Gitarre Hersteller_Keeley
Test
1
28.06.2019

Praxis

Auch wenn man es hier im Grunde mit zwei Geräten in einer Box zu tun hat, also einem Fuzz mit nachgeschaltetem Zweiband-EQ, ist der Keeley Fuzz Bender ein waschechtes Fuzzpedal mit allen Vor- und Nachteilen. Das bedeutet auch, dass der nachgeschaltete Amp in der Soundgestaltung eine sehr große Rolle spielt. Wer im Zusammenspiel mit dem Keeley Fuzz Bender einen glasklar eingestellten Amp, oder noch schlimmer, einen Transistoramp a la Roland Jazzchorus verwendet, kommt klanglich auf keinen grünen Zweig. Erst wenn der verwendete Amp bereits in die Sättigung gefahren wurde, klingt es so, wie man es von Leuten wie Bonamassa, Eric Johnson oder auch Jack White kennt. Auch Hendrix hat sein Fuzzface vor einem weit aufgerissenen Marshall verwendet, um damit die Verzerrung des Amps zu verfeinern und zu erhöhen. Diese berühmten Gitarristen haben natürlich auch unsere Hörgewohnheiten auf bestimmte Sounds geeicht. Naturgemäß funktionieren Fuzzpedale am besten mit den Amps, die es zu Zeiten gab, als diese Geräte entwickelt wurden, sprich Marshall, Vox, Hiwatt und Orange, während mir persönlich Fenderamps nicht so gut gefallen. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Da man das Pedal nicht clean einstellen kann, gibt es dementsprechend auch keine cleanen oder angezerrten Soundbeispiele. Bevor es zur Sache geht, gibt's hier zuerst ein Referenz-Audiobeispiel mit dem in die Sättigung gefahrenen Marshall JMP.

Kommen wir zu meiner Lieblingseinstellung, mit der ich im Grunde schon sehr gut leben könnte. Hier ist der Bias-Regler komplett zurückgedreht, wodurch das Pedal die beste Dynamik bietet. Der Fuzzregler steht auf 11 Uhr, während ich mit dem Levelregler den Marshall noch leicht gekitzelt habe. Der Trebleregler steht auf 11 Uhr, Bass und Bias auf Minimum.

Die Verzerrung beginnt in einer mittleren Stärke und je weiter man den Regler aufdreht, um so fetter und komprimierter klingt das Endergebnis. Dabei tendiert der Sound eher in Richtung Germanium und weniger modern als Pedale, die ausschließlich mit Siliziumtransistoren arbeiten. Auch die typische Komprimierung im Anschlag kommt sehr definiert und authentisch angeflogen. Hier gibt's drei Einstellungen des Fuzzreglers. Das Audiobeispiel beginnt auf 9 Uhr, gefolgt von 12 Uhr und 17 Uhr.

Robert Keeley und sein Team haben den Treble-Regler ausgezeichnet auf das Gerät und den Fuzzsound abgestimmt. Wenn man den verwendeten Amp in die Sättigung gefahren hat und er somit für einen Teil der Gesamtverzerrung zuständig ist, lässt sich seine Zerrstruktur mit dem Trebleregler sehr gut modellieren. Die Wirkungsweise hört ihr im folgenden Soundbeispiel. Zuerst steht er auf 9 Uhr, gefolgt von 12 Uhr und 16 Uhr.

Der Bassregler greift beim Keeley Fuzz Bender im 100 Hz-Bereich, was für Gitarrensounds recht tief ist. Deshalb sollte man hier nicht zu viel Gas geben, denn sonst wird der Ton schnell zu fett. Schließlich muss die Eingangsstufe des verwendeten Amps ein zu basslastiges Signal erst einmal verdauen können. Auch vom Bassregler habe ich für euch wieder die drei Einstellungen 9, 12 und 16 Uhr aufgenommen.

Mit dem Bias-Regler verbindet mich so etwas wie eine Hassliebe. Je weiter man ihn aufdreht, desto kaputter klingt das Pedal. Gleichzeitig geht die Dynamik flöten und der Ton stirbt beim Ausklingen der Saiten sehr schnell ab. Aber genau das hat wiederum seinen Reiz. Das folgende Beispiel zeigt den Poti in den drei Einstellungen 9, 12 und 16 Uhr.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare