Gitarre
Test
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13.09.2008

Der Ibanez Tube King TK909HT hat einen ab Werk abgesenkten Mitten-Bereich und liefert somit eine gute Grundlage für Heavy-Sounds. Das daraus resultierende stramme Low-End trägt zum bestmöglichen Röhrensound-Ergebnis bei.
Beim ersten Anspielen wird man sofort von der lebendigen und organischen Ansprache des Kings aus den Socken gepustet. In Sachen Druck und Power klingt das Ganze fast wie ein verzerrter Kanal eines Amps.

Der Tube King weiß dabei mit sehr gut ansprechenden EQ-Reglern ein umfassendes Feld an Sounds abzudecken, ohne über tote Winkel im regelbaren Frequenzbereich zu stolpern. Sowohl dezent einzusetzende Blues-Leads, als auch in die Sättigung gefahrene Power-Chord-Riffs stehen auf der Tagesordnung.
Bei weit aufgerissenem Drive-Regler erhält man einen sehr runden, warmen und sustainreichen Lead-Sound, aber auch brettharte Rhythmus-Sounds mit zünftigem Attack.

Der Presence-Schalter kann mit seinen zwei Positionen (Hi/Lo) je nach Geschmack das High-End mit mehr oder weniger Schärfe und Biss würzen, erledigt diese Aufgabe aber sehr geschmackvoll und dezent. So bewegt man sich nicht dauernd zwischen zwei Sound-Extremen, sondern fügt lediglich eine kleine Klangnote hinzu.
Die neue Arbeitsweise der Röhre punktet zudem mit hörbarer Transparenz auch in hohen Zerrgraden und einer ansprechenden und durchsetzungsfähigen Dynamik.
Was aber nachhaltig zum Charakter des Gerätes beitragen dürfte, ist das ewig andauernde Sustain - unglaublich, wie lange der Ton lebendig bleibt!

Hier habe ich noch ein paar weitere Sounds für euch aufgenommen:

 
 

Hinweis: Alle Audiofiles auf dieser Seite sind über ein Sovtek Mig 50 aufgezeichnet worden. Alle Regler des Tops sind dabei brav in der 12-Uhr-Stellung geblieben.

Wie ist es jetzt um den allgemeinen Charakter dieses Bodeneffekts bestellt?
Der Grundsound des Tube King beruht auf leicht beißenden Höhen und eigenwilligen Mitten. Dies macht ihn vor allem für Metal-Gitarristen interessant. Das Mid-Poti bietet zwar genügend Spiel, verändert aber nichts am vordergründigen Charakter der oberen Mitten.
Das ist keine Ausfallerscheinung. Vielmehr prägt es die Persönlichkeit dieses Verzerrers und lenkt ihn ein Stückchen weiter in Richtung moderner amerikanischer HiGain-Sounds, wohingegen seine Vorgänger eher im Brit-Genre angesiedelt ist.

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