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Test
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18.10.2018

Presonus Faderport V2 Test

DAW-Controller mit Motorfader

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Nach der Veröffentlichung des Faderport 8 und schon wenige Monate danach des noch größeren Faderport 16 war es nur eine Frage der Zeit, bis Presonus auch die Urform ihres kleineren DAW-Controllers, den 1er Faderport, überarbeiten würde. Schließlich gab es seit dessen Veröffentlichung im Jahre 2013 kaum ein Studio in dem der Controller nicht zu sehen war.

Die hohe Qualität des verbauten Motorfaders und der sehr geringe Preis machten das Original für den amerikanischen Hersteller sehr erfolgreich. Schauen wir was der Faderport V2 zu leisten mag!

Details

Allgemeines

Über die Presonus Website könnt ihr für den Faderport V2 den Treiber namens Universal Control herunterladen und dann auf eurem Rechner installieren. Jetzt muss nur noch der Controller per beiliegendem Strom- und USB-Kabel angeschlossen werden und fertig. Die Kommunikation mit Studio One wird automatisch hergestellt, somit entfällt eine manuelle Anmeldung in der Software.

Nur beim allerersten Start müsst ihr noch den Betriebsmodus einstellen, damit Hard- und Software bestmöglich zusammen funktionieren. Beim Einschalten des Faderports sollt ihr dazu die NEXT-Taste und zusätzlich eine weitere Taste für die entsprechende Software drücken. Neben Studio One gibt es nämlich auch noch einen Modus für Logic, Live, Cubase und Pro Tools der über den Umweg MCU/HUI funktioniert. Weitere Informationen zu diesen alternativen Modi findet ihr auch in unserem Test zum Faderport 8 und Faderport 16 von meinem Kollegen Felix.

Das Auge hört mit

Die Optik wurde beim Update komplett überarbeitet. Das Gehäuse ist nun in einem edlen Dunkelgrau gehalten, bestimmte Bereiche sind für eine bessere Orientierung in ein etwas helleres Grau gefasst. Die Taster sind nach wie vor beleuchtet, das Gelb der ersten Version durfte allerdings einem etwas unaufdringlicheren Orange weichen. Durch Betätigung leuchten die Taster auf oder verändern ihre Farbe. Insgesamt wirkt die Farbkomposition und Helligkeit der Taster sehr angenehm und ist auch tagsüber wirklich gut zu sehen, ohne in den Nachtstunden aufdringlich hell zu sein.

Auffällig sind die wesentlich größeren Dimensionen des Geräts. Während bei der Breite und Höhe jeweils nur ein paar Millimeter dazu gekommen sind, ist die 2018er Version des Faderports um ganze fünf Zentimeter länger. Verantwortlich hierfür ist zum einen die nun zweireihige und mit unterschiedlich großen Tastern ausgestattete Transport-Sektion zum anderen der dazugekommene untere Rand des Gehäuses. Auf diesem von den großen Brüdern Faderport 8 und 16 abgeschauten neuen Feature lässt sich die Hand bequem ablegen und schon mit einer normal großen Hand von diesem Punkt aus bequem alle Funktionen des Controllers steuern.

It’s all about the feeling

Haptisch ist der Faderport V2 eine einzige Freude. Das Gehäuse wirkt äußerst stabil und erinnert in diesem Punkt ein bisschen an die Blackbox eines Flugzeugs, die Abstürze aus jeder Höhe überstehen können muss. Und auch wenn der Fall des Controllers auch schon aus bereits kleinen Höhen nicht zu diesem Test gehört, gehe ich davon aus, dass das Gehäuse des neuen Faderports notfalls sehr viel einstecken kann, ohne dabei zu deformieren. Die matte Lackierung wirkt schmutzabweisend, Fingerabdrücke sind wahrscheinlich nur dann zu sehen, wenn man direkt davor in die Butter gefasst hat oder sich einfach niemals die Hände wäscht.

Das Wichtigste aber: Der Touch-sensitive Motorfader ist leichtgängig und vor allem extrem leise. Nicht nur hört man ihn kaum, wenn er sich wie von Geisterhand selbstständig bewegt und eine zuvor eingezeichnete Automation abfährt. Schließt man ein Arrangement, kommt der Fader automatisch in seine unterste Position und produziert dabei nicht das geringste Geräusch, da es nicht zum Kontakt mit dem Gehäuse kommt, wie man das von manch anderem Gerät her kennt. Leiser und besser geht es einfach nicht.

Der Push-Encoder ist ebenfalls sehr stabil. Die Drehung ist angenehm kraftaufwändig und die Ankunft in der nächsten Stufe wird durch ein deutlich hörbares aber dabei nicht aufdringliches Klicken bestätigt. Auch können verschiedene Einstellung durch das Drücken des Drehcontrollers bestätigt werden.

Der letzte Teil der Oberfläche besteht aus den 24 Tastern verschiedener Größe und Form. Gemeinsam haben sie, dass sie alle eine ganze Menge Druck erfordern, was bei der Arbeit mit dem neuen Faderport nicht nur sehr angenehm ist, sondern auch den Eindruck hoher Stabilität, Wertigkeit und langer Lebensdauer vermittelt. 

Auf der Rückseite hat sich seit dem Vorgängermodell nicht viel verändert. Bei der Version zwei haben wir immer noch den USB-, Footswitch- und Power-Port. Hinzugekommen ist beim Update allerdings ein Power-Knopf, mit dem sich der Faderport einfach ein- und ausschalten lässt. Das ist auf jeden Fall nicht nur deutlich angenehmer, als das Gerät bei Nichtbenutzung ausstecken zu müssen, sondern spart auch noch Strom.

Der Faderport ist ein „Kontroll-Freak“

Auch die Arbeit mit dem neuen Faderport macht einfach nur Spaß. Neben der Wertigkeit des gesamten Gerätes sticht besonders die Qualität des Motorfaders heraus. Das Steuern der einzelnen Spuren sowie das Einzeichnen von Automationen sind dadurch sehr direkt und kinderleicht. Die Einflussnahme auf Plugins bleibt beim kleinen Faderport wegen der fehlenden Displays weitestgehend aus, trotzdem lassen sich viele relevanten Funktionen der DAW wortwörtlich per Knopfdruck steuern.

Ganz unten in der Transport-Sektion begegnen wir den üblichen Verdächtigen: Start/Pause, Aufnahme, Stopp, Vor- und Rücklauf, RTZ (Return To Zero) sowie Loop. Darüber liegt der Session-Navigator mit dem Push-Encoder und den beiden Pfeiltasten. Mit den Tastern direkt darunter lassen sich verschiedene Funktionen auswählen, die man dann mit dem Drehcontroller und den beiden Pfeiltasten steuern kann. So können auf kleinem Raum verschiedenste Parameter der Software beeinflusst werden

Ganz oben gibt es noch einmal eine zweireihige Taster-Reihe. Diese enthält die Automationsparameter sowie die Bedienelemente der einzelnen Kanalzüge, also Solo, Mute und Arm. Ganz oben rechts findet man eine Shift-Taste, mit der sich bei fast allen Tastern eine Zweifunktion triggern lässt.

Fazit

Der überarbeitete Faderport von Presonus überzeugt voll und ganz. Stabile Materialien wurden gut und exakt verarbeitet. Der verbaute Motorfader bietet neben Präzision vor allem einen extrem leisen Geräuschpegel, auch bei schnellen Bewegungen. Insgesamt fühlt sich alles sehr wertig und robust an. Dazu kommt die perfekte Hardware-Integration, denn die Schnittstelle bietet zusätzlich 24 Taster und einen 360°-Drehcontroller für die Steuerung der meisten relevanten Funktionen von Studio One. Nicht nur lässt sich so der Workflow deutlich beschleunigen, die Produktion von Musik fühlt sich dadurch einfach viel natürlicher und intuitiver an. Selbst eine Vollversion von Studio One Artist ist im Lieferumfang enthalten, so muss man also geradezu auf die Suche nach Dingen gehen, die beim Faderport nicht passen. Deshalb gibt es auch volle Punktzahl! 

 

 

  • Pro
  • sehr leiser und präziser Motorfader
  • perfekte Integration mit Studio One
  • alles ist hochwertig und stabil verbaut
  • Contra
  • kein Contra
  • FEATURES
  • DAW Controller mit nahtloser Integration in Studio One
  • berührungsempfindlicher 100 mm Motor-Fader
  • Transport-Tasten mit Start/Pause, Aufnahme, Stopp, Vor- und Rücklauf, RTZ sowie Loop
  • Bypass, Mute, Solo, Automation Touch/Write/Read Funktionstasten
  • Encoder
  • Taster für Kanal, Panorama, Scroll, Click, Marker und Zoom
  • Fußschalter-Anschluss
  • Systemvoraussetzung: Windows 7 x64/x86 SP1 oder höher, MacOS 10.8.5 64 Bit oder höher, Studio One Support und HUI/Mackie Control Universal Emulation
  • externes Netzteil
  • inklusive Vollversion Studio One Artist (Download
  • Gewicht: 0.68 kg
  • Abmessungen (H x B x T): 45 x 230 x 140 mm
  • Preis
  • EUR 199,- (Straßenpreis am 18. Oktober 2018)

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