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Test
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16.03.2018

Heavyocity Scoring Guitars 2 Test

Kontakt Library

E-Gitarren-basierte Sample-Library für Filmmusik und mehr

Der 2003 gegründete Hersteller Heavyocity ist inzwischen ein Begriff für hochwertige Sounds mit einem Fokus auf Film- und Gamemusik, was die Verwendung in herkömmlichen Musikproduktionen aber keinesfalls ausschließt. Die für Native Instruments Kontakt erhältliche Library Scoring Guitars 2 wird auch als Gravity Pack 05 bezeichnet, da die Engine des populären Scoring-Tools Gravity als Basis dient. Der Besitz dieser umfassenden Library ist zum Verwenden von Scoring Guitars 2 aber nicht notwendig.

 Wie man unschwer dem Namen entnehmen kann, dienen primär (E-)Gitarren-Samples als Basis der insgesamt 388 Kontakt-Instrumente, welche die bereits seit Längerem erhältliche Library Scoring Guitars (Gravity Pack 03) ergänzen. Beim Stichwort Scoring denkt man vielleicht eher an Streicher wie Heavyocitys Novo Modern Strings und nicht automatisch an Gitarren, von daher bin ich sehr gespannt, was mich bei dieser Library erwartet und wie sich die Sounds einsetzen lassen.

Details

Download und Installation

Nach dem Kauf erhält man die Seriennummer sowie eine ausführliche Installationsanleitung per E-Mail. Der Download und die Installation erfolgen über einen eigenen Installer, welcher die heruntergeladenen RAR-Dateien selbständig entpackt und die Library automatisch installiert, ohne dass man irgendwelche Dateien in irgendwelche Ordner schieben muss, wie es bei anderen Produkten schon mal der Fall ist. Nach der Eingabe meiner Seriennummer in die Native Instruments Managing-Software „Native Access“  konnte ich die Library unmittelbar in meiner Vollversion von Kontakt 5 öffnen. Wer bisher keine Version des Samplers besitzt, kann hier den kostenlosen Player herunterladen.

Instruments

Scoring Guitars 2 beinhaltet insgesamt 388 Kontakt-Instruments, wobei sich diese hohe Anzahl tendenziell in den umfangreichen Darbietungsalternativen der vorhandene Sounds begründet. So existieren beispielsweise jeweils eigene Instruments zu allen Samples, die in Soundmenüs (Multisamples mit 1 Sound je Key) enthalten sind. Generell sind die Instruments in folgende Kategorien unterteilt:

  • Ambient Beds and Drones
  • Melodic Pulses and Phrases
  • Pads
  • Rhythmic Pedals

Innerhalb dieser Kategorien gibt es viele Instruments, in welchen die jeweiligen Samples mit oder ohne Effekt (im Audiofile) vorliegen sowie optionale Varianten, in denen die Samples rückwärts abgespielt werden. Weiterhin bestehen diverse Instruments, beispielsweise in der Kategorie Pad, aus dreifachen Layern, deren einzelne Bestandteile ebenfalls als eigenes Instrument vorliegen. Auf den ersten Blick mag dies ob der Masse vielleicht etwas unübersichtlich sein. Allerdings kann sich diese pedantische Aufteilung und das Wissen darum, dass alle Bestandteile als separates Instrument (mit eindeutiger Benennung) vorhanden sind, im intensiven Produktionsprozess als Vorteil erweisen.

Key-Mapping und Performance-Effekte

Zusätzlich zum Abspielen der Samples lassen sich über MIDI-Noten instrumentenspezifische Funktionen steuern. Praktisch ist das bei Instruments, bei denen auf jeder Taste ein anderes Drone-Sample liegt. Über die tieferen Lagen des Keyboards lassen sich verschiedene Tonhöhen des getriggerten Samples bis hin zu Melodien spielen. Ebenfalls zum Kreativeinsatz eignen sich die sogenannten Trigger FX (TFX), mit denen sich über die Betätigung der Keys F6 bis A6 die Effekte Distortion, LoFi, Filter, Panner und Delay steuern lassen. Die Tasten Bb6 bis C7 aktivieren bzw. deaktivieren den Motion Sequencer, in welchem rhythmische Modulationen von Volume, Pan und Pitch programmiert und auch gespeichert werden können.

Klangverändernde Parameter

Obwohl Scoring Guitars 2 bereits jede Menge durchdesignter Sounds bereitstellt, bestehen selbstverständlich noch vielfältige Möglichkeiten zur Klangformung. Neben den fast schon obligatorischen (Master-)Effekten Reverb, Chorus und Delay (sowie Distortion) befindet sich mittig im GUI ein prominenter Drehregler, mit welchem sich die Intensität der Effekte Twist und Punish einstellen lässt. Bei letzterem handelt es sich um eine Kombination aus Kompression und Sättigung für die Extraprise „Impact“, sofern hierzu Bedarf besteht. Twist ähnelt einer Filtermodulation inklusive LFO mit metrischen Regelzeiten, wodurch sich ein Klang auch ohne den Einsatz von TFX und Motion lebendig gestalten lässt. Natürlich gibt es auch eine Hüllkurve für die Lautstärke, welche je nach Architektur des Instruments (Menü, Layer) sogar für jedes Element/Sample separat vorliegt. Gleiches gilt für die EQ/Filter-Sektion, die ebenfalls jedem Sample/Layer eine eigene Einstellung ermöglicht, sofern dies gewünscht wird. Zusätzlich gibt es noch einen Master EQ zur Frequenzregelung des kompletten Kontakt-Instruments.

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