Gitarre Hersteller_HarleyBenton
Test
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26.07.2021

Praxis

Beim ersten Anspielen präsentiert sich unser Testmodell mit einer angenehmen Saitenlage, die eine leichte Bespielbarkeit ermöglicht, und einem matt lackierten Hals, der toll in der Hand liegt. Darüber hinaus passen die ab Werk aufgezogenen Saiten in den Stärken .010 - .046 sehr gut zum Instrument. Am Gurt neigt die Semiakustik nur ganz dezent zur Kopflastigkeit, was sich aber in der Praxis problemlos durch Auflegen des rechten Arms ausgleichen lässt und so im wahrsten Sinne des Wortes nicht weiter ins Gewicht fällt. Etwas getrübt wird der erste Eindruck von den stellenweise nicht sauber polierten Bundstäbchen. Hier müsste man nachträglich noch einmal Hand anlegen. Im akustischen Schwingungsverhalten erscheint die Gitarre natürlich etwas lebendiger als ein Solidbody-Modell, springt einen aber auch nicht unbedingt an, wozu der Sustain-Block natürlich seinen Teil beiträgt.

Verstärkt wird die Harley Benton Aeolus heute von einem Fender Silverface Bassman aus den 70er-Jahren. Das Amp-Signal läuft über eine Universal Audio OX Box, die diverse Lautsprecher und Mikrofonkombinationen bereitstellt. Außerdem liegen verschiedene Drive-Pedale bereit, um das Instrument klanglich möglichst breit abzubilden.
Wir starten mit den Cleansounds und hören uns erst die drei Pickup-Positionen im normalen Humbucker-Betrieb an. Anschließend wiederhole ich die Prozedur im Split-Coil-Betrieb.

Das kann sich hören lassen! Die Humbucker präsentieren sich mit einem recht moderaten Output und bringen selbst bei härteren Anschlägen den Bassman noch nicht wirklich zum Zerren, wobei der Pegel im Split-Coil-Betrieb erfreulicherweise nur leicht absinkt. Insgesamt wirkt der Sound der Pickups rund und transparent und die Split-Coil-Sounds bieten eine willkommene Erweiterung.
Das bestätigt sich dann auch beim Aufnehmen der folgenden Beispiele. Klar, ein Humbucker mit nur einer aktivierten Spule ersetzt keinen Singlecoil zu hundert Prozent. Spielweisen, die man sonst eher mit Singlecoil-Modellen verbindet, klingen aber dennoch richtig gut.

Beim letzten Beispiel war der Bassman schon etwas weiter aufgedreht und mit diesem leicht angezerrten Sound fühlt der Humbucker am Steg sich dann richtig wohl. Weiter gehts mit den Overdrive-Sounds. Wir hören dazu zunächst ein Lead-Beispiel in allen Einstellungen, wobei ich erneut mit dem Humbucker am Hals beginne. Danach gibts eine Bestandsaufnahme zum dynamischen Verhalten der Pickups. Hier könnte das Volume-Poti etwas sensibler reagieren. Zwar lässt sich der Sound per Poti durchaus entzerren, allerdings muss man es dafür sehr weit zurückdrehen.

Mit diversen Zerrpedalen kommt während der Recording-Session ebenfalls Freude auf. Es lohnt sich, dabei erneut mit den Split-Einstellungen zu experimentieren, auch wenn der Hals-Pickup als Split-Coil im Verbund mit dem Tubescreamer einer guten Strat verständlicherweise nicht das Wasser reichen kann. Ansonsten liefert die Gitarre sehr saftige Overdrive-Sounds und obwohl die Pickups keine Output-Monster sind, kommt auch ein fettes Metal-Brett sehr überzeugend. Aber hört selbst.

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