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Test
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03.07.2020

Heavyocity Intimate Textures & Rhythmic Textures Test

Kontakt-Library / NOVO-Erweiterung

Bässe im Weltraum

Heavyocitys Streicher-Synthie NOVO ist eine hybride Kampfmaschine. Sowohl, was die Anzahl der Presets als auch der Bearbeitungsmöglichkeiten angeht, steht NOVO  an der Streicher-Hybrid-Front ganz weit vorne. Nun erweitert Heavyocity das Angebot um zwei weitere Libraries – die Intimate Textures und die Rhythmic Textures. Was die können und ob die Erweiterungen lohnenswert sind, soll der folgende Kurztest klären. 

Details & Praxis

Download und Installation

Heavyocity hat eine eigene App zum Download seiner Produkte. Die Expansions sind zwischen 14 und 17 GB groß. Heavyocitys Server sind schnell und das Material daher entsprechend zügig auf der Festplatte. Anschließend muss nur noch die Library per Native Access aktiviert werden und schon kann’s losgehen.

Instrumente und GUI

Intimate und Rhythmic Textures sind individuelle Libraries – sie stellen also keine neuen Patches innerhalb von NOVO dar. Beide Libraries enthalten je zwei Texture-Patches für Violine, Viola und Celli sowie ein Texture-Designer-Patch – eine messerscharfe Schlussfolgerung meinerseits: keine Bässe in dieser Library.   

Ich lade ein Instrument, da mich das GUI interessiert. Ob das irgendwelche Unterschiede zu NOVO aufweist? Tut es nicht – das GUI ist exakt dasselbe. Das heißt: Alle Bearbeitungsoptionen von NOVO sind in diesen beiden Libraries ebenfalls vorhanden.

Da die beiden Texture-Pakete vermutlich in erster Linie von denjenigen angeschafft werden, die mit NOVO bereits vertraut sind, setze ich in diesem Test Vorwissen über die Funktionen des Interface voraus. Wer gerade zum ersten Mal darüber nachdenkt, sich NOVO und/oder die Texture-Pakete zu besorgen, dem sei dieser NOVO TEST ans Herz gelegt, in dem alle Funktionen des Interface ausgiebig behandelt werden.

 

Artikulationen der Texture-Patches

Die Texture-Patches bieten bis zu fünf Mix-Presets und haben viele neue Artikulationen im Angebot, darunter teils ungewöhnliche wie Pulses, Waves, Swells, Sliders, Droplets, Shrudders, Overtones. Da geht also eine ganze Menge. Anhand der drei Mikrofonsignale und den Bearbeitungsmöglichkeiten lässt sich damit schon einiges anstellen.  

Der Texture-Designer

Der Texture-Designer bietet die Stack-Funktion. Hier kann man bis zu drei Artikulationen kombinieren und nach Belieben auf der Tastatur mappen. Dadurch können sich ungehörte Welten ergeben. Da man im Tagesgeschäft nicht immer die Zeit hat, selber Soundwelten zu bauen, ist eine solide Preset-Auswahl immer gerne gesehen, und davon bietet der Designer eine ganze Menge. Eingeteilt in insgesamt sechs Kategorien (Organic, Ambient, Evolving, Rhythms, Arps, Pads), die sich jeweils wiederum in bis zu drei Unterkategorien aufsplitten, werden Presets ohne Ende geboten. Da ist vor allem deshalb eine gute Sache, weil man sich dadurch schnell einen Überblick über die Möglichkeiten der Libraries verschaffen und zügig finden kann, wonach man sucht.

Sound

Klanglich stehen die beiden Libraries NOVO in nichts nach. Das würde auch keinen Sinn ergeben, denn es handelt sich ja um Erweiterungen. Toll ist vor allem das Ausgangsmaterial. Die Artikulationen sind teilweise schon so speziell, dass es gar keine Bearbeitung mehr braucht, um neue Welten zu kreieren. Gerade die Wellen und Pulses klingen sehr lebendig.

Mehrere Töne mit verschiedenen Startpunkten in einem der Presets und man bekommt eine interessant morphende Welt, ohne irgendwelche Effekte angeworfen zu haben. In den Soundbeispielen gehe ich sämtliche Artikulationen einmal durch, damit ihr euch selbst ein Bild machen könnt.  

Die FX tun dann ihr Übriges, um die analoge Welt auf ein anderes Plateau zu hieven. Dort ergeben sich dann Soundwelten, deren Ursprung zwar noch erkennbar ist, die aber auf natürlichem Wege unmöglich herzustellen sind. Rein klanglich ist das alles oberste Liga, da bleiben keine Wünsche offen.

Fazit

Heavyocitys Intimate Textures und Rhythmic Textures sind eine hervorragende Erweiterung von NOVO. Vor allem, dass beide Libraries mit vielen neuen Artikulationen und nicht nur mit neuen Presets ausgestattet wurden, macht sie interessant. Dass es sich um individuelle Libraries handelt, in denen alle Funktionen von NOVO beibehalten bleiben, ist ebenfalls ein feiner Zug. Denn dadurch kann man genau die Sounds auswählen, die man braucht, und sich gezielt die dementsprechende Software anschaffen, was finanziell durchaus einen Unterschied macht. Zum Vergleich: NOVO liegt bei 549 Euro und bietet 38 GB Content, die beiden Erweiterungen liegen zusammen bei 298 Euro und bieten knapp 32 GB Content. Es lohnt sich also, genau zu prüfen, was man will, und was nicht. Was die Tools und den Klang angeht, ist alles spitze und wie eben demonstriert, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis ebenfalls erstklassig. 

  • Pro
  • Integriert sich klanglich super
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Viele zielführende Presets
  • Einfache Handhabung
  • Sehr viele Bearbeitungsmöglichkeiten durch das NOVO Interface
  • Übersichtliche Einzel-Libraries
  • Contra
  • Nichts
  • Features
  • 32 GB Content
  • 17 NKIs
  • 413 Presets
  • 14 bzw. 16 teils ungewöhnliche Artikulationen
  • Sämtliche Bearbeitungsmöglichkeiten von NOVO
  • Systemanforderungen
  • Kontakt 5.6.8 (Player) oder später
  • Mac: OS X 10.10, 10.11 oder macOS 10.12 (letztes Update), Intel Core 2 Duo, 4 GB RAM
  • PC: Windows 7, Windows 8, oder Windows 10 (letzte Service Pack, 32/64-bit) Intel Core 2 Duo oder AMD Athlon 64 X2, 4GB RAM
  • Preis
  • pro Expansion: 149,-. Euro (Straßenpreis am 3.7.2020)

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