Test
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13.12.2018

Praxis

Mackie MC-250: Verwendungszweck 

Als geschlossener Studiokopfhörer mit (Achtung Spoiler!) wirklich brauchbaren und detailreichen Wiedergabeeigenschaften gibt es eigentlich keine Studioanwendung, für die der Mackie MC-250 nicht zu gebrauchen wäre. Selbst kritische Mix- und Mastering-Beurteilungen halte ich bei dem preiswerten Modell für denkbar. Eine mögliche Einschränkung oder zumindest Kontrollbedarf sehe ich in der für die Bauart vergleichsweise mittelmäßigen Dämmung. Einige Musiker haben die „schlechte Angewohnheit“, einen besonders lauten Kopfhörermix zum Einspielen oder Einsingen zu fordern, was mit dem Mackie Kopfhörer im ungünstigsten Fall zu unerwünschten Übersprechungen bei Mikrofonaufnahmen führen könnte.

Tragekomfort des Mackie MC-250

Ein moderater Anpressdruck und die angenehm weichen Polstermaterialien des MC-250 sorgen für einen hohen Tragekomfort, auch über längere Zeiträume, bei gleichzeitig sicherem Sitz. Die Ohrmuscheln passen sich meiner Kopfform gut an, allerdings ist die Größenanpassung nach oben hin etwas limitiert, sodass Menschen mit einem größeren Kopf der MC-250 eventuell zu klein sein könnte.

Klang

Die folgenden Kopfhörerverstärker bzw. Ausgänge wurden zum Praxistest des Mackie MC-250 verwendet:

iPhone SE

UAD Apollo 8

SPL Phonitor mini

Lake People G93

Neben diversen akustischen Experimenten (Sinus-Sweeps, übliche DAW- Tätigkeiten) habe ich einen stilübergreifenden Mix eigener und fremder Produktionen über den MC-250 angehört und analysiert.

Frequenzgang

Im Gegensatz zu vielen „reinen“ Monitoringkopfhörern liefert der MC-250 ein überraschend frisches Klangbild, was die mittleren und hohen Frequenzen betrifft. Für diese Preisklasse liefert der Mackien einen überraschend ehrlichen Bass, der satt und tief klingt, wenn er im Mix tatsächlich satt und tief ist. Der Mackie Kopfhörer bläst nichts auf, wo nichts ist. Das gefällt mir gut, es macht den Mackie MC-250 somit tatsächlich zu einer Empfehlung für den universellen Profieinsatz. Im David-vs.-Goliath-Vergleich mit meinem mehr als fünfmal so teuren Adam Audio Studio Pro SP-5, der aktuell meine persönliche Benchmark in der Kategorie geschlossener Studiokopfhörer ist, kann der preiswerte Mackie nicht ganz mithalten. Das liegt vor allem daran, dass die unteren Mitten etwas weniger Substanz haben und die Höhen nicht ganz so fein aufgelöst sind. Der MC-250 schlägt sich aber wacker und bietet einen aussagekräftigen Blick auf das Frequenzgeschehen, das präzise genug für kritische Klangentscheidungen ist. 

Impulsverhalten

Das bedeutet knackige Transienten und ein nahezu kompressionsfreies Ein- und Ausschwingen tieffrequenter Impulse erlaubt Beurteilungen und aktives Eingreifen in die Dynamikbearbeitung von Mixes und Einzelspuren. Die Impulstreue des Mackie Kopfhörers ist von einer Qualität, die man in dieser Preisklasse und auch darüber nicht so häufig vorfindet.

Räumliche Abbildung

Die Vermittlung eines natürlichen Raumeindrucks zählt nicht zu der Paradedisziplin geschlossener Kopfhörer, wobei der MC-250 bei breiter Bühne und hoher Transparenz eine mehr als zufriedenstellende Leistung liefert. Eine Beurteilung und aktive Eingriffe in die Stereopositionierung sind auch unter professionellen Ansprüchen möglich, wobei die Authentizität der Raumabbildung noch einmal deutlich durch die Verwendung der Crossfeed-Funktion meiner SPL Verstärker aufgewertet wird. 

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