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Workshop
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01.04.2019

Drum Cover: Bilderbuch - „LED go“

Der Beat zum Song mit Soundfiles, Text und Noten

Plötzlich waren sie da: Bilderbuch – die junge Band aus Österreich, die seit geraumer Zeit mit ihrem eigenwilligen Genre-Mix aus Indie, Art-Punk und Pop schon längst kein Geheimtipp mehr ist. Letztes Jahr kündigte die Band gleich zwei neue Alben an.

Das erste von beiden, „mea culpa“, erschien letzten Dezember, und nur zwei Monate später folgte nun „Vernissage My Heart“. In diesem Workshop schauen wir uns den interessanten Groove der ersten Single „LED go“ mal genauer an. Stilistisch bleiben sich Bilderbuch mit „LED go“ jedenfalls treu: funky, frisch und losgelöst von jeglichen Genre-Konventionen. Der Drummer Philipp Scheibl, der Anfang des Jahres 2013 zur Band stieß, kreiert hier zusammen mit Bilderbuchs Produzenten Zebo Adam erneut eine lockere Groove-Collage, die unmittelbar zum Kopfnicken animiert. 

Das Musikvideo zu „LED go“:

Der Groove

„LED go“ treibt ein viertaktiges Groove Pattern an, das sich aus mehreren Komponenten, nämlich einem Drumset Part und einer Vielzahl an verschiedenen Overdubs zusammensetzt. Der Drumset Part basiert auf einem „Bumm Tschak“-Achtelgroove, der jeweils im zweiten und im vierten Takt leicht modifiziert wird. Durch die starke Offbeat-Betonung der Hi-Hat wirkt der Groove schön funky:

Dazu gesellt sich unter anderem ein Shaker, dessen stark geshuffeltes Feel im Zusammenhang mit dem relativ straight gespielten Drumset Part eine interessante Spannung erzeugt:

Doch damit nicht genug: Hinzu kommen noch ein Bongo-Part, eine Art Clave-Figur, sowie eine prägnante Offbeat-Hi-Hat aus dem Drum Sampler (ich habe hier zu Anschauungszwecken eine 909-Hi-Hat benutzt):

Am Ende verschmelzen die einzelnen Komponenten zu einer luftig-frischen Groove-Collage. Es ist doch immer wieder interessant, mit welch einfachen Mitteln sich ein relativ herkömmlicher Achtelgroove zu einem innovativen und spannenden Drum Part ummodeln lässt und wie gut sich obendrein unterschiedlichste Feels im Kontext ergänzen können! Natürlich ist es nicht ganz einfach, die einzelnen Komponenten perfekt rauszuhören, geschweige denn nachzubauen, jedoch kommt das folgende Soundfile dem Original schon recht nah: 

Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachtrommeln. Bis zum nächsten Mal!

Jonas

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