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Test
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08.02.2017

Presonus Monitor Station V2 Test

Monitor-Controller

Viel Funktion für wenig Geld

Der amerikanische Hersteller Presonus ist nicht nur für seine innovative DAW Studio One bekannt, sondern hat auch einiges an sehr interessanter Peripherie am Start.

Angefangen bei den digitalen Mischpulten Studiolive 1602, 2442 und 3242Ai, über das Interface Studio 192 und den Digimax DP88 sowie das große Studiolive RM32AI, hin zu dem kompakten  Audiobox iTwo, dem „Alles-drin“-Channelstrip Presonus ADL700 und eben auch der äußerst flexiblen Monitor Station – Presonus hat von allem etwas im Angebot!

Die Monitor Station war äußerst lange erfolgreich und wurde nun einer Frischzellenkur unterzogen. Was es Neues gibt und was verbessert wurde – in diesem Testbericht klären wir es!

 

Details

Allgemeines

Die Presonus Monitor Station V2 ist ein umfangreich ausgestatteter Monitor-Controller und Nachfolger der erfolgreichen Monitor Station 1, die in unserem Testmarathon Monitor-Controller bereits gut abschnitt. Es handelt sich nach wie vor um einen aktiven Controller, der mit drei Eingängen, fünf Ausgängen und sogar vier Kopfhörerverstärkern punkten kann.

Fast alles beim Alten – die Maße: 

Das schwarze Gehäuse misst 229 x 216 x 64 mm (B x T x H) und wiegt 1,3 kg, ähnlich wie der Vorgänger. Die Oberseite ist aus Kunststoff, die Seitenteile und der Boden bilden indes ein solide Basis aus Metall. 

Die gut strukturierte Oberfläche bietet den 13 gelb leuchteten Gummi-Tastern, fünf Kunststoff-Druck-Schaltern sowie neun Potis und einer 2x8-LED-Main-Pegelanzeige reichlich Platz. Außerdem ist ein Elektret-Kondensatormikrofon zum Talkback eingebaut – einen Anschluss für ein externes Talkback-Mic, wie es bei dem Vorgänger noch der Fall war, gibt es nicht mehr. 

Zwei Busse für individuelles Engineer/Künstler-Monitoring

Intern gibt es zwei unabhängige Busse, Cue und Main genannt, die sich der drei Eingänge (beziehungsweise fünf Quellen) individuell bedienen können. Die ersten beiden Stereo-Eingänge sind mit ST1 und ST2 bezeichnet und werden von vier symmetrischen TRS-Buchsen repräsentiert.

Neuer AUX inklusive S/PDIF – aber ohne Phono-Amp

Hinzu kommt ein umschaltbarer AUX-Eingang. Es kann zwischen dem digitalen S/PDIF-Eingang (RCA) und zwei unsymmetrischen analogen Eingängen gewählt werden. Einen Phono-Preamp wie bei beim Vorläufer gibt es nicht mehr. Dafür stehen nun gleichzeitig eine 3,5mm-Klinkebuchse und ein Stereo-Cinch (RCA) zur Verfügung – es können also beide analoge Eingänge gleichzeitig belegt und genutzt werden, da sie summiert werden. Der S/PDIF-Eingang unterstützt Samplingraten von 44,1, 48, 88,2 und 96 kHz.

Analog und digital gleichzeitig abhören funktioniert zwar nicht, das ist in der Praxis ist das jedoch zu vernachlässigen. Der AUX verfügt außerdem über das gewohnte AUX Input Level, um so mit bis zu +20 dB Gain auch schwächere Pegel auf internes +4dB-Niveau hieven zu können. Bei vernünftiger Anpassung entstehen damit beim Umschalten zwischen ST1/ST2 und AUX keine Pegelverluste.

Summing und Toggle in Ein- und Ausgängen

Links oben befinden sich drei beleuchtete Cue-Source-Taster, welche ein Umschalten oder Kombinieren der Quellen ermöglichen – je nach Mode. Etwas weiter unten liegen die MainSource-Taster, die selbiges für den Main-Bus tun. 

Der Main ist für den Producer und seine Speaker gedacht, während die Kopfhörerausgänge für den Künstler eine Wahl zwischen Cue- und Main-Signal bieten. Zum Umschalten sind die vier Source-Taster und ihre Lautstärkeregler unter den Kopfhörerausgängen gedacht. Natürlich kann aber auch der Producer auf Kopfhörer zurückgreifen, wenn er denn möchte oder sich im selben Raum wie der aufzunehmende Künstler befindet. Ein simples, aber äußerst flexibles und umfangreiches Konzept.

Großer Main-Volume-Knob

Der große, blaue, zentrale Regler ist für die Lautstärkeeinstellung der Speaker-Ausgänge auf der Rückseite zuständig (Main), wobei alle drei Ausgänge über einen individuellen Trim-Regler verfügen. Das ist praktisch, um alle Speaker in ihrer Empfindlichkeit komfortabel auf ein gemeinsames Level zu bringen, wodurch auch beim Wechsel zwischen den Lautsprechern keine Pegelverluste entstehen. Das wiederum ist dem vergleichenden Hören mehr als zuträglich. 

Ferner gibt es auch hier die Möglichkeit, sowohl zwischen den Speakern zu wechseln („toggle“) als auch diese zu zuschalten („summing“). Das ist nicht nur beim Betrieb eines Subwoofers, sondern auch bei der Platzierung von Speakern im Aufnahmeraum sinnvoll. 

Pegelanzeige, Mono, Dim, Mute – und Talkback

Der Main-Out verfügt zusätzlich neben einer schicken LED-Pegelanzeige auch über einen Mono-, Mute- und Dim-Taster. Der Dim-Faktor lässt sich mit dem Attenuation-Poti einstellen. 

Rechts neben diesem Poti finden wir den Talk-Taster sowie ein Level-Poti für den Pegel des eingebauten Mics. Die Talk-Funktion lässt sich „momentary“ und „toogle“ nutzen, wobei die Cue- und Main-Quellen gedimmt werden, damit der Talkback unkompliziert und frei von Rückkopplungen besprochen werden kann.

Zusätzliche Outs für Erweiterungen

Schauen wir auf die linke Rückseite, entdecken wir die Stereo-Buchsen für die drei symmetrischen Speaker-Outs (6,35 mm TRS) und ihre versenkten Gain-Regler. Daneben gibt es zwei weitere Stereo-Pärchen, wovon eines den Main-Bus und das andere den Cue-Bus ausgibt.

Ersterer ist unabhängig von Einstellungen des Main-Pegelreglers, außerdem wirken sich die Tasten Mono, Mute und Dim nicht auf sein Signal aus. Der Cue Out hat auf der Front einen eigenen Pegelregler spendiert bekommen (CUE Output Level). Dieser Ausgang ermöglicht den Anschluss weiterer Kopfhörerverstärker (beispielsweise im Aufnahmeraum). Last, but not least finden wir rechts den Hauptschalter und seinen Anschluss für das mitgelieferte, externe – allerdings etwas klobige – Netzteil (100-240 Volt).

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