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Test
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22.08.2019

Dynaudio Core 59 Test

Aktiver 3-Wege Studio Monitor

Günstiger und besser als AIR?

Konsequent setzt Dynaudio auf digitale Frequenzweichen bei ihren aktiven Studiomonitoren. Bereits der LYD 48 und auch der DBM50 waren mit einem DSP ausgestattet, selbst wenn die Speaker keine digitalen Anschlüsse boten.

Und genau das soll nun mit der neuen Core-Serie und AES3-Anschlüssen anders werden. Die Serie bietet aktuell eine 2-Wege-Nahfeldvariante und auch eine dicke 3-Wege-Box – und die schauen wir uns mal an!

Details

3-Way Midfield

Der Dynaudio Core 59 ist ein digitaler 3-Wege-Studiomonitor, der einzeln gehandelt wird und aktuell rund 2700 Euro kostet (Straßenpreis). Das Gehäuse wiegt fast 25 kg, ist aus pulverlackiertem MDF und misst 28 x 38 x 55 cm (B x T x H). Damit gehört der Speaker zur Kategorie Midfield und bewegt sich im Bereich von Neumann KH 310 A, Focal Trio6 Be und Adam Audio S3H.

Alle Treiber werden von Hand in Dänemark gefertigt. Die Hochton-/Mittelton-Einheit lässt sich drehen, sodass vertikale, horizontale und sogar Upside-down- sowie L/R-Positionierungen möglich werden. Deswegen ist die Box auf jeder Seite mit Einkerbungen für vier beigelegte Gummifüße zum Ankleben versehen, fest angebrachte Gummis für jede Öffnung wären allerdings besser gewesen.

Als aktiver Speaker ist der Core 59 mit drei Class-D-Amps ausgestattet. Diese liefern zweimal 500 Watt an Bass und Mitten sowie 150 Watt an den 1-Zoll-Hochtöner. Der Woofer ist 9,5 Zoll und der Midrange-Treiber 5 Zoll groß. Die Trennfrequenzen des Bassreflex-Designs liegen bei 385 Hz respektive 5 kHz und liefern einen Übertragungsverlauf von 42 Hz bis 21 kHz innerhalb der ±3dB-Marken. Der Bassport befindet sich vorne.

Analoge und digital Eingänge

Der Core 59 ist mit analogen und digitalen Eingängen sowie DSP-Optionen ausgestattet. Das bedeutet hier, dass es vordefinierte Filter gibt. Eine weitergehende Kalibrierung, Laufzeitkorrektur oder gar Messsoftware ist nicht vorgesehen. Insofern sollte man sich von der rückseitigen USB-Buchse nicht beeindrucken lassen, die nur für den Dynaudio-Service gedacht ist.

Analog geht es mit XLR rein, digital via XLR rein und auch raus. Letzteres ist für Singlewire-AES3 bis 192 kHz und serielle Verkabelung gedacht, einen entsprechenden Umschalter namens „Digital channel“ für L/R am Gerät und ein BNC-Anschluss für Wordclock ist auch vorhanden. Hervorzuheben ist, dass es keine interne Samplingrate-Conversion gibt und der DSP sich auf die anliegende Samplerate mit unterschiedlichen IIR-Korrekturfiltern einstellt. Bei Verwendung des analogen Inputs läuft die Box indes mit 192 kHz. Die Empfindlichkeit und die Lautstärke der Box werden mit zwei Schiebeschalter eingestellt, sie heißen „Analogue input sensitivity“ und „SPL level“ und lassen in Kombination sehr genau den Arbeitspegel einstellen.

Neben den Filterschaltern, die wir noch im Detail beleuchten werden, gibt es rückseitig auch Kühlrippen, Öffnungen für einen VESA-Mount sowie einen Kaltgeräteanschluss für das integrierte Netzteil. Dieses versteht sich mit Spannungen von 100 bis 240 Volt und hat einen zuschaltbaren Auto-Standby-Mode zu bieten. Einen richtigen Main-Power-Schalter gibt es nicht.

Viele anwendungsorientierte Filter

Dynaudio richtet sich neu aus. Das merkt zum einen an der einfacheren Sprache des Handbuches und zum anderen an der Ausgestaltung des internen DSP-Processings. Während man bei der AIR-Serie noch detailliert Hand anlegen konnte, beschränkt sich Dynaudio nun auf ein wenige aber praxisorientierte Filter. Und die schauen wir uns jetzt mal an:

  • Bass extension: Im Prinzip ein Lowcut für den Betrieb mit einem Subwoofer. Angaben zur Eckfrequenz fehlen, auf Nachfrage wurden mir 80 Hz mitgeteilt.
  • Sound balance: Ein Tiltfilter, das drei Position kennt: Bright, Neutral und Dark. Bright senkt bei 20 Hz um 1,5 dB ab und boostet bei 20 kHz um 1,5 dB, Dark verhält sich genau umgedreht: Boostet bei 20 Hz um 1,5 dB und senkt bei 20 kHz um 1,5 dB ab.
  • Position 1: Bestimmt den Aufstellungsort der Box und senkt entsprechend den Bass ab, um den Druckstau zu kompensieren. Es gibt „freistehend“, „an der Wand“ und „in der Ecke“. Das Filter orientiert sich dabei an den tatsächlich auftretenden Effekten an einer, zwei oder drei Wänden und senkt nicht nur mit einem Shelving ab.
  • Position 2: „Soffit“ beschreibt den Einbau abschließend mit der Wand. „Desk“ ist für die Position auf einer Meterbridge/einem Mischpult gedacht und senkt den so durch Reflexionen verstärkten Frequenzbereich vorsorglich ab. „Anechoic“ nutzt man wiederum in stark abgedämpften Räumen, wenn die Speaker trotzdem frei stehen.
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