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09.02.2018

Horizn Studios DJ-Trolley Pro Model ST

DJ-Trolley

Der neue Standard für den reisenden DJ?

Früher fuhr oder flog DJ mit dem Plattenkoffer zum Gig. Durch digitales Auflegen haben sich die Anforderungen geändert: Laptop, Kopfhörer, USB-Sticks, Kabel und Unterwäsche passen auch in normale Koffer und Rucksäcke, aber geht das nicht auch noch etwas smarter? Das hat man sich auch beim Kofferhersteller Horizn Studios aus Berlin gedacht und in Zusammenarbeit mit Star-DJ Seth Troxler einen Trolley speziell für DJs konzipiert, groß genug fürs DJ-Wochenende, klein genug fürs Handgepäck. Denn fast jeder reisende DJ hat schon mal erlebt, dass eingechecktes Gepäck beschädigt wurde oder gar verloren ging. Nichts einchecken, alles mit an Bord, lautet daher bei den meisten Kollegen die Devise. Geht das mit dem Pro Model ST? Mijk van Dijk hat ihn für Bonedo mit auf Tour genommen.

Details

Der Horizn Pro Model ST ist ein kompakter Hartschalenkoffer aus Polycarbonat. Das „Material aus der Luft- und Raumfahrttechnik“ macht einen sehr stabilen Eindruck, fest genug, um Stöße gut wegzustecken, nachgiebig genug, um nicht unter Druck zu brechen.

Der Trolley kommt im stylischen schwarzen Karton, eingehüllt in eine große schwarze Stofftasche mit aufgeprägtem schwarz-glänzenden Horizn Studios Schriftzug, die mit einer Kordel zur staubgeschützten Aufbewahrung zugezogen wird. Per umlaufendem Reißverschluss wird der Pro Model ST zugezippt, verschlossen mit einem TAE-Nummernschloss, dessen dreiziffriger Code frei gewählt werden kann. 

Die praktische Außentasche aus Nylon ist groß genug für 15-Zoll-Laptops und bietet innen weitere Fächer für Pässe, Flugtickets oder Zeitschriften. Leider ist hier kein Schloss vorgesehen, auch die Zipper bieten keine Möglichkeit, ein Vorhängeschloss anzubringen.

Getragen wird der Pro Model ST mittels schwarzem Gummigriff, der flach aufliegt und trotzdem gut zu greifen ist. Es fällt auf, dass der Koffer beim Hochheben leicht schräg hängt. Ich empfinde das als angenehm, da er sich mit etwas Abstand vom Körper sehr komfortabel tragen lässt und die eventuell straßenverschmutzten Räder nicht an der Hose entlangrödeln.

Die vier 360 Grad drehenden Rollen aus japanischer Produktion laufen leicht und geräuscharm. Der Teleskopgriff aus Aluminium ist schön stabil und leichtgängig. Sahniger als der an meinem UDG-Trolley, robuster als der an meinem Rimowa Topas Pilotenkoffer. Vor allem aber nimmt er wirklich wenig Platz im Innenraum des Koffers weg.

Aufgeklappt präsentiert sich der Pro Model ST mit einer tieferen und einer flacheren Hälfte, beide ausgekleidet mit schwarzem, leicht glänzenden Innenfutter. Sieht prima aus und fühlt sich wertig an. Im tieferen Compartment sind fünf abgerundete Boxen in drei verschiedenen Größen per Klettband herausnehmbar befestigt, die DJ mit allem möglichen Kleinkram befüllen soll. Hier passen Kabel, Netzteile, Socken und Unterwäsche rein, in die größte Box sogar drei bis vier T-Shirts. Verschlossen werden die kleinen Boxen mit einem kräftigen Klettverschluss. Wem das zu viel Ordnung und/oder zu viel Platzverschwendung ist, der nimmt die kleinen Täschchen einfach raus und stopft das Gepäck wie gehabt hinein.

Im wegen des verbauten Teleskopgriffs etwas flacheren Compartment sind seitlich zwei kleine Netztäschchen angebracht, die für Kleinkram wie USB-Kabel gedacht sind. Der Inhalt beider Kofferhälften wird durch je zwei robuste, verstellbare Bänder vor dem Herausfallen bei Aufklappen gesichert.

Zusätzlich gibt es noch ein Slingbag mit festem, aber elastischem Trageband, das über den Teleskopgriff gestülpt wird. Es bietet sich an, um dort all die Dinge zu transportieren, die während der Reise griffbereit sein sollten. Es ist nämlich wirklich nervig, den Pro Model ST immer wieder aufzuzippen und komplett aufzuklappen, nur um den durchsichtigen Plastikbeutel mit den flüssigen Reiseutensilien wie Zahnpasta, Creme oder Parfum beim Security-Check vorzuzeigen.

Der Slingbag ist vom Design her den fünf kleinen Compartment-Boxen sehr ähnlich, aber größer und passt somit nicht in den Trolley hinein. Eine Aussparung am Boden sorgt dafür, dass er perfekt auf dem Trolley-Griff aufsitzt. Verschlossen wird der Slingbag per Reißverschluss.

For the love of vinyl

Obwohl ich zumeist mit USB-Sticks auflege, nehme ich gerne mal ein paar Platten mit: neue Promos, Vinyl-only Releases oder Locked Groove Endlos-Rillen. Für den Fall, dass es Probleme mit den CDJs gibt oder meine USB-Sticks streiken. Und einfach, weil es geil ist, Vinyl aufzulegen. Kollege Seth Troxler geht das anscheinend genauso und darum hat er dafür gesorgt, dass auch eine spezielle Maxi-Single-Halterung im Pro Model ST an Bord ist. Die hält bis zu 25 12-Inches nicht nur sicher im Koffer zusammen, sie hat auch einen Taschengriff, um die Scheiben in den Club zu tragen. Die geniale Zone betreten wir spätestens dann, wenn wir im Club angekommen sind, denn dort wird aus der behelfsmäßigen Plattentasche ein praktischer Plattenständer. Kramen in der vollgestopften Nerdbag, die unten in der Bierpfütze steht, war gestern. Leider ist der Ständer doch recht fummelig und DJ sollte das Aufbauen vorher noch mal zu Hause üben. 

I’ve got the power

Unter dem Teleskopgriff befindet sich – geschützt durch eine Plastikklappe – eine mattschwarze Powerbank mit A+ Lithium-Polymer-Batteriezellen und einer satten Kapazität von 10.000 mAh/37 Wh. Über zwei USB-Anschlüsse können zwei Geräte gleichzeitig geladen werden. Die Powerbank ist kompatibel mit den Richtlinien der internationalen Luftverkehrsvereinigung IATA. Sie ist außerdem herausnehmbar, zum Aufladen, zur Nutzung ohne den Koffer oder für den Fall, dass der Pro Model ST eingecheckt werden muss: Viele Airlines erlauben keine Batterien mehr im Frachtraum.

 

Also einfach Powerbank entnehmen, ins Handgepäck packen und das Problem ist keins mehr. Selbst ein schwarzes USB-Lightning-Kabel zum Laden eines iPhones an der Powerbank ist im Lieferumfang enthalten, gut versteckt in einem der Netztäschchen im Innenraum des Pro Model ST.

 

 

 

 

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