Hersteller_Numark
Test
5
27.07.2009

Praxis

Beim ersten Start bemerke ich sofort das hohe Drehmoment des Motors, das mithilfe der Key-Lock- und der Quartz-Taste in drei verschiedenen Stufen eingestellt werden kann. Dadurch ist der Plattenspieler perfekt an individuelle Bedürfnisse anzupassen.
Auch die Beschleunigung des Plattentellers lässt sich mithilfe eines Drehreglers, der sich an der hinteren Start/Stop-Taste befindet, sehr fein regulieren. So ist ein schneller Start im Millisekundenbereich ebenso möglich wie eine sehr langsame Anlaufzeit von bis zu sechs Sekunden. Das Gleiche gilt für das Bremsverhalten. Mit dem zweiten Drehregler stellt man die Stoppzeit des Plattentellers ein. Ein abruptes Stoppen des Motors bis zu einer Auslaufzeit von sieben Sekunden ist problemlos realisierbar.

Mit der Pitchtaste wählt man unter vier verschiedenen Arbeitsbereichen (+/- 8%, 10%, 20% und 50%) für den Pitchfader aus. Der aktuelle Pitchwert wird mit einer Nachkommastelle auf dem Display angezeigt, was in der Regel völlig ausreicht.

Die Reverse-Funktion ist natürlich nicht nur für Scratch-DJs konzipiert. Wenn aktiviert, greifen alle Parameter wie zum Beispiel der Pitchwert oder die regulierte Startzeit genauso wie im Vorwärtslauf.

Das runde Display sieht schick aus und ist bei der Visualisierung der Laufrichtung und der „Bremsstärke“ des Plattentellers behilflich. Dort werden alle wichtigen Parameter, wie die aktuelle Abspielgeschwindigkeit und der Pitchbereich angezeigt. Es ist hell und bei nahezu allen Lichtverhältnissen gut ablesbar.

Klang
Der TTX USB verfügt über einen integrierten Phono-Vorverstärker und einen A/D-Wandler. Mithilfe der USB-Schnittstelle können Songs von Schallplatten ohne Umwege auf einen Computer überspielt werden. Per Schalter wird bestimmt, ob der Plattenspieler das Phonosignal durchschleift oder dieses geräteintern vorverstärkt und auf Linepegel bringt. Leider ist der Schalter relativ umständlich zu bedienen, da er sich im Anschlussfeld auf der Unterseite des TTX USB befindet. Der interne Phono-Preamp klingt angenehm transparent und linear.  

Auch die USB-Buchse ist auf diesem Anschlussfeld untergebracht, was meiner Meinung nach nicht hundertprozentig durchdacht ist, weil dadurch das USB-Kabel leicht abgeknickt und so unnötiger mechanischer Belastung ausgesetzt wird. Auch der Regler, der sich für die Anpassung des digitalen Ausgangspegels verantwortlich zeigt, ist nicht ideal positioniert. Wer möchte schon ständig sein Gerät anheben müssen, wenn er unterschiedlich laute Schallplatten digitalisiert? Doch der TTX USB sammelt Pluspunkte bei der sehr guten internen A/D-Wandlung und der im Lieferumfang enthaltenen Software „Audacity“. Diese bietet alle wichtigen Features für die Nachbearbeitung und Archivierung von überspielten Songs.

Die Key-Lock-Funktion (gleichbleibende Tonhöhe bei variablem Pitch) liefert leider nur ziemlich unbefriedigende Ergebnisse. Bereits bei einer Abweichung von ca. +/- 1-2 % von der originalen Tonhöhe treten hörbare Artefakte auf. Es ist mir unverständlich, warum bei diesem ansonsten sehr hochwertigen und durchdachten Plattenspieler in diesem Punkt offensichtlich gespart wurde.

Handling
Die Ergonomie des Numark TTX USB wurde sehr gut an die Bedürfnisse von DJs angepasst. Alle wichtigen Bedienelemente wie Start/Stop-Tasten oder Pitchslider sind griffig und anwenderfreundlich positioniert. Dabei ist es völlig irrelevant, ob der Plattenspieler nun regulär, oder mit dem Tonarm nach hinten (Hip Hop Battle-Style) positioniert wird. In diesem Fall kann der Pitchfader problemlos gegen die Tastensektion (Key-Lock, Geschwindigkeit, etc.) ausgetauscht werden. Das dazu benötigte Werkzeug ist im Lieferumfang enthalten. Die Anzeige des LCD-Displays wird dabei automatisch um 90 Grad gedreht. Die beiden auswechselbaren Tonarme machen den TTX USB sowohl für die scratchende Zunft wie auch für die mixende DJ-Fraktion gleichermaßen wertvoll.

Generell ist der Grundgedanke, das Anschlussfeld für sämtliche Kabel komplett unter dem Gerät zu verstecken, ja sehr löblich, doch tummeln sich dort nun leider zu viele Anschlüsse auf zu kleinem Raum. Deswegen ist der Anschluss des TTX USB trotz der praktischen Beleuchtung doch ein wenig umständlich. Und auch der Phono/Line-Umschalter und der Gain-Regler sind leider nur schwer zugänglich. Außerdem sitzt die Kaltgerätebuchse ein wenig locker im Gehäuse. Ich meine, da sollte Numark nachbessern.

Das hohe Gewicht des TTX USB und der gummierte Plattenteller machen ihn ziemlich resistent gegenüber Körperschall. Ich habe das Gerät in einem Club getestet, in dem sich acht 15“-Basstreiber in unmittelbarer Nähe des DJ-Pultes befinden. Das Gerät war dabei genauso unempfindlich gegenüber Bassfeedback wie sein Konkurrent aus der 1200er Serie von Technics.

3 / 4
.

Verwandte Artikel

User Kommentare