Hersteller_Korg
Test
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10.06.2011

Korg Kronos Test

Workstation

The Workstation strikes back

Workstations sind eigentlich recht praktisch: Sie bieten Hunderte bis Tausende von Sounds und zahlreiche nützliche Features, darunter Masterkeyboardfunktionen, Sequenzer, große Displays und vieles mehr. In der Regel sind sie ultra-zuverlässig, stabil und schnell auf- und abzubauen und erfreuen sie allein schon deshalb vor allem bei Live-Keyboardern seit Jahren großer Beliebtheit. In letzter Zeit aber begann ihr Stern zu sinken, denn es wurde immer deutlicher, dass die meisten Sounds irgendwie kompromissbehaftet sind. Und anspruchsvolle Musiker stillen ihren Durst nach wirklich amtlichen Sounds inzwischen immer öfter woanders: Klavier- und E-Pianosounds aus dem Laptop, Orgelsounds aus hauptamtlichen Hammond-Clones und klassische Synthesizersounds aus virtuell-analogen Hard- oder Software-Synths.

Keine der bisherigen Workstations hält da mehr mit . Im Gegenteil: Wo z.B. bei Softwarepianos 8-16 Velocity Layer und gigabytegroße Samples Standard sind, kommen die Workstations immer noch mit einer handvoll MB-Samples und 3 bis 4 Layern daher. Die Workstation-Orgeln haben entweder keine Zugriegel und/oder lausige Leslieeffekte, die „analogen“ Sounds basieren auf gesampelten Wellenformen, was sich bei etwas ambitionierterem Soundgeschraube durch Aliasing negativ bemerkbar macht. Dabei wäre es durchaus praktisch, wenn man ALLE State-of-the-Art-Sounds in EINEM Keyboard haben könnte und nicht für jeden Gig einen Zoo aus Stagepiano, Orgel, VA-Synth, Sampler, Laptop etc. aufbauen müsste.

Das dachte sich wohl auch Korg und schickt sich deshalb an, mit dem Kronos eine Wundermaschine auf den Markt zu bringen, die andere Workstationhersteller das Fürchten lehren soll. Ob deren Furcht wirklich begründet ist, wird dieser Test zeigen.Da der Kronos ein sehr komplexes Instrument mit unzähligen Features ist, kann dieser Testbericht keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Ich habe stattdessen einige Einzelaspekte, die mir persönlich wichtig erscheinen, herausgepickt und mir angeschaut, wie sich der Märchenprinz in der Praxis anstellt. Eine Übersicht über die Features des Kronos gibt es in der bonedo-Preview, deren Lektüre ich vorweg empfehlen möchte.

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