Test
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01.10.2009

Hercules DJ Control Steel Test

Panzer statt Lendenschurz

Intro

DJ-Controller werden aus Platzmangel gern im sonst zu vollen Studio oder zu Hause eingesetzt, sind aber auch für den mobilen Einsatz konzipiert, denn mit Laptop, Controller und Sound-Interface hat der DJ seine persönliche Lieblingskonfiguration ständig parat. So stöpselt er sich im Nu in jede PA, ohne auf Gerätschaften angewiesen zu sein, die vielleicht vorhanden, aber alles andere als optimal sind. Vinyl- und CD-DJs, die häufig den Veranstaltungsort wechseln und mit unterschiedlichen Ausstattungen diverser Locations klarkommen müssen, wissen ein Lied davon zu singen. Zuverlässigkeit wird beim portablen Equipment groß geschrieben, und das wird über die Punkte Betriebssicherheit, Verarbeitung und Robustheit definiert, denn schließlich unterliegen die Geräte einer großen Belastung beim täglichen Gebrauch, beim Verkabeln und natürlich auch beim Transport.

 

Meinem Vestax VCI-100 beispielsweise waren Abnutzungserscheinungen schon nach etwas mehr als einem Jahr recht deutlich anzusehen, obwohl er ständig in einer Schutztasche transportiert wurde. Daneben spielt aber auch die Qualität der Audioschnittstelle eine wichtige Rolle, denn nicht für jeden Einsatzort oder jedes Genre benötigt der DJ gleich ein 500 Euro teures Interface. Ein weiterer Aspekt für oder gegen den Kauf eines Controllers ist nicht selten die mitgelieferte Software, denn sie muss betriebssicher und bestmöglich auf das Gerät abgestimmt sein. Im Klartext bedeutet das: Sie sollte sofortiges Arbeiten ohne aufwendige MIDI-Konfiguration ermöglichen und sich per Upgrades den wachsenden persönlichen Ansprüchen des Benutzers anpassen lassen.

Der französische Hersteller Hercules/Guillemont, der vor allem durch Consumer Electronics wie Lautsprechersysteme, Soundkarten oder Webcams einen großen Bekanntheitsgrad erlangte, ist schon seit geraumer Zeit auf dem DJ-Sektor tätig. Das momentane Produktportfolio umfasst die Plastik-Body-Interfaces DJ Control MP3 e2, DJ Control MP3, Mobile DJ MP3 und DJ Console Mk2. Dabei handelt es sich um Geräte, die hinsichtlich ihrer Qualität, ihres Layouts und des Funktionsumfangs der Bedienelemente eher Einsteigern und Heimanwendern für gelegentliche Partys ihren Dienst anbieten. Allerdings haben sie sich in dieser Gruppe über die Jahre einen festen Platz geschaffen und zählen dort zu den meistverkauften DJ-Controllern. Geräte mit der Bezeichnung Console besitzen ein integriertes Soundinterface. Mit DJ Control Steel und DJ Console Rmx schlägt Herkules einen neuen Weg ein, und ambitionierte Einsteiger und semiprofessionelle Anwender stehen dabei fest im Fokus. Steel, das mir heute zum Test vorliegt, ist ein fast drei Kilogramm schweres Zweikanal-USB-MIDI-Mischpult im Stahlgehäuse, das im Gegensatz zum Rmx auf ein eingebautes Sound-Interface verzichtet. Somit ist es gerade für angehende Controller-DJs interessant, die bereits über eine Audioschnittstelle verfügen. Mit seinem aktuellen Straßenverkaufspreis von etwa 200 Euro kämpft der Stählerne mit Numarks Kunststoff-Case-Controller Total Control, Alu-Player Reloop Digital Jockey 2 und Metall-Mixer Numark Stealth Control um die Gunst der DJs.

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