Gitarre Hersteller_Electro-Harmonix
Test
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25.11.2019

Praxis

Der Mono Synth wird vor einen clean eingestellten Sovtek MIG-50H geschaltet. Der Amp läuft über eine Marshall 4x12 Box (Celestion G12M), die mit einem Neumann TLM-103 abgenommen wird. Wir starten erst einmal mit dem nackten Synth-Sound, später wird dann auch mit anderen Pedalen kombiniert, um zu erforschen, wie sich unser Testkandidat mit ihnen verträgt. Die Bezeichnung Mono Synth bezieht sich nicht auf die Tonausgabe, sondern die Toneingabe. Es ist ein monophoner Synthesizer, also sollen nur einzelne Töne und keine Akkorde gespielt werden. Zwei oder mehr Töne zur gleichen Zeit kann unser Testkandidat nicht verarbeiten. Das ist kein Manko - die alten und beliebten Moog-Synthesizer waren schließlich auch monophon.
Hier kommen die ersten vier Grundsounds ohne zusätzliche Effekte und in relativ neutraler Einstellung, der Sens-Regler wurde der Anschlagstärke angepasst und den CTL-Regler habe ich erst mal mittig geparkt. Das Direktsignal ist ausgeschaltet, der Dry-Regler steht auf 7 Uhr.

Beim Spielen fällt auf, dass die Sounds unterschiedlich gut triggern. Den Mono Synth muss man wirklich mit sauberen Tönen füttern, damit keine merkwürdigen Sounds oder hohe Töne herauskommen. Ich habe dabei auch immer mit dem Sens-Regler experimentiert, aber so richtig gut funktioniert die Tonerkennung leider nicht. Da ist mein EHX Micro Synth wesentlich besser und verkraftet auch mal ein paar Pinch Harmonics, die beim Mono Synth eher als No Go gewertet werden. Auch etwas schnellere Linien auf einer Saite oder Tonwiederholungen werden nicht hundertprozentig aufgenommen und wiedergegeben, und mit Palm-Mute-Technik kann er auch reichlich wenig anfangen. Ich hatte gedacht, ich mache ihm die Tonerkennung etwas leichter, weil man das Knacken der tiefen E-Saite besser orten kann, aber das Peter-Gunn-Riff auf der E-Saite klang definitiv nicht mehr nach Peter Gunn.

Wenn man den Mono Synth nutzen möchte, müssen die typischen Gitarrenspieltechniken beiseite gelegt und etwas entspannter und vor allem sauber angeschlagen und abgedämpft werden. Dann müsste es klappen, denn unser Testkandidat hat schon ein paar spezielle Sounds im Angebot, und die können ja noch mit dem CTL-Regler modifiziert werden. Dann ist zum Beispiel beim Bass-Type eine gute Bandbreite möglich. Hier hört ihr zwei Einstellungen des CTL-Reglers.

Jetzt kommen die Beispiele in Kombination mit anderen Effekten, was meines Erachtens auch näher an der Praxis ist, denn der Sound des Mono Synth bekommt durch den Einsatz von Reverb, Delay oder auch Overdrive-Pedalen etwas mehr Tiefe und Fülle. Da darf man auch gerne mal etwas beherzter zupacken, will man einen speziellen Sound kreieren. Denn klanglich hat der Mono Synth tatsächlich eine Menge zu bieten, und wer auf der Suche nach eigenständigen Sounds ist, weitab vom Vintage-Gitarrenton, der wird mit dem Teil eine Menge Spaß haben, sofern er geduldig ist, was das Triggern unseres Kollegen betrifft. Durch das Aufdrehen des Direktsignals lässt sich dieses Verhalten zwar etwas verschleiern, aber das geht nur begrenzt. Mit einem angeschlossenen Expression-Pedal können für jeden Grundsound unterschiedliche Parameter in Echtzeit gesteuert werden, beim Unison-Type wird damit die Grenzfrequenz des Filters geregelt, was ihr im dritten Beispiel hört. Im vierten wird der generierte Zusatzton per EXP-Pedal gesteuert.

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