Test
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02.07.2019

Praxis

Der Testlauf

Analog zum Midas-502-Preamp macht der Midas-512-EQ sowohl optisch als auch haptisch einen soliden Eindruck. Auch hier legt man designtechnisch den Schwerpunkt eher auf Pragmatik als auf "Hingucker". Die Beschriftungen sind eindeutig gedruckt sowie erkennbar und auch die Potis sind aufgrund ihrer Größe einfach zu betätigen – auch mit größeren Fingern.

Den Midas 512 angeschlossen, schicke ich Brown Noise hindurch, um mit Hilfe eines Analyzers festzustellen, ob alle Herstellerangaben zum Arbeitsverhalten des Midas 512 übereinstimmen. Hier gibt es leider sofort eine Unstimmigkeit. Das Ausgangssignal ist 10 dB lauter als das Eingangssignal. Ich habe dieses Phänomen mit weiteren Schallquellen getestet und bin immer wieder zum gleichen Ergebnis gekommen. Einen Gainregler zur Anpassung gibt es im Midas 512 nicht.

Abgesehen vom Pegelunterschied kann ich den "Rauschtest" als gut bewerten. Alle Potis und Schalter arbeiten, wie es von Midas versprochen wird. Außerdem scheint der Midas 512 weder Obertöne noch Eigenklang zum Signal hinzuzufügen, sodass man von einem relativ transparenten Gerät ausgehen kann.

Im zweiten Teil des Tests habe ich den Midas 512 mit Gitarrensignalen aus der Aufnahme vom Midas 502 Preamp-Test ausprobiert. Der 512 bearbeitet die Signale wie es die Beschriftung behauptet und man kann hier aufgenommen Signale gut bearbeiten und auch aufwerten.

In weiteren Versuchen wie etwa mit einem Synthesizer oder einer Drumspur festigt sich mein überraschend positiver Eindruck. Auch hier liefert der Midas 512 das, was er verspricht. Er ist nicht in der Lage, ein Signal klanglich zu veredeln, aber das einfache Anheben und Absenken von Frequenzen erledigt er mit Bravour.

Ich besitze einen Tonelux EQ5P, der ebenfalls in einer verhältnismäßig niedrigen Preisklasse zu finden ist. Wenn ich die gleichen Signalquellen mit dem Tonelux bearbeite, komme ich durchaus zu einem sehr ähnlichen Ergebnis. Der Tonelux färbt jedoch mehr als der Midas 512. Einen Shelf-Mode findet man im Tonelux beispielsweise nicht, was für mich persönlich ein weiteres Pro-Argument im direkten Vergleich ist, da ich sehr gern mit Shelf-Filtern arbeite. 

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