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Test
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30.07.2012

Mapex Black Panther „Machete“ Test

14" x 6,5" Stahl Snaredrum

Mit stählerner Klinge in die Soundschlacht

Die Mapex Black Panther Machete-Snare im bonedo-Test - "If you're in need of a drum that can hack its way through the thickest of guitar noise, look no further." heißt es auf dem an der Trommel baumelnden Etikett. In Verbindung mit dem für dieses Vorhaben durchaus passend erscheinenden Namen "Machete" wirkt es fast so, als hätten die Marketingstrategen vorrangig eine Kundschaft im Auge, deren Oberarme in etwa den Umfang der Oberschenkel des ehemaligen Fussballstars Roberto Carlos haben. Sanfte Gemüter, denen diese Art von martialischer Symbolik einen Schauer über den Rücken jagt, mögen sich damit trösten, dass der Lautstärke eines Klangkörpers durchaus physikalische Grenzen gesetzt sind. Außerdem hat der Herr Carlos bestimmt auch mal einen sanften Pass gespielt und eher selten das Torgebälk zerschossen.

Wie gut, dass meine Oberarme eher den Umfang der Unterschenkel des Magermodels "Twiggy" haben, denke ich und überlege trotzdem vorsichtshalber, wo ich denn den Gehörschutz das letzte Mal gesehen habe. Furchtlos gilt es nun zu ergründen, ob diese Snare mehr kann, als jede Art von Klangdickicht brutal zu zerschlagen.

DETAILS

Frisch ausgepackt ist auch diesem Modell aus der neuen Black-Panther-Serie eine gewisse Grazie nicht abzusprechen. Die Oberfläche des einen Millimeter starken Stahlkessels ist horizontal gebürstet und erhält dadurch eine edel wirkende Anthrazitfärbung. Am Rand ist der Kessel nach innen gebogen, es ergibt sich eine Gratung von 45 Grad. Die Auflagefläche ist dabei weich abgerundet und weist keinerlei Unregelmäßigkeiten auf. Im Bereich des Teppichs ist die untere Kante etwas flacher eingebogen und bildet ein sauberes Snarebed, das in der Breite etwa 20 Zentimeter misst und maximal 1,5 Millimeter tief wird. Die Trommel ist zu 100 Prozent rund und die auf der Innenseite zu erkennende, saubere Schweißnaht gibt Aufschluss über den traditionellen Herstellungsprozess. Es handelt sich hier also um eine gebogene Stahlplatte.

Ebenfalls hübsch aufgebürstet kommen die zwanzig Böckchen daher, die jeweils von nur einer Schraube am vom Rim entfernten Ende gehalten werden. Halbkugelförmige Metallunterleger an der Innenseite sorgen für den bombenfesten Halt. Auch die Sonic Saver Hoops fügen sich optisch nahtlos ein, sind an der Oberseite von außen nach innen geflanscht und haben dadurch eine sanft verlaufende, zirka fünf Millimeter breite Aufprallfläche. Eine schicke Gravur im oberen Spannreifen verrät den Stolz seiner Entwickler, die eigenen Angaben zufolge das fehlende Glied zwischen herkömmlichen und gusseisernen Spannreifen kreiert haben. Immer wieder gerne erwähne ich die Vorzüge der Snareabhebung, mit der Mapex alle schwarzen Panther ausstattet. Durch das Lösen des vom Kessel weg zu bewegenden Klapphebels schiebt sich ein Zylinder, an dessen Unterseite der Teppich befestigt ist, nach unten. An der Oberseite befindet sich eine geriffelte Stellschraube, die mit dem sogenannten Micro-Lock-System versehen ist, das die Schraube nach jeweils einer Fünftel-Umdrehung einrasten lässt. Der leichtgängige Hebel steht in vollständig gelöstem Zustand in waagerechter Position. Nahezu geräuschlos geschieht das Hochklappen, weil ein kleiner Kunstoffpuffer verhindert, dass Metall auf Metall trifft. Am unteren Ende des Zylinders werden die Teppichschnüre klassisch zwischen zwei Metallplatten eingeklemmt, und zwar durch das Anziehen der beiden Vierkantschrauben mit einem Stimmschlüssel. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich das baugleiche Zylindersystem samt Stellschraube aber ohne den Hebelmechanismus.

Alle Hardwareteile sind hervorragend verarbeitet, fingerschonend abgerundet und selbstverständlich durch Kunststoffunterleger vom Kessel getrennt. Zur Erstausstattung gehören ein aufgerautes Remo Weatherking Ambassador Fell oben, auf der Unterseite ein klares Ambassador Snarefell sowie ein hochwertiger Snareteppich mit zwanzig unverchromten Stahlspiralen und Kupferendstücken. Der Vollständigkeit halber wäre noch zu erwähnen, dass sich sowohl das rechteckige Badge samt der Panthersilhouette als auch das gegenüberliegende Luftloch ordnungsgemäß an ihrem Platz befinden. Letzteres wirkt von außen ein wenig wie ein kleiner Militärorden und wird innen von einer großen Mutter gekontert, die zudem ein kleines Metallschildchen festhält, das sowohl Herstellungsland (China) als auch Seriennummer bekannt gibt. Dann wird es nun also Zeit, mit dieser feingeschliffenen Machete klanglich ordentliche Hiebe zu verteilen.

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