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Workshop
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30.04.2014

Tremolo - Gitarren-Effekte richtig einsetzen - Workshop

Gitarren-Effekte verstehen, einstellen und einsetzen

Volume 2: Chorus, Delay, Whammy Pedale und Co.

Dass trotz gleichen Namens unser Tremolopedal einen völlig anderen Effekt produziert als unser Tremolohebel, das bedarf auch nach 50 Jahren noch einer Erklärung und sorgt nach wie vor für Verwirrung.

Deshalb vorweg zur Klarstellung: Die Bezeichnung Tremolo kommt aus dem Italienischen und bedeutet weitläufig übersetzt „zittern“. Damit ist die Bewegung der Finger auf einem Saiteninstrument gemeint, also die schnelle Tonhöhenverschiebung. Daher auch der Begriff des Tremolo-Systems an der Gitarre. Das aber hat nichts mit unserem Effektpedal zu tun, denn beim elektrischen Tremolo-Effekt wird nicht die Tonhöhe, sondern die Lautstärke moduliert. Der Sound klingt, als würde man ständig den Lautstärkeregler an der Gitarre auf- und abdrehen.

Doch bevor wir weiter machen, solltet ihr euch zunächst Thomas Dill's Videoclip ansehen. Anschließend seid ihr definitiv ein ganzes Stück besser informiert!

Video-Clip Tremolo

Der Tremolo-Effekt war Bestandteil vieler Fender Verstärker der 50er und 60er Jahre. Oft wurde er auch von Keyboardern benutzt, um beispielsweise dem Fender Rhodes E-Piano etwas mehr Bewegung im Klang zu geben. In Verbindung mit der Gitarre ist dieser Klang in Surf- und Rockabilly-Songs aus der damaligen Zeit zu hören, zum Beispiel bei den Beach Boys. Auch in den seligen Zeiten des Psychedelic-Rock sorgte nicht selten ein Tremolo für die bewusstseinserweiternde Note. Robby Krieger von den Doors hat seine markanten Single-Note-Lines beim Song „Riders On The Storm“ mit diesem Effekt gespielt. In den 80er Jahren ging das Tremolo etwas unter und wurde vom Chorus fast komplett von der Bildfläche verdrängt. Mit der Grunge-Bewegung der Neunziger besann man sich auch wieder auf die Sounds und das Equipment der Endsechziger, und mit ihnen erlebte auch das Tremolo seine Wiederauferstehung. Heute wird der Effekt völlig unabhängig vom Stil eingesetzt. Ry Cooder hat viele sphärische Sounds in seinen Filmmusiken mit einem Tremolo unterlegt, die Punkrocker Green Day benutzen es ebenso wie Tom Morello oder Coldplay.

Empfehlenswerte Pedale für diesen Effekt sind der Boss TR-2 ,MXR M-159, Nobels TR-X oder auch der preisgünstige Danelectro DJ5. Leider kann man bei allen Pedalen das Tempo nur annähernd genau mit dem Regler einstellen, eine Tap-Tempo Funktion finden wir nur bei den Tremolos, die in einem Multi-Effekt integriert sind. Eine Alternative wäre der Anschluss eines Expression Pedals zur Tempo-Steuerung in Echtzeit, eine Möglichkeit, die der Line 6 MM4 Modulation Modeler anbietet.

WAS KANN EINGESTELLT WERDEN?

Da  die verschiedenen Hersteller bei der Bezeichnung der Regler und Taster ihrer Gerätschaften oft sehr kreativ zu Werke gehen (obwohl die Basis-Funktionen identisch sind), verstehen sich die folgenden Erklärungen sozusagen als "Mittel-Wert".

Rate
Regelt die Geschwindigkeit des Effekts 

Depth
Regelt die Intensität der Lautstärke-Veränderungen

Wave
Hier werden die Wellenformen wie Sinus, Sägezahn oder Rechteck eingestellt

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