Gitarre Hersteller_Marshall
Test
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04.03.2019

Praxis

Für die Soundfiles parke ich ein SM57 vor das Cabinet. Die Gitarren werden jeweils angegeben.

Zu Beginn hört ihr ein halbwegs mittiges Setting am High-Treble-Eingang, dem Input, der beim 1959 SLP am häufigsten benutzt wurde, und zum Einsatz kommt eine Les Paul. Der Grundsound entlässt sofort das bekannte Marshall-Bruzzeln und liefert den authentischen Plexi-Sound, den man von so vielen Platten kennt.

Das Cabinet entpuppt sich nicht nur optisch, sondern auch in Sachen Klang als toller Weggefährte und gibt den Ampsound sehr gut wieder – die Speaker sind eine gute Wahl für den authentischen Vintage-Sound.

Presence Bass Middle Treble High Treble Normal
12:00 13:00 13:00 13:00 11:00 12:00

Low-Gain-Settings kommen vom SV20 sehr überzeugend, wobei selbst bei einer niedrigen Stellung des High-Treble-Reglers eine deutliche Zerrung wahrzunehmen ist. Aber der SLP war bekanntlich nun mal kein wirklicher Clean-Amp.

Presence Bass Middle Treble High Treble Normal
12:00 10:00 13:00 13:00 9:00 12:00

Wie beim Original präsentiert sich auch hier der Normal-Input wesentlich dunkler und man muss schon recht extrem in die Klangregelung eingreifen, um etwas Transparenz zu erheischen. Für alte Rocksounds oder "woman-tonige" Clapton-Sounds eignet sich der Kanal jedoch sehr gut.

Presence Bass Middle Treble High Treble Normal
Max Min Max Max 12:00 15:00

Kommen wir nun zu Hendrix-mäßigen Riffs, die gerade in Kombination mit Singlecoils in der Halsposition gut umgesetzt werden.

Presence Bass Middle Treble High Treble Normal
14:00 13:00 15:00 14:00 15:00 14:00

Akkord-Fills im Hendrix-Balladenstil mit niedrigem Gain sind für den SV20 ebenfalls kein Problem und schöne, harmonisch angezerrte Cleansounds lassen sich problemlos gewinnen.

Presence Bass Middle Treble High Treble Normal
9:00 15:00 12:00 9:00 9:00 0

Ein Einkanaler ohne Mastervolume muss seine komplette Flexibilität aus dem Umgang des Spielers mit seinem Instrument und seiner Anschlagsstärke gewinnen. Im Folgebeispiel hört ihr, wie exzellent der Amp auf meine Anschlagsdynamik und das Volume-Poti eingehen kann. Zum Einsatz kommt eine Les Paul, erst mit Volume-Poti auf 5 gepickt, dann mit Plektrum angeschlagen und anschließend mit Plektrum auf 10 angeschlagen. Da High-Treble sowohl Gain- als auch Volume-Poti ist, muss man zum einen mit höheren Lautstärken, aber auch einer stärkeren Kompression leben. Hier hat ein 20-Watt-Amp natürlich deutlich weniger Headroom und Dynamik als stärkere Endstufen.

Presence Bass Middle Treble High Treble Normal
12:00 15:00 15:00 14:00 15:00 0

Alte Marshallamps bieten die Möglichkeit, beide Eingänge zu brücken, wodurch eine sehr fette Kombination aus beiden Sounds entsteht, die fast an Clapton-mäßige Bluesbreaker/JTM45-Settings erinnert:

Presence Bass Middle Treble High Treble Normal
12:00 13:00 15:00 14:00 15:00 15:00

Der Gain des SLP hat, wie in der neueren 20-Watt-Auslegung, natürlich seine Grenzen und wesentlich mehr Verzerrung wurde in den 60er bis 70er Jahren auch selten verlangt. Aus diesem Grund war die Kombination aus verzerrtem Marshall-Top und Booster, wie z.B. Treble-Booster oder Overdrive-Pedal, sehr beliebt. Hier hilft ein Tubescreamer, will man Leadsounds mit viel Gain kreieren.

Presence Bass Middle Treble High Treble Normal
15:00 13:00 15:00 14:00 15:00 15:00

Die Möglichkeit, den Amp auf 5 Watt zu drosseln, macht ihn natürlich auch für leisere Probesituationen oder den Hausgebrauch interessant. Die Dämpfung geht bei manchen Amps leider auch mit Klangeinbußen einher, doch auch hier schlägt sich der SV20 sehr gut. Ihr hört beide Settings erst im nichtnormalisierten Zustand und dann mit identischem Pegel, der eine hohe Klangtreue zeigt.

Presence Bass Middle Treble High Treble Normal
15:00 15:00 13:00 13:00 11:00 15:00

Der DI-Ausgang ist mit einer fixen Speakersimulation belegt, die für mich allerdings eher ein Provisorium darstellt. Trotz ausgiebiger Versuche ließ sich für meinen Geschmack kaum ein wirklich ansprechender Sound hindrehen. Ich denke, hier wäre es hier sinnvoller gewesen, die Frequenzkorrektur ganz wegzulassen, um externer Hardware und IRs eine Möglichkeit zu bieten.

Presence Bass Middle Treble High Treble Normal
9:00 Max 9:00 Min 13:00 15:00

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