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03.09.2021

Dual DTJ 303 USB Test

DJ-Schallplattenspieler mit Direktantrieb

Funktioniert Tradition aus dem Wohnzimmer auch in der DJ-Booth?

Dual. Das klingt nach Wirtschaftswunder, 70er-Jahre-Krautrock-Schallplatten von längst vergessenen Labels und Kompaktanlagen mit großem Rauchplastikdeckel, in denen sich als Qualitätsmerkmal eben häufig ein Dual-Plattenspieler befand. Und nun steht hier ein neuer Dual Plattenspieler mit DJ-Funktionen à la Technics 1210 und positioniert sich im gehobenen Einsteigersegment unter 300,- Euro.

Details

Wie jeder vernünftige Turntable wird auch der Dual DTJ-303 USB auseinandergebaut geliefert, um das Laufwerk für unnötigen Vibrationen während des Transports zu schützen. Der Plattenspieler ist mit lediglich 7 kg auffallend leicht, was sicherlich auch dem Gehäuse aus schwarzem Hartplastik zuzuschreiben ist.

Zum Lieferumfang gehören neben dem Chassis der abnehmbare Plattenteller, ein Gegengewicht, eine rauchgraue durchsichtige Plastikabdeckhaube, ein Zentrierpuck aus Plastik, ein Cinch-Anschlusskabel, ein USB-Kabel und die Bedienungsanleitung. Eine Gummimatte ist nicht dabei, stattdessen ein angenehm dicke schwarze Filz-Slipmat ohne Aufdruck. Ein Massekabel sucht man vergebens, der Dual ist intern geerdet.

Der Zusammenbau geht schnell und einfach vonstatten, auch weil der Tonabnehmer bereits vom Hersteller auf das Headshell vormontiert wurde. Es handelt sich um einen Audio-Technica AT-3600, ein günstiger elliptischer Tonabnehmer, der einzeln für unter 30,- Euro erhältlich ist. Dual gibt einen Frequenzbereich von 20 bis 20.000Hz an.

Rundgang

Mit seinen Abmessungen von 45 x 35 x 15 cm bei geschlossener Haube ist der Dual DTJ-303 USB exakt so groß wie sein optisches Vorbild Technics SL1210 Mk2. Das Chassis ragt allerdings ein klein wenig höher, schließt also mit vielen Mischpulten nicht bündig ab. Ansonsten befinden sich alle Elemente auf der Oberfläche an exakt der gleichen Stelle wie bei einem klassischen Zwölfzehner. Selbst der On/Off-Schalter ist im Stroboskoptürmchen versenkt.

Die Farben der einzelnen Lampen sind schön unaufdringlich: Statt der immer noch gern verbauten stechend-blauen LEDs schmeichelt der Dual mit einem warmen orangefarbenen Strobelight, warmem Weiß im versenkbaren Targetlicht und rot/grünen LEDs beim Pitchfader und den Geschwindigkeitsschaltern für 33 und 45 RPM.

Der Tonarmturm verfügt über ein gut justierbares Gegengewicht. Das Antiskating ist allerdings kaum einstellbar, weil das Antiskating-Rädchen zwar gedreht werden kann, nicht aber der Kontrollring zur Einstellung der Tonarmhöhe: Die Rasterung ist lediglich eine dekorative Attrappe.

Rückseitig ist das Cinch-Kabel nicht fest angeschlossen, sondern wir finden zwei Cinch-Buchsen und einen Umschalter zwischen Phono- und Line-Impedanz. Dadurch kann der Dual auch an einem normalen Line-Eingang ohne Phono-Vorverstärker betrieben werden. Zudem gibt es einen USB-Ausgang. Dieser dient vornehmlich zum Überspielen von Schallplatten in den Computer.

In der Bedienungsanleitung findet sich dafür ein QR-Code für den Download des kostenlosen Open-Source Audio-Editors Audacity – und der Hinweis, dass auch jede andere Aufnahme-Software verwendet werden kann.

Auf der Unterseite regiert ebenso König Hartplastik. Die vier dicken Gummifüße lassen sich zwar in der Höhe verstellen, bieten aber nur festgedreht wirklich Halt. Allerdings scheinen sie recht anhänglich zu sein: Auf meinem Wohnzimmerschränkchen hatten sie sich nach zwei Wochen regelrecht festgesaugt.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich die beiden praktischen Aussparungen an der Unterseite, mit denen sich der Dual sicher vom Wohnzimmer ins Studio tragen lässt, wo wir nun zum Praxistest schreiten.

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