Gitarre Hersteller_Earth_Quaker_Devices
Test
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08.10.2018

EarthQuaker Devices Aqueduct Test

Vibrato-Effektpedal

Vibrato für Wellenreiter

Beim EarthQuaker Devices Aqueduct Vibrato-Pedal handelt es sich um eine abgedrehte und sehr vielseitige Variante dieses Effekts, die neben ganz gewöhnlichen Sounds auch einige ziemlich verrückte Tonhöhen-Verschiebereien an Bord hat. Seinen Ursprung hat das Pedal in den Werkstätten einer der zurzeit innovativsten Effektschmieden, zuhause in Akron, einer Stadt im Nordosten des US-Bundesstaates Ohio.

Das mittlerweile nicht mehr ganz so kleine Unternehmen präsentiert sich als ein quirliger und stets gut gelaunter Haufen kreativer Wahnsinniger mit dem gemeinsamen Ziel, Pedale zu entwerfen, die noch nie ein Mensch zuvor gehört hat. Dass es sich durchaus lohnen kann, dem Mainstream nicht auf Gedeih und Verderb zu folgen, zeigen die stetig steigenden Absatzzahlen ihrer Kreationen.

Details

Konzept

Um die unglaubliche Vielfalt an Sounds in so einer kleinen Kiste überhaupt realisieren zu können, arbeitet das Aqueduct auf digitaler Basis - das Gitarrensignal wird also hinter dem Eingang in Einsen und Nullen umgewandelt. Von dort durchlaufen diese Zahlen einen komplexen, elektronischen Urwald und werden, nachdem sie die gewünschten Stationen des Systems hinter sich gebracht haben, am Ausgang wieder zu einem analogen Signal zusammengesetzt. Auch die Effekte basieren im Grunde auf einem sehr kurzen Delay, das anschließend einen der unterschiedlichen Modulations-Modes durchläuft.

Aufbau

Das Aqueduct befindet sich in einem handlichen Hammondgehäuse, das in etwa die Größe eines Phase 90 hat. Trotz der Fülle an Sounds kommt das Pedal mit nur drei Reglern aus, was nicht zuletzt an seinem digitalen Herz liegt. Die unterschiedlichen Klänge, die sich hier Modes nennen, lassen sich mit einem achtstufigen Drehschalter anwählen.

Die einzelnen Modes:

  • Sine
  • Triangle
  • Ramp
  • Square
  • Random
  • Envelope Depth
  • Envelope Rate
  • Envelope Pitch

Der Zweite im Bunde ist der Rate-Regler, mit dem sich bei fast allen Modes die Geschwindigkeit der Modulationen einstellen lässt. Bei einigen der Envelope-Filtersounds übernimmt er allerdings die Reglung der Eingangsempfindlichkeit. Um die optimale Interaktion mit dem Gitarrensignal zu gewährleisten, empfiehlt der Hersteller, das Pedal als erstes Gerät in der Effektkette zu verwenden. Natürlich sind der Experimentierfreude keine Grenzen gesetzt, allerdings kann der Envelope-Filter auf hochkomprimierte Signale von Verzerrer und Kompressor nicht besonders gut reagieren. Der dritte im Bunde ist für die Effekttiefe und nicht für den Wet/Dry-Mix zuständig. Nur im Env-P-Modus lässt sich das Originalsignal beimischen, während man bei allen anderen Sounds ausschließlich das reine Effektsignal erhält, was bei einem Vibrato ja auch durchaus üblich ist.

An der Stirnseite liegen die beiden Ein- und Ausgangsbuchsen sowie der Anschluss für das 9-Volt-Gleichspannungsnetzteil. Nach dem Abschrauben der Bodenplatte offenbart sich eine erstklassige Verarbeitung, und obwohl genügend Platz vorhanden ist, hat man wegen des vergleichsweise hohen Stromverbrauchs von 68 mA auf den Batteriebetrieb verzichtet.

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