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Test
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10.05.2012

ESI uniK 05 Test

Aktiver Nahfeldmonitor

Ein Händchen für Bändchen ...

Wenn man in der Budget-Klasse unterwegs ist, landet man mit Sicherheit früher oder später beim Hersteller ESI Audiotechnik GmbH. Dieser ist vor allem für seine günstigen Audiointerfaces und die Monitor-Serie ESI nEar bekannt, aber auch als ehemaliger OEM-Entwickler für M-Audio Lautsprecher, leistete er bereits sehr gute Arbeit. Mit der neuen uniK Serie möchte ESI nun sein Portfolio weiter nach oben hin abrunden.

Wie man an der Gesellschaftsform GmbH erahnen kann, liegt die Firmenzentrale des Herstellers in Deutschland. Gefertigt wird allerdings in China, so dass auch auf der Rückseite unseres heutigen Testkandidaten der etwas albern anmutende Spruch „Designed in Germany / Made in China“ gefunden werden kann. Doch ganz so „China“ ist der Preis der neuen ESI uniK 05 dann doch nicht und bei genauerem Betrachten fällt auch auf, dass nun erstmals Bändchen-Hochtöner Einzug ins ESI-Programm hielten, wodurch sicherlich nicht nur ich zwangsweise an ADAM Audio denken muss.  

DETAILS

Die ESI uniK 05 ist der mittelgroße Lautsprecher der neuen ESI Nahfeldmonitor-Reihe uniK, welche neben einer größeren 8-Zoll Variante, auch eine kleinere 4-Zoll Variante beherbergt. Die uniK 05 ist indes mit einem 5-Zoll Tieftontreiber bestückt, welcher aus Kevlar gefertigt wurde und so besonders verwindungssteif agieren soll. Weiterhin ist dieser Treiber auch magnetisch geschirmt. 

Im Hochtonbereich kommt hingegen ein eher selten anzutreffender Bändchen-Hochtöner zum Einsatz, der in Analogie zu Bändchen-Mikrofonen und aufgrund seiner geringen Eigenmasse hohe Impulstreue verspricht. Ganz genau betrachtet, handelt sich übrigens um ein flaches Bändchen und um keinen AMT-Wandler, wie sie ADAM Audio verbaut. Auf Grund des höheren Fertigungsaufwands solch gearteter Metall-Membranen, zählt diese Art von HF-Treiber allerdings auch nicht gerade zu den günstigsten seiner Art. Wie bereits Eingangs erwähnt, versucht ESI sich gerade aber mit dieser Serie in etwas höheren Gefilden zu etablieren, was diesen Ansatz demzufolge unterstreicht.

Da Bändchen-Hochtöner allgemeinhin empfindlicher als Kalotten-Hochtöner in sind, tut ESI gut daran, diesen hinter einem aus gebürsteten Alu bestehenden, schicken und solide eingeschraubten Gitter zu verstecken. In Verbindung mit der schwarz-spiegelnden Hochglanz-Front aus Plastik und ihren abgeschrägten Seitenlinien wirkt das recht edel. Das restliche in Schwarz gehaltene Gehäuse besteht – wie in dieser Preisklasse absolut üblich – aus Vinyl-folierten MDF, was der Box ein mildes Gesamtgewicht von rund 4 kg beschert.

Zwischen den beiden Treibern findet sich dezent versteckt eine kleine blaue LED, die über den Betriebszustand (an/aus) informiert. Ich persönliche finde Blau als Farbe für LEDs zwar gänzlich unschön, doch muss man ESI zugestehen, dass diese LED auch in dunkelster Studiolicht-Beleuchtung nicht blendet – sie ist nämlich überlackiert worden. 

Doch zurück zu den harten Fakten: Im Inneren arbeitet hier zwar „nur“ eine Endstufe, die beide Wege gemeinsam versorgt, doch reicht die Verstärkerleistung von 60 Watt sicherlich mehr als aus. Logischerweise wird deshalb erst nach der Leistungsverstärkung passiv getrennt – bei 2,5 kHz. Klanglich tut das der Sache allerdings keinen Abbruch. Wer unbedingt Bi-Amping möchte, sollte sich bei dem großen und etwas teurerem Modell ESI uniK 08 umschauen.

Wenn man dem angegebenen Frequenzgang Beachtung schenkt, fällt auf, dass für eine echte Aussagekraft und Vergleichbarkeit die Angaben über den Abfall an den Eckfrequenzen fehlt. Typisch für diese Klasse, was ich schon in unserem Testmarathon „Aktive Nahfeldmonitore bis 1000,- Euro/Paar“ reichlich thematisiert habe. Die untere und vom Hersteller angegebenen Grenzfrequenz beträgt hier 49 Hz und wurde sicherlich nicht bei -3 dB ermittelt. Der reale Tiefgang ist für diese Größe aber absolut in Ordnung und wirkt nicht aufgeblasen, und das trotz Bassreflex-Bauweise.

Der entsprechende Bassport in Form eines Schlitzes befindet sich auf der Rückseite. Zur Vermeidung von Port-Turbulenzen wurden die seitlichen Austrittskanten nach innen verjüngend gestaltet. Unterhalb davon befindet sich eine eingeschraubte Metallplatte, welche die Verstärkerelektronik beherbergt.

Von außen sieht man natürlich nur die Anschlüsse und das leicht gerasterte Level-Poti. Sinnvollerweise befindet sich zwischen den beiden Extremwerten des Potis „minus unendlich“ und „max“ noch eine mit „0 dB“ beschriftete Mittelposition, welche bei anliegenden Standardpegeln zu wählen wäre. Links davon befindet sich der Combo-Buchse-Eingang, welcher symmetrische Signale an XLR und unsymmetrische Signale an 6,35mm-Klinke akzeptiert.

Zu guter Letzt wären noch die Stromzufuhr nebst Feinsicherung sowie der dazugehörige Hauptschalter zu erwähnen. Dessen Platzierung auf der Rückseite ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch ästhetisch wertvoll, da die wenigsten Frontschalter in dieser Preisklasse hochwertig aussehen, geschweige denn Charme versprühen. Die rückseitige Platzierung der Bedienelemente stellt deshalb meiner Einschätzung nach kein Manko dar, solange man über einen Mixer oder Monitorcontroller zwischen Audiointerface und Speakern verfügt. Ich persönlich benutze in Verbindung mit Nahfeldmonitoren übrigens auch immer Master-/Slave-Steckdosen, wodurch meine Boxen (fern-)eingeschaltet werden, sobald ich meinen Musikrechner starte.

Es gibt bei den Lautsprechern kein einziges Filter, was recht ungewöhnlich in dieser Preisklasse ist. Nun gut, das spart mir wiederum Zeichen und euch Lesearbeit – und somit geht es auf direkten Wege in das Praxisexperiment!

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