähnliches Prinzip verfolgt und damit genauso ideal ausgerichtet ist, wenn man die Speaker unbedingt vor sich und mit auf den Schreibtisch stellen möchte. Bei gewöhnlichen Boxen würde dieser Aufstellungsfall nämlich nur euren Brustbereich in den „Sweet-Spot“ rücken.

Wegen der Koaxial-Bauweise ist man hier bzgl. der Ausrichtung deshalb auch zusätzlich flexibel, weil es eben kein „richtiges“ oben oder unten bzw. links oder rechts zu geben scheint, wenn man von dem offensichtlichen Bassport auf der Vorderseite einmal absieht, dessen Schlitz so je nach Aufstellungsvariante dann eben auch mal oben, unten, links oder sogar vielleicht auch mal rechts zu finden ist. Im Falle der abgeschrägten Aufstellungsvariante befindet sich der Port aber definitiv oben, was ich gut konzipiert finde. Nur am Rande der Hinweis, dass sowohl das Frontlogo auf dem Metall-Chassis, als auch die Rückseiten-Beschriftungen so ausgelegt wurden, dass sie von beiden Seiten aus gelesen werden können. 

Das übrige Gehäuse ist aus MDF gefertigt und gänzlich schwarz foliert. Obwohl man von „Made in China“ durchaus anderes erwarten könnte, ließen sich an keiner meiner sechs Stichproben Mängel in der Verarbeitung finden. Der gesamte Speaker erscheint somit sehr solide und hochwertig gefertigt. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dann allerdings doch noch zu vermelden: Eine „blaue“ Status-LED. Doch diese befindet sich glücklicherweise auf der weniger sichtbaren Rückseite, welcher wir uns spätestens jetzt intensiver widmen sollten. Das ist natürlich kein Contra-Punkt, sondern lediglich mein persönlicher Geschmack, der den inflationär auftauchenden blauen LEDs kein Wohlwollen zukommen lässt.


Rückseitig - durch die Abschrägung leicht versteckt - findet sich ein symmetrischer XLR-Eingang, eine universelle 6,35 mm Klinken-Buchse sowie ein unsymmetrischer Cinch-In mit -10dBV Bezugspegel. Hinzu kommt ein mit „Volume“ beschriftetes Trimpoti, welches von +6dB über 0 dB (Mitte) bis hin zu -30 dB gegensteuert. Ebenfalls mit an Board ist ein HF-Filter, was den Hochtonanteil wahlweise mit +1dB, 0 dB, -1dB oder -2dB entsprechend korrigiert. Zu guter Letzt sollte noch der Strom- bzw. IEC-Kaltgeräte-Anschluss nebst Sicherung und Spannungswahlschalter erwähnt werden.

Insgesamt ist die gesamte TDC-Range also recht pragmatisch ausgestattet, sogar von innen ist sie recht hübsch anzuschauen: Das rechte Board im folgenden Bild dient dabei der Vorverstärkung und dem Frequenz-Splitting und ist bei allen Modellen gleich - das linke Board hingegen dient der dualen Verstärkerabteilung und ist je nach gewählter Boxengröße auch durchaus großzügiger dimensioniert. Hier ist jedenfalls die TDC 5 zu sehen.

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