Gitarre
Test
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06.11.2009

DETAILS

 

Optik/Gehäuse

Rein optisch betrachtet ist die Seelenverwandtschaft zu klassischen Marshall-Combos aus den 60ern nicht zu verleugnen. Das Gehäuse des Toploaders besteht aus Birkensperrholz, einem Material, das gerne für die Herstellung hochwertiger  Boxen und Gehäuse verwendet wird, bei einem Amp dieser Preisklasse aber eher seltener zu finden ist. Hier herrscht in der Regel das wesentlich preiswertere, aber auch schwerere MDF vor.  Das Amp-Chassis besteht aus leichtem und relativ dünnem, gebogenen Aluminium. Die nötige Stabilität erhält die Konstruktion dadurch, dass sie an der Vorder und Rückseite mit dem Holzgehäuse verschraubt wird.

Die sauber aufgezogene Bespannung besteht aus strukturiertem schwarzen Vinyl, das “Grill- close“, also die Bespannung vor dem Lautsprecher kommt im schwarz-weißen “Salt and Pepper“-Design. Als Lautsprecher dient ein neuentwickelter 10 Zoll Celestion G10F-15 Lautsprecher. Oberhalb des Speaker-Bereichs hat das obligatorische weiße Firmenlogo seinen Platz gefunden. Das im Hause Marshall üblicherweise weiße “Piping“ ist  beim Class 5 goldfarben. Weiterhin fällt auf, dass der Combo keine schützenden Kugelecken hat. Dafür hat er einen ergonomisch geformten Tragegriff, mit dem sich der ohnehin schon leichte Amp sehr gut transportieren lässt.

Für die Kühlung der Röhren sorgt eine großzügige Fräsung in der Amp-Oberseite, die mit einem goldenen Gitter verschlossen wurde. Daneben wartet, Toploader-typisch, das Bedienfeld. Dieses fällt, dem Konzept des Amps entsprechend, recht übersichtlich aus. Rechts lauert der Power Schalter, links daneben eine rote Kontrolllampe. Einen Standby- Schalter sucht man vergebens. Die Klangregelung besteht aus den Reglern für Bass, Middle und Treble. Fehlen uns noch Volume zur Kontrolle der Lautstärke und die obligatorische Klinkenbuchse zum Anschluss der Gitarre. Das war´s dann auch schon. Kein Master-Regler, kein Hall, kein Presence-Regler und auch kein weiterer Kanal.

Dann werfe ich doch mal einen Blick auf die Rückseite. Hier geht´s ähnlich sparsam zu wie oben. Zu finden sind ein Stromkabel-Anschluss, ein Headphone-Out, ein Speaker-Out und ein Kippschalter, mit dem man zwischen dem Speaker-Out und dem Headphone-Out umschalten kann. Im Headphone-Modus wird der Lautsprecher stumm geschaltet und ein Power-Soak aktiviert, also ein Lastwiderstand, der dem Amp vorgaukelt, es wäre noch eine Box angeschlossen. Würde das nicht passieren, hätte man ein Problem, da sich die Endstufenröhre zeitnah verabschieden würde!  Denn wie heißt es doch so schön in der Röhrenamp-Bibel: Betreibe einen Röhrenverstärker niemals ohne Box oder Lastwiderstand.

 

Zurück zum Thema. Die Rückwand des Class 5 ist mit sieben Holzschrauben fest verschraubt. Der Amp atmet durch eine schmale Bassreflex-Öffnung im unteren Gehäusebereich. Für einen satten Bodenkontakt sorgen vier Standard-Gummifüße

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