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Feature
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24.11.2021

Nach Online-Affäre: David Ellefson spricht über Rauswurf von Megadeth

In einer Folge des "The Metal Interview"-Podcasts spricht Ellefson ausführlich über seinen Raufwurf von Megadeth. Dabei lässt er kein gutes Haar an Dave Mustain. 

Im Mai dieses Jahres wurden auf Twitter private Text- und Videonachrichten zwischen Megadeth-Bassisten David Ellefson und einer 19-jährigen aus den Niederlanden veröffentlicht. Darin war unter anderen zu sehen, wie Ellefson während der Videotelefonie mit dem Fan masturbiert. Obwohl die Online-Affäre zwischen den beiden einvernehmlich war, wurde David aus der Band Megadeth geschmissen. Nicht nur das, wenig später wurde auch bekannt, dass sämtlich Bass-Spuren von David aus dem neuesten Album nachträglich gelöscht werden sollen.

Nach der Veröffentlichung der unvorteilhaften Videos erstattete Ellefson Anzeige wegen der unrechtmäßigen Verbreitung sexueller Bilder. Die 19-Jährige hat die Videotelefonie heimlich aufgenommen und an ihre Freunde gesendet. Einer dieser Freunde soll dann die Videos auf sozialen Medien hochgeladen und den ganzen Skandal ins Rollen gebracht haben. 

"Jetzt weiß ich wie sich Jesus gefühlt hat"

In der Podcast-Folge erzählt Ellefson über die Zeit schwere nach dem Rauswurf und wie er darüber heute denkt. Man merkt ihm dabei richtig an, dass er nach wie vor wütend ist, dass so eine Geschichte ihm seine Karriere gekostet hat. 

Dem Moderator Jeremy White erzählt er, dass er für seine Ehrlichkeit bestraft wurde. Er wollte mit der Geschichte offen umgehen und nicht mit Ausreden und Rechtfertigungen ankommen. Die Rechnung habe er dafür bekommen: "Dafür habe ich jetzt die Strafe bezahlt. Jetzt bin ich nicht mehr in der Band". Das Vorgehen der Band, vor allem von Chef Dave Mustain, war für ihn eine einzige Enttäuschung. Dieser sei zu "100 Prozent" am Rausschmiss Schuld.

"So etwas ist mir natürlich noch nie passiert. Und die Tatsache, dass es auf diese Weise geschah, war einfach... Ich konnte nicht glauben, wie beschissen die Menschheit ist; ich konnte es einfach nicht fassen." Danach brachte David eine Referenz, die wohl auch an den strenggläubigen Dave Mustain gerichtet ist:

"Ja. Also gut. Jetzt... Ich will keine religiöse Anspielung machen, aber ich glaube, ich weiß, wie Jesus sich gefühlt hat. Trage dein Kreuz und dann töte ihn. Scheiße, wir haben den falschen Kerl. Ich will nichts Religiöses daraus machen, aber ich konnte es einfach nicht fassen. Ich werde nicht lügen - ich verdiene etwas Besseres als das."

Nach dem Vorfall brauchte er eine Pause, um sich neu zu sortieren. "Deshalb bin ich aus den sozialen Medien ausgestiegen und habe mich von all dem Zeug ferngehalten. Und ich dachte mir nur, weißt du was? Ich habe mein ganzes Leben in mein Handwerk und meine Arbeit und meine Kunst und in meine Rolle als Künstlerin und Entertainerin gesteckt, und niemand verdient es, so behandelt zu werden. Das ist einfach absolut unangebracht, auf jeder Ebene." 

Jetzt fühle er sich "okay" und möchte positiv in die Zukunft sehen. 

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