Test
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31.01.2018

Presonus StudioLive Series III 24R

Digitaler Rackmixer

Flexibler Südstaatler

Die StudioLive-III-Serie von PreSonus gibt es jetzt auch im Rackformat. Wir haben uns das mittlere Modell, den SL24R für 1399,- Euro kommen lassen und waren außerordentlich neugierig, wie flexibel sich das Pult in der Praxis einsetzen lassen. Immerhin möchte sich der Testkandidat als digitale Stagebox, autarker Rackmixer und Recording-Lösung zugleich empfehlen. Ob der Spagat gelingt, zeigt sich im Bondeo-Test.

Details

Kommen wir gleich zum Äußeren: Rückseitig notiere ich neben zwölf Mix-Outs (Klinke) und zwei Main-Outs (XLR) eine AVB-Schnittstelle, ein USB-Interface, eine RJ45-Netzwerkbuchse zur Fernsteuerung über Ethernet und eine Kaltgerätebuchse für das interne Netzteil. Vorne befinden sich ein regelbarer Kopfhörerausgang, eine beleuchtete Mute-All-Taste und ein SD-Karten-Recorder (Stereo) für den unkomplizierten Mitschnitt. Ebenfalls auf der Front verstaut: die 24 Eingänge, ausgeführt als Combo-Buchsen.

Die beiden anderen „Familienracker“ sind identisch ausgestattet, besitzen aber eine andere I/O-Konfiguration. Der SL 16R hat 16 Ins und acht Outs, der SL 32R 32 Ein- und 18 Ausgänge. Mit dieser Ausstattung eignen sich die Rackmixer zum Beispiel als Stagebox für die großen StudioLive-Series-III-Mixer. Dazu braucht man lediglich ein Netzwerkkabel, um beide per AVB miteinander zu verbinden. Ebenso lassen sich die Rackmixer als Monitormixer einsetzten.

Recording

Wer eine Probe oder einen Gig als Stereomitschnitt aufzeichnen möchte, greift auf den SD-Card-Recorders zurück; das USB-Interface gestattet die Aufnahme aller Eingänge auf einen Computer. Windows-User benötigen hierfür einen Treiber, unter macOS läuft das Interface class compliant. Alternativ kann für die Multitrack-Aufnahme auch der AVB-Port herhalten, solange der Mixer nicht per AVB als digitale Stagebox genutzt wird.

Alle Mac-Computer ab OSX 10.10 (Yosemite) und inklusive Thunderbolt-Schnittstelle sind in der Lage, direkt über die ihre Ethernet-Buchse einen AVB-Stream aufzunehmen. Eine sehr bequeme Art, Einzelspuren zu transferieren. Obwohl PreSonus angibt, dass AVB-Recording prinzipiell auch unter Windows funktioniert, sieht die Praxis düster aus. Für Windows-Laptops gibt es bis dato keine Möglichkeit, den AVB-Stream zu recorden. Windows-Desktop-Computer können mit einer NIC-1 PCIe Karte von Echo oder der Virtual AVB Sound Card von Hono im Kombination mit einer Intel-PCIe-Karte ausgestattet werden.

Die kostenlose Recording-Software PreSonus Capture funktioniert hingegen auf beiden Betriebssystemen. Sie ist besonders einfach zu bedienen und wurde für den Live-Betrieb optimiert. Man drückt lediglich auf Aufnahme, und Capture nimmt alle Eingangssignale auf. Der große Bruder Studio One kann Capture-Projekte problemlos importieren.

Ohnehin ist das StudioLive 24R ein ideales Frontend für Studio One. Denn diese DAW verfügt über den gleichen Fat Channel (Channel Strip) wie die UC-Surface-Oberfläche des 24R. Und beide Strips interagieren miteinander: Alle Einstellungen in den Fat Channels der Hardware werden in der DAW gespiegelt – und anders herum.

Außerdem kann der Anwender aus Studio One heraus die Mikrofonvorverstärker der Rackmixer steuern. Gain, Phantomspeisung und Polarität lassen sich bequem aus der Software bedienen. Ein echter Turboboost für den Workflow, da man während der Aufnahme Studio One nicht verlassen muss.

Nur die Aux-Sends kann man nicht fernsteuern. Somit muss man für die Kopfhörermixe im StudioLive 24R doch die UC-Surface-Software hinzuziehen. Alternativ erstellt man die Cue-Mixe in Studio One und routet diese in die Kanäle 25 - 32 des 24R. Dabei sollte man allerdings eine niedrige Buffersize verwenden (128 Samples oder weniger), damit die Latenzen in den Kopfhörermixen nicht stören.

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