Hersteller_Korg
Test
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13.05.2015

Praxis

Touch & Drag

Das Problem beim Bedienen vieler Workstations ist das lästige indirekte Anwählen und Verändern der vielen Parameter mittels Cursor-/Eingabetastern und Datenrad. Da wird man mitunter schon mal ausgebremst. Für eine direkte Selektion und detaillierte Steuerung der Parameter verfügt der neue KRONOS über einen 8“-Farbtouchscreen mit neuer Drag-Funktion.

Dies funktioniert ganz einfach, indem man mit dem Finger auf den jeweiligen Parameter im Display tippt und dann zur Werteeingabe nach oben und unten rutscht. Allerdings muss man sich erst ein bisschen einarbeiten: Man sollte das Display auf seinen Fingerdruck kalibrieren und dann lernen, wo genau man hintippen muss. Nach kurzer Einarbeitungszeit funktioniert dies in der Praxis ganz gut, auch wenn es nicht so flutscht wie etwa bei einem iPad.

Dennoch empfinde ich die neue Drag-Funktion als eine Bereicherung, denn so stellt die Bedienung einen Kompromiss aus herkömmlichem Workstationhandling und direkter Bedienung mittels Potis und Taster dar. Damit kann man die riesige Parameterflut gut und nach kurzer Zeit relativ schnell und sicher kontrollieren und steuern. Vor allem die Bedienung der Synth-Engines AL-1, MS-20EX, Polysix und MOD7 mit ihren virtuellen Potis und Kabelverbindungen läuft schneller von der Hand als bisher.

Sounds

Schon der Sound des Ur-KRONOS und des KRONOS X war in allen Bereichen erstklassig. Daran hat sich beim KRONOS 2015 nichts geändert. Das neue Berlin Grand liegt in 16 verschiedenen Variationen in den Kategorien Soft, Dark, Normal und Bright vor. Es klingt gegenüber dem German und Japanese Grand mächtiger und voluminöser mit einem knackigeren Attack. Da es zudem etwas heller als das German Grand klingt, wirkt der Sound direkter. Die Übergänge der 12 Velocity-Stufen sind dabei sehr gut gelöst und quasi nicht wahrnehmbar. Die Pianosounds klingen durch die vielen Features äußerst authentisch und lebendig. Sie sind und bleiben in dieser Qualität nach wie vor einzigartig in einer Workstation.

Beim Einsatz der Una Corda Samples des Berlin Grands wird der Sound dunkler und angenehm weich, ohne aber an Klangfülle einzubüßen. Hervorragend für romantische und intime Stimmungen.

Von der Sympathetic String Resonant Funktion profitieren sämtliche Klaviersounds. Der Klang bekommt eine schönen räumlichen Eindruck und angenehm warme Schwebungen, vor allem im Diskant und in der langen Ausklingphase. Für eine sehr detailreiche Abbildung wird beim Drücken und Loslassen des Sustain-Pedals jeweils ein Sample getriggert, das die Dämpfergeräusche des Flügels wiedergibt.

Die neuen Bläsersounds der EXs18 Collection beinhalten Trompeten-, Horn- und Section-Samples in unterschiedlichen Spielweisen (Sforzando, Expressive, Shake, Fall/Gliss.). Sie klingen allesamt sehr frisch mit viel „Blech“.

Die Solo- und Ensemblestreicher der EXs 18 Collection sind mit ihrem Vibrato und weichen Klang eher für intimere Stimmungen geeignet. Man hört hier sehr schön, wie der Bogen über die Saiten streicht. Bei den Klängen Stradivari und Cello handelt es sich um sehr ausdrucksvolle Soloinstrumente, bei denen man via Switch-Taster zwischen Legato- und Spiccato-Spielweise umschalten kann. Allerdings hat der KRONOS hier mit Aliasing in den hohen Lagen zu kämpfen.

Ob Uuh, Summen, Flüstern oder Sprechen, die Chorsamples der EXs18 liegen jeweils in Männer- und Frauenstimmen vor und sind mit ihrem klaren, weichen Klang besonders für klassische Musik prädestiniert.

Die neuen Programs des KRS 07 Sound Pack 3.0 beinhalten hauptsächlich Signatursounds vieler Songs der letzten sechs Jahrzehnte. Darunter befinden sich sowohl Pop- und Rockklassiker als auch aktuelle Chart-Hits. Alle Sounds sind sehr detailreich programmiert und haben durch die Bank einen hohen Wiedererkennungswert bzw. Originalgehalt – eine Freude für alle Coverband-Keyboarder. Zum Jammen gibt's im Drumtrack des KRONOS auch jedes Mal den passenden Groove dazu. Party on!

Die neuen Combinations beinhalten diverse Splits und Layers in verschiedenen Stilistiken. Bei vielen kommt der Karma so richtig zum Einsatz und lädt zum Spielen und Experimentieren ein.

Wie gehabt spielt der KRONOS soundmäßig in allen Belangen weiterhin in der obersten Liga mit. Die neuen Sounds bringen das Instrument auch stilistisch wieder auf den neuesten Stand und zeigen, wie vielseitig die neun Soundengines des KRONOS sind.

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