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Test
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22.09.2017

Eventide Fission Test

Effekt-Plug-in

Structural Effects

Eventide zählt seit Jahren zum heiligen Gral der Effekte. Der H8000 ist einer der mächtigsten DSP-Prozessoren und seit Jahren eine Instanz – und dies sowohl Live als auch im Studio! 

Vor kurzem wurde der H9000 angekündigt und man darf gespannt sein. Am Rande hat Eventide aber auch eine Menge hochwertiger Plug-ins herausgebracht. Eines davon hört auf den unscheinbaren Namen Fission und bringt das Transienten/Tone-Splitting auf ein gänzlich neues Niveau. Wir haben es ausprobiert!

Details

Altes neu gedacht

Eventide Fission ist ein natives VST2-, AU- und AAX-Plug-in inklusive einer Sammlung klassischer Effekte – aber dennoch mit einem gewissen neuen Kniff. Und der bezieht sich auf das Splitting des Signals, was gleich eingangs in Transienten und einen tonalen Anteil aufgeteilt wird. Den Grundstein hierfür dürfte SPL vor Jahrzehnten mit ihrem Transient Designer gelegt haben, wobei es hier letztlich nur um die getrennte Manipulation der Volumes ging.

Eventide geht aber einen Schritt weiter und ermöglicht es zusätzlich, integrierte Effekte auf die beiden Bestandteile des Signals zu legen. So kann man beispielsweise den Attack eines Synths stärker verhallen als sein Tail – oder eben auch umgedreht. 

Die Grundidee ist damit schnell erklärt. Und dank Eventides großen Erfahrungsschatzes in allen Arten von Effekten sind die mitgelieferten Prozessoren allein – wenn auch für sich gesehen nicht sonderlich üppig parametrisiert – besonders gut klingend und vor allem pragmatisch. Effekte wie Reverb, Delay und Kompression gibt es dabei grundsätzlich für beide Anteile das Signals – Tremolo und Chorus machen indes mehr auf dem tonalen Anteil Sinn, während das Gate sich wiederum auf dem Transienten-Anteil mehr zuhause fühlt.

Unkompliziertes Splitting

Es stehen dem „Ehegattensplitting“ verschiedene Algorithmen (General, Kick, Snare, Tom, Cymbal, Full Drum Set, Electronic, Hand Drum, Percussion Set, Bass, Piano/Synth, Guitar und Vocal) inklusive der Parameter Smoothing und Trans Decay zur Verfügung. Hinzu kommt ein Focus Fader, der den Anteil zugunsten des Attacks oder des Sustains manipuliert. Das alles findet visuell klar strukturiert in der Mitte statt, wobei eine schicke Wellenform-Animation das Ganze zusätzlich noch visuell deutlich macht. Blau ist der Transienten-Anteil, grün der tonale Anteil.

Viele unterschiedliche Effekte und gute Presets

Der blaue Trans-Anteil wandert in den oberen Teil des Plug-ins, wobei hier folgende Effekt-Module geladen werden können: Delay, Tap-Delay, Dynamics, Phaser, Hall und Gate + EQ. Gleiches gilt für den unteren Teil, wo der tonale Anteil landet. Dieser wird auch als Sustain oder Tail bezeichnet und kann mit folgenden Effekten belegt werden: Delay, Compressor, Pitch, Chorus, Reverb, Tremolo und EQ. Alle Effekte verfügen nur über fünf Parameter, die allerdings sehr zweckdienlich angelegt sind.

Hinzu kommen verschiedenste Presets, sortiert nach verschiedenen Instrumenten-Quellen, nach plakativen „Effekten“, Mixing-Aufgaben und auch Artists. In Letzteren finden sich vielerlei weitere Presets, sortiert nach 22 bekannten Sound-Designern. Das schafft Inspiration, aber mit ein paar Klicks erzielt man auch sehr schnell selber überzeugende Ergebnisse.

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