Test
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27.08.2013

Praxis

Der Drawmer MC2.1 war äußerst schnell verkabelt, hier brauchte ich kein Handbuch! Auch die Zusatzfunktionen auf der Front bedurften keiner weiteren Erklärung: Alles ist logisch angeordnet und lässt sich einwandfrei bedienen. Die Schaltzustände werden dabei durch die kleinen, lichtstarken LEDs sehr gut visualisiert. Auch von Innen sieht alles gut und sauber verarbeitet aus, lediglich die IEC-Strombuchse hätte besser mit dem Gerät verschraubt werden sollen.

Das Wichtigste bei einem Gerät in dieser Preisklasse ist allerdings die Neutralität, und die erfüllt der Drawmer mit Bravour. Aber hört lieber selbst! Wie immer habe ich für diese Art der Klangbeispiele die Ausgänge meines RME UFX mit den Eingängen verbunden und in diese Kabelschleife dann das zu untersuchende Gerät insertiert. Zur bessern Vergleichbarkeit gibt es neben den „digitalen“, unbearbeiteten Files also auch noch das „pure“ Kabel zu hören, damit ihr den Einfluss meiner Wandler und die des Kabels heraushören könnt - und den DIM könnt ihr euch „neutralisiert“ auch noch anhören.

Wie man hören kann, färbt der DIM nicht, was relativ selten in diesem Metier ist, obwohl ich persönlich diese Funktion eigentlich überhaupt nicht brauche. Dafür hat man doch so ein schönes, großes Drehrad! Der Einfluss des MC2.1 auf das Klang-Material ist generell als äußerst gering zu bezeichnen, wenn überhaupt, ist er nur marginal mit Kopfhörer wahrnehmbar, dazu muss man die Fledermausohren aber schon äußerst ordentlich spitzen! Übrigens: In Verbindung mit der aktiven Elektronik im Inneren, erhält man „voll aufgedreht“ zusätzlich rund 12 dB auf die Leitung. Die Nullstellung ist leider nicht gerastet, befindet sich allerdings irgendwo bei 75% des Regelwegs. 

Das Talkback klingt einwandfrei, da bin ich echt überrascht! Viele Monitor Controller offenbaren hier die größte Schwäche, nicht so der Drawmer. Aber hört doch lieber selbst!

Der Kopfhörerausgang ist ebenfalls sehr gut transparent, schön offen in den Höhen und auch laut. Nur bei äußerst hohen Pegeln fängt er tendenziell etwas an zu pressen. Die Zusatzfunktionen, wie L bzw. R Mute und Mono funktionieren dafür auch hier. DIM macht meiner Meinung auch hier keinen Sinn, aber was soll es!

Selbst der L/R-Gleichlauf ist präzise, Abweichungen zwischen dem Pegel von L und R konnte ich auf maximal 0,1 dB festlegen, allerdings musste ich dazu erst selber Hand anlegen und mit Hilfe der unteren Stellschrauben  „links 0,2 dB leiser machen“. Nicht so schön, mit einem 1kHz Testton, optischem Analyzer und einem Mini-Schraubendreher aber im Nu erledigt! 

Und wo wir gerade beim Meckern auf äußerst hohem Niveau sind: Der Gesamtausgangspegel erhöht sich geringfügig, sobald man den Aux-Eingang hinzuschaltet. Praktisch hat das allerdings keine Relevanz.

Etwas unlogischer finde ich es da schon, dass es keinen Mute-Schalter für den Sub/Mono-Out gibt, da man über die Haupt-Abhöre vielleicht auch mal ohne Bassgewitter abhören möchte. Er wird allerdings beim LEFT-CUT deaktiviert und bleibt beim RIGHT-CUT an. Nun gut. Sicherlich: Viele, professionelle Subwoofer haben Anschlussmöglichkeit für proprietäre Fernbedienungen, aber diese Art von Subwoofern lassen auch gleich ein umfangreiches Bass-Management zu und brauchen den separaten Mono-Out des MC2.1 entsprechend gar nicht erst. Alternativ könnte man ja auch auf ein drittes Paar Speaker verzichten und einfach an deren Stelle den Sub anschließen, um ihn so zu „muten“. Wie ich es mir auch drehe: Aus meiner Sicht wäre Mono-Mute besser als DIM gewesen! 

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