Gitarre Hersteller_Engl
Test
1
03.11.2016

Engl DM-60 Delay Test

Delay Pedal

Echos aus Oberbayern

Mit dem DM-60 Delay-Pedal haben wir heute eines der sechs neuen Pedale aus dem Hause Engl im Test, mit denen die populäre Röhrenamp-Schmiede nun auch den Raum vor dem Amp erobern will. Dazu bieten die Oberbayern zwei sogenannte SCS (Secret Connect System)-Pedalboards, die im Zusammenspiel mit den hauseigenen Effekten dank eines Anschlusses an der Unterseite der Bodentreter ohne herkömmliche Patchkabel und auch mit nur einem Netzteilanschluss auskommen.

Dass Engl wirklich gute Röhrenamps baut, konnten auch unsere Tests auf bonedo immer wieder bestätigen. Ich bin gespannt, wie sich das Delay-Pedal schlägt.

Details

Geliefert wird das Delay in einem einfachen Pappkarton, der übrigens wie das Pedal nicht mit der Produktbezeichnung DM-60 bedruckt wurde. Diese findet man zum Zeitpunkt des Tests nur auf der Hersteller-Website. Bei der ersten Begutachtung überrascht mich das geringe Gewicht von nur 220 Gramm. Im Design präsentieren sich sowohl Delay wie Chorus und Kompressor aus der neuen Effektserie recht schlicht und unterscheiden sich lediglich in der Farbgebung. Alle sechs derzeit verfügbaren Pedale kommen zudem mit denselben Abmessungen, was im Zusammenspiel mit den firmeneigenen Pedalboards - die wir gleich etwas genauer beleuchten werden - auch absolut Sinn ergibt.

Werfen wir zuvor einen Blick auf die Oberseite. Hier sind die Pedale mit einer Metallblende versehen, die mit unterschiedlichen Grafiken für jeden Effekt aufwartet. Unser Testkandidat kommt mit drei Potis, einem Kippschalter, einer Kontroll-LED sowie dem obligatorischen Fußschalter. Über die Potis lassen sich die Lautstärke der Wiederholungen (Level), die Länge des Delays (Repeat) und das Delay Tempo (D.Time) einstellen. Der in das Pedalgehäuse eingelassene Kippschalter hält zudem zwei Tempostufen bereit, Modus 1 von 20 - 320 ms und Modus 2 von 40 - 640 ms. Eine Tap-Tempo-Funktion bietet dieses Pedal leider nicht.

Die für einen sicheren Stand mit vier Gummifüßchen versehene Unterseite offenbart dann auch die eigentliche Besonderheit des Produkts. Hier wurde ein SCS-Netzwerkanschluss (wie man ihn auch bei Routern oder Telefonen findet) untergebracht, mit dem das Pedal an die hauseigenen Boards angeschlossen werden kann, die Engl sowohl für vier als auch für sechs Pedale anbietet. Die Bodentreter können an der Unterseite mit dem Board verschraubt werden, verbunden werden sie dann über die im Pedalboard verlegten Netzwerkkabel. Das hat den Vorteil, dass Patchkabel entfallen und man außerdem nur einen Stromanschluss an einem der Geräte benötigt, um alle anderen ebenfalls mit Energie zu versorgen. Gleichzeitig liegen die Effekte dicht und platzsparend beieinander. Bedingung für dieses System ist allerdings, dass nur die hauseigenen Effektgeräte verwendet werden, da Pedale anderer Hersteller bekanntermaßen nicht über diesen speziellen Anschluss verfügen.

Da Engl im Moment ein nur sehr begrenztes Effekt-Repertoire anbietet, könnte man das natürlich auch als Nachteil auslegen. Die zurzeit erhältlichen Effekte lassen sich aber auf jeden Fall zum größten Teil in die Kategorie Brot-und-Butter-Effekte einordnen, sodass man ein solches Board sehr praktisch als Fly Rig einsetzen kann. Der Anschluss für ein 9V-Netzteil findet sich bei unserem Testkandidaten an der Stirnseite. Das Gerät lässt sich auch mit einer 9V-Batterie betreiben, wofür es allerdings aufgeschraubt werden muss.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare