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15.11.2019

Pearl Special Reserve Thomann Edition Snares Test

Holzkessel-Snaredrums

Master in Ökonomie

Pearl Special Reserve Maple heißen unsere heutigen drei Testsnares, die mit den Größen 14x5, 14x6,5 und 14x8 Zoll einen weiten Bereich beliebter Einsatzgebiete abdecken. Die Bezeichnung Reserve lässt einen Preis im oberen Segment befürchten, tatsächlich tummeln sich diese Sondereditionen jedoch in erschwinglichen Gefilden. Das liegt daran, dass die Instrumente in Kooperation mit dem Musikhaus Thomann entstanden sind. Wer das Bamberger Unternehmen kennt, weiß, dass hier nicht nur viel verkauft, sondern auch mit spitzer Feder kalkuliert wird. Und so kommt es, dass die verbaute Ausstattung stark an jene der wesentlich teureren Maple Reserve Serientrommeln des japanischen Herstellers erinnert. 

Laut Thomann teilen sich die Special Reserve Snares nicht nur die Ahornkessel mit den Oberklasse-Verwandten, sondern auch große Teile der Hardware. Bei den Finishes ist die Auswahl hingegen extrem begrenzt, denn es gibt pro Größe exakt eines. Wer damit leben kann, könnte hier also die Gelegenheit bekommen, eine Snare der 600-Euro-Klasse für die Hälfte zu bekommen. Ob das zu schön ist, um wahr zu sein, lest ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details

Die dünnen Ahornkessel besitzen eingeleimte Verstärkungsringe 

Wie erwartet, kommen die heutigen drei Testobjekte nicht vom Pearl Vertrieb in Holland, sondern direkt von Thomann. Das ist kein Wunder, denn dort wurden die Special Reserve Maple Snares erdacht, und nur dort kann man sie kaufen. Nach dem Auspacken wird klar, dass es für 289 Euro schon optisch recht nobel zugeht. Die 5er kommt im zeitlos-klassischen Black Diamond Pearl daher, die Folie stammt vom amerikanischen Spezialisten Delmar. Bei den beiden tieferen Trommeln gibt es sauber ausgeführte Hochglanzlackierungen mit Farbverlauf zu bestaunen, Brooklyn Burst bei der 6,5er, Midnight Burst bei der 8er. Die Tiefen und die Farben sind übrigens auch die einzigen Parameter, in denen sich die drei Snaredrums voneinander unterscheiden, alles andere ist identisch.

Fangen wir bei den vierlagigen Ahornkesseln (US Maple) an. Ihre Kernwandstärke beträgt dünne fünf Millimeter, an den Rändern messen die Zylinder dank eingeleimter Verstärkungsringe etwa einen Zentimeter. Als Besitzer eines alten Pearl Masters Kits ist der Anblick gleich vertraut, denn die Bauweise mit sich überlappenden Lagen ist eine Eigenart der Japaner. Auch die scharfen 45-Grad-Gratungen und die recht breiten, heruntergeschliffenen Snarebeds werden schon lange verwendet und geben den Masters ihren Sound. Aber Moment, dies hier sind doch gar keine Masters? Stimmt, vom Namen her nicht, technisch sind sie sich jedoch sehr ähnlich. Die Holzverarbeitung wurde vorbildlich ausgeführt, ein Aufkleber im Inneren liefert alle wichtigen Informationen zur jeweiligen Trommel, im Gegensatz zum verschraubten Außenbadge taucht hier auch das Thomann-Logo auf. 

Die Einzelspannböckchen kommen aus der Masterworks-Serie

Dass man sich nicht nur bei den Kesseln aus Pearl's Oberklasseprogramm bedient hat, zeigt auch die hochwertige Ausstattung der Special Reserve Maple Snares. 20 Einzelspannböckchen („Swivel Lugs“) mit vertikal eingesetzten, beweglichen Messinggewindehülsen kennt man sowohl aus dem Masterworks-Baukasten als auch von einigen Signature Snares wie jener von Dennis Chambers oder Omar Hakim. In ihnen laufen zwar keine Edelstahlstimmschrauben, sondern “nur“ verchromte Standardversionen (mit Kunststoffunterlegscheiben), das sollte jedoch zu verschmerzen sein. Die Böckchen sind mit jeweils zwei Schrauben und einer verbundenen Unterlegscheibe am Kessel befestigt, um den hohen Spannungen zu widerstehen, die gerade bei Snares auftreten können. Wie alle anderen Metallteile sind auch sie auf der Kesselaußenseite mit Kunststoff unterfüttert. 

Als weiteres interessantes Detail fallen mir die „Fat Tone“ Spannreifen ins Auge, welche zunächst wie normale, dreifach geflanschte Varianten wirken, sich jedoch durch die nach oben hin gerade auslaufende, nach innen hin verdickte Flanke auszeichnen. Interessanterweise wirken die Reifen deutlich dicker als ihre tatsächliche Stärke von nur 1,6 Millimeter vermuten lässt. Die Abhebung ist die bekannte SR-017, ein einfaches Standardmodell, samt Klemmbock auf der Butt-End-Seite. Zu erwähnen wäre noch das massiv eingefasste Luftloch sowie die Remo USA Felle in Ambassador coated/Snare Side Ausführung. Auch die hochwertigen Teppiche hätte ich nicht unbedingt an so einer Snaredrum erwartet, hier kommen die Pearl SN-1420D zum Einsatz, deren Spezialität die zu den Ränder hin verlängerten Drähte sind. Alle Teile sind makellos verarbeitet

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