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Test
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12.07.2018

Presonus Faderport 16 und 8 Test

DAW-Controller

16 oder 8 Fader für die Produktion mit Studio One – und auch mehr?

Presonus kennt man nicht nur durch Studio One 4, sondern auch für reichlich andere Peripherie, als da wären: Die digitalen Mischpulte Studiolive 1602, 2442, und 3242Ai, die großen Interfaces Studio 192, Digimax DP88 und Studiolive RM32AI sowie Quantum und Quantum II, wie auch der Channelstrip ADL700, die MonitorStation und der Faderport!

Letzterer ist eine gefühlte Ewigkeit auf dem Markt und war ziemlich praktisch – hatte aber nur einen Motorfader am Start. Das soll mit Faderport 8 und Faderport 16 anders werden! Wie schlägt sich der Controller mit Studio One und anderen DAWs?!

Details

Zwei Größen für alle Lebenslagen

Bei dem Presonus Faderport 8 und Faderport 16 handelt es sich um Motorfadercontroller mit Touch-sensitiven 100-mm-Fadern, individuellen kleinen Displays und illuminierten Gummitastern in einem ansprechenden, kompakten Design. 

Kompakt ist dabei ein echtes Alleinstellungsmerkmal, da alle anderen Controller recht auslandend und klobig sind. Nicht so die beiden Faderports, welche einen äußerst schlanken Fuß bieten. Konkret: 30 cm tief und 50 bzw. 33 cm breit bei einer Höhe von 5,5 cm.

Wie der Name schon verrät, handelt es sich um zwei ansonsten recht identische Versionen, wobei eine mit 16 Fadern, die andere mit acht Fadern ausgestattet ist. Einen in meinen Augen ohnehin überflüssigen Masterfader gibt es in beiden Fällen nicht. Sehr gut.

Am Anfang war das Script

Das Layout der Faderports ist gelungen und schlüssig, erinnert in Teilen auch an eine Mackie Control, weicht an einigen Stellen aber entschieden ab. Eine Mackie Control ist übrigens DER klassische Universal Controller schlechthin, welcher sich über die Jahre vor allem aufgrund seines bidirektionalen Scripts einen Namen gemacht hat. Die Software dahinter wird mittlerweile auch von vielen anderen Herstellern genutzt und hört auf dem Namen MCU – Mackie Control Universal. 

Besonders luxuriös ist MCU zwar nicht, es reicht aber, um zumindest die wichtigsten Mixing-orientierten Dinge einer DAW zu steuern. Wie gut das geht, hängt vor allem von den DAW-Herstellern und ihrer MCU-Implementierung ab. Im Grunde handelt es sich nämlich nur um simple MIDI-Befehle, die je nach DAW mal mehr, mal weniger intelligent interpretiert werden.

Einfachstes Beispiel ist das Banken der Fader, sodass man trotz einer nur begrenzten Anzahl von physischen Fader prinzipiell unendlich viele virtuelle Fader in einer DAW steuern kann. Das geschieht, indem man diese eben Bank-weise umschaltet. Das gleiche lässt sich auch auf Plug-in-Parameter übertragen, welche man „weiterblättern“ kann.

Universal Controller mit HUI und MCU-Unterstützung

Faderport 8 und Faderport 16 sind aber keine Mackie Control, sondern nur eine eigene Interpretation davon und vornehmlich für die Verwendung mit der Haus-DAW Studio One 3 gedacht. Hierbei fällt die Verzahnung natürlich am besten aus, die Beschriftung am Controller ist am eindeutigsten und der Workflow somit am schnellsten. Zusätzlich können die Faderports aber dank MCU – und den Abwandlungen davon – auch für Logic, Cubase und Sonar genutzt werden. Pro Tools funktioniert auch, das dann aber über HUI, was ähnlich dem MCU-Protokoll ist – aber von AVID ist und die kochen halt eben immer gern ihr eigenes Süppchen.

Grundsätzlich kann mit dem Faderport also auch jede andere DAW gesteuert werden, die MCU unterstützt – allerdings bei weitem nicht mehr so komfortabel, weil das physische Layout (und damit der Workaround über die unterschiedlichen MCU-Presets) sich schon in einigen Details deutlich von einer Mackie Control unterscheidet.

Ähnlich, aber nicht identisch zur Mackie Control

Die offensichtlichsten Unterschiede dürften die fehlende Encoder-Reihe sowie fehlende dedizierte Record-Taster sein. Beides wird am Faderport von der Focus-Channel-Sektion am linken Rand übernommen. Drückt man beispielsweise ARM, wird aus dem Select-Taster dann ein REC- bzw. ARM-Taster für den individuellen Kanal. 

Gleiches gilt für den PAN/PARAMETER-Encoder, der für den selektierten Kanal die Funktion des sogenannte „V-Pot“ übernimmt. Einen Flip-Mode-Umschalter gibt es logischerweise nicht, denn der muss alles mit den Federn bedient werden. Schaut man sich rechts von den kleinen Displays einmal um, entdeckt man TRACK, EDIT PLUGINS, SENDS und PAN. Drückt man einen dieser Taster, übernehmen die Fader dann eben diese Funktion. Das ist ein Zuspruch an das kompakte Layout und in der Praxis auch wirklich kein echtes Problem.

Ein Jogwheel fehlt übrigens auch, was ich aber nicht weiter tragisch finde. Die wichtigen Transporttaster inklusive Loop-Taster sowie die verschiedensten Funktionstaster sind allerdings vorhanden.

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