Gitarre Hersteller_Fender
Test
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29.03.2018

Fender American Original 50’s Telecaster Test

E-Gitarre

Blonder Klassiker

Die Fender American Original 50's Telecaster ist Teil der neuen American Original Serie, die Fender auf der Winter-Namm 2018 vorstellte. Zu ihr gehören natürlich auch die anderen Klassiker Stratocaster, Jazzmaster und Jaguar, die sich alle recht nah am historischen Vorbild aus den 1950er bzw. 1960er Jahren orientieren.

Wir haben nun die American Original 50's Telecaster zu Gast, das Fender Ur-Modell, von vielen als die Mutter aller Solidbody-E-Gitarren bezeichnet. Sie kommt mit Esche-Korpus, einem Ahornhals mit saftigem U-Profil und zwei Vintage '52 Singlecoils. Wie es mit Sound, Bespielbarkeit und Twang aussieht, wird der Test jetzt zeigen.

Details

Korpus

Fender hat am Original Maß genommen und laut eigener Aussage sämtliche Proportionen, Radien und Kanten dem Original von 1952 nachempfunden. Der Esche-Korpus wurde mit einem dezenten Nitrolack in Butterscotch Blonde bearbeitet, der die Maserung deutlich durchscheinen lässt. Die Telecaster ist angenehm leicht und bringt insgesamt nur 3,2 kg auf die Waage - auch ein längerer Gig im Stehen lässt sich mit der Gitarre stressfrei durchziehen. Auf dem Korpus haben sich die vertrauten Zutaten versammelt, die man seit Jahrzehnten kennt. Es gibt zwei Singlecoil-Pickups, Volume- und Tone-Regler sowie Pickup-Schalter, alle auf der markanten Metallplatte befestigt. Und zum Schutz des Korpus hat man der Gitarre auch das charakteristische schwarze Kunststoff-Schlagbrett spendiert.

Die Telecaster-Bridge mit drei Saitenreitern aus Messing darf natürlich auch nicht fehlen, obwohl die Liebhaber dieser Konstruktion sich bekanntlich in Grenzen halten, weil man die Oktavreinheit nicht für jede Saite einzeln einstellen kann und diese Stegkonstruktion immer ein Kompromiss ist. Die Saiten werden durch sechs Hülsen auf der Korpusrückseite eingefädelt und laufen dann über die Brücke weiter zum Sattel. Die leicht nach innen versetzte Anschlussbuchse finden wir wie gewohnt an Ort und Stelle an der Zarge. Auch alle Hardwareteile sind laut Hersteller detailgetreu nach den Spezifikationen des Originalinstruments gefertigt, auch die Pickups.

Pickups

Die AM Original 50s Telecaster besitzt ein Set aus Pure Vintage '52 Singlecoil Tele-Pickups, der Hals-Pickup etwas kleiner mit verchromter Metallkappe, der Steg-Pickup, schräg montiert, im schwarzen Kunststoffgewand. Auch hier hat man genau nach den alten Spezifikationen geschaut, denn laut Hersteller sind die Pickups der American Original Instrumente so ausgelegt, dass sie exakt den Sound und die Leistung des jeweiligen Erscheinungsjahrs der Originalmodelle reproduzieren können. Geschaltet werden die Pickups über einen 3-Wege Blade Switch, mit dem beide Pickups einzeln oder in der Mittelposition gemeinsam angewählt werden können. Zum Regeln stehen ein Master Volume und Master Tone zur Verfügung.

Hals

Der Hals ist ein ordentlicher Tele-Knüppel, aus Ahorn gefertigt und mit einem kernigen U-Profil. Da hat man ein richtiges Pfund in der Hand, aber das gehört sich auch so für eine Telecaster. Allerdings wurde der konsequente Original-Plan beim Griffbrett ausgesetzt, denn hier entschieden sich die Entwickler für einen etwas flacheren und moderneren 9,5" Radius, beim Originalmodell sind es 7,25". Darauf 21 Vintage-Tall-Bünde und zur Orientierung die üblichen Punktmarkierungen auf Griffbrett und an der Halskante. Etwas gewöhnungsbedürftig für den einen oder anderen könnte die Position der E-Saiten sein, denn die liegen durch ein etwas größeres String Spacing (36,36 mm Außenmaß von tiefer zur hohen E-Saite am Sattel) und dem schlanken Hals (Sattelbreite 41,86 mm) sehr nah an der Halskante, sodass man bei unsauberem Druck oder einem weitläufigen Vibrato schnell abrutscht. Die Saiten laufen über einen Knochensattel geradlinig zu den einseitig angebrachten Stimm-Mechaniken, für die B- und E-Saite steht ein Niedrighalter zur Verfügung, allerdings nicht im Vintage Stringtree-Style, sondern in runder Form. Die Pure Vintage Single Line "Fender Deluxe" Mechaniken erledigen ihren Job sehr gut, beim Stimmvorgang gibt es keine Übertragungsschwierigkeiten oder tote Punkte. Der Hals ist wie üblich mit vier Schrauben am Korpus befestigt und am Übergang von der Kopfplatte finden wir den Einstieg für den Halsstellstab.

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