Software
Test
10
27.06.2019

Fazit
(3.5 / 5)

Über 12 Jahre liegen zwischen Massive und Massive X. Das ist der Unterschied zwischen Cubase 4 und Cubase 10 oder Ableton Live 6 und Ableton Live 10. DAWs sind schlauer und größer geworden, Trends kamen und gingen. Massive hat damals einen Meilenstein gesetzt. Massive X als sein Nachfolger hat nun definitiv auch das Potential dazu. Was hier an Klangqualität und Modulationstiefe geboten wird, ist in dieser Kombination einzigartig auf dem Markt. Massive X platzt nur so vor neuen Ideen, Technologien sowie Bass- und Leadsounds, die ohne jeden zusätzlichen Effekt schon einen Druck erzeugen, der so ziemlich alles wegbläst.

Bei all den Neuheiten muss man dem Instrument aber doch eine gewisse Unfertigkeit konstatieren. Es fehlen wichtige Technologien wie VST3 (kommt) und MPE. Der Presetbrowser ist gerade noch äußerst rudimentär, soll aber 2020 in einem Update verbessert werde . Das Routing ist ungemein flexibel, für Einsteiger aber definitiv überfordernd. Eigene Wavetables können ebenfalls noch nicht importiert werden, sind aber angekündigt. Auch Modulationsbewegungen werden in den meisten Plugins dieser Kategorie heutzutage angezeigt: Was der LFO macht, kann ich dann auch am Parameter sehen. In Massive X gibt es nichts davon, leider. Im Gegensatz zum Vorgänger verändert sich auch nicht die graphische Darstellung der Hülkurven, wenn man Parameter wie den Attack ändert – missverständlich.

Diese Unfertigkeit trübt das Bild eines ansonsten fantastischen Softwaresynthesizers. Wird, wie von NI angekündigt, das meiste nachgeschoben, hat man 2020 hier ein Instrument, das Bastler und Soundtüftler genauso anspricht, wie Produzenten, die hauptsächlich fertige Sounds brauchen. Und solche Allrounder gibt es nicht viele. Ob man dem Instrument, dessen Entwicklung gerade erst 2016 begonnen hat, nicht lieber noch ein paar Monate Entwicklungszeit hätte geben können, muss sich NI aber schon fragen. Uns so kann es aktuell auch nur 3,5 Sterne geben.

  • Pro
  • Presetsounds sind schon ohne Effekte sehr dominant und druckvoll
  • Sehr komplexe Sounds und Modulationen möglich
  • Sehr hohe Qualität aller Effekte
  • Routing erlaubt komplexe Effekte und Sounds
  • Durch die 10 Wavetable-Modi sehr viele Sounddesignmöglichkeiten
  • Contra
  • für Nutzer älterer Rechner ohne AVX nicht nutzbar
  • Massive-Presets nicht kompatibel
  • Routing muss immer händisch gemacht werden, nicht einsteigerfreundlich
  • Modulationsbewegung nicht sichtbar
  • Parameterwerte nicht sichtbar
  • Wichtige Technologien werden nicht unterstützt (VST3, MPE)
  • Routing-Funktion sehr komplex
  • Features
  • Dual-Oszillator-Wavetable-Engine (10 WT-Modi_ u.a ART, Gorilla, Wrap und Hardsync)
  • 3 Phasenmodulatoren
  • Komplexe, modulare Routing-Matrix
  • 170 Wavetables
  • 2 Noise-Oszillatoren mit über 100 Noise-Quellen
  • 1 Filter mit 31 Filtertypen
  • 6-stimmige Unison-Engine, besonderer Harmonization-Mode, der die Unison-Teile nach
  • gewählter Tonart stimmt
  • 64-stimmig,Polyphon
  • 9 Insert-Effekte in drei Insert-Slots, beliebig im Signalfluss einsetzbar: u. a. Anima,
  • (Wave)Folder, zwei Filter
  • 9 Unit FX: u. a Reverb (17 verschiedene), Quad Chorus, Nonlinear Labs (Distortion-Engine)
  • 17 Modulatoren
  • 12 Modulationskurven eines Performers können per MIDI-Noten getriggert werden.
  • NKS-Support
  • Systemvoraussetzungen
  • Mac: macOS 10.12 - 10.14
  • Windows: windows 7, 8, 10 (64 bit, neuestes Service Pack)
  • Hardware: Intel i5 oder gleichwertige CPU, 4 GB RAM (6 GB empfohlen), Massive X benötigt eine AVX-kompatible CPU
  • Plugin-Formate:
  • AudioUnit (AU); AAX (64it); VST 2.4;
  • Preis
  • Regulär: 199 € (Straßenpreis: 27.06.2019)
  • Upgrade von Massive: 149 €
  • Für Besitzer von Komplete 12: 0 €
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